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Breitband-Initiative: Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm setzt auf Kooperation

Breitbandigen Glasfasernetzen gehört die Zukunft


Der Landkreis Pfaffenhofen setzt auf einen zügigen Breitbandausbau und geht dazu eine Kooperation mit dem Nachbarlandkreis Neuburg-Schrobenhausen und dem Bürgernetzverein ein.

"Jetzt gilt es, den Landkreis für die Zukunft im Internet fit zu machen", so Landrat Josef Schäch. Ziel ist der landkreisweite Breitbandausbau auch mit Hilfe des Förderprogramms der bayerischen Breitband-Initiative, die dafür 19 Millionen Euro bereit gestellt hat.

"Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir mit drei Mbit/s als flächendeckendes Ausbauziel im internationalen Vergleich nicht zu kurz springen", warnt Josef Schäch. "Der Breitbandausbau wird das Thema des nächsten Jahrzehnts sein, wir müssen beim Medium Glasfaser heute schon in den Dimensionen denken, die möglich sind. Egal ob 3 oder 50 Mbit/s, was die zukünftige Bandbreiten angeht, sollten wir unserer Phantasie nach oben hin momentan keine Grenzen setzen" so Josef Schäch. Der breitbandige Internetzugang müsste die Wichtigkeit anderer kommunaler Infrastrukturen bekommen, wie z.B. Wasserversorgung, Straßenbau oder Telefon.

Es ist beabsichtigt, dass Werner Mischka, aktiver Breitband-Beauftragter im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen die Pfaffenhofener Breitband-Initiative mit seiner Erfahrung unterstützt. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen haben bereits alle Gemeinden einen offiziellen Breitbandpaten bestellt und ihre Bedarfs-Umfragen in das Breitbandportal der IHK eingestellt. Mischka arbeitet im Nachbarlandkreis bereits am Auftrag einer Machbarkeitsstudie für ein Leerrohrsystem. Er sieht darin ein Pilotprojekt, das auch landkreisübergreifend in Pfaffenhofen gefördert werden könnte.

Wolfgang Zwack, persönlicher Referent des Landrates und zuständig für den Bereich Wirtschaft, wird zusammen mit den Breitbandpaten aus den Gemeinden den Landkreis Pfaffenhofen in der bayerischen Breitband-Initiative vertreten. "Fiber to the Home" höre sich für viele Unternehmen bei der Standortwahl mindestens so verlockend an wie ein Autobahnanschluss. Glasfaser bis in die Haushalte ermöglicht z.B. die professionelle Anbindung von Home-Offices ihrer Mitarbeiter, so Wolfgang Zwack. "Kurzfristig müssen wir aber erst mal dringend die DSL-Löcher in unserem Landkreis stopfen. Dort wo mindestens 20-40 Haushalte sich zusammentun und auch die Gemeinden mitspielen, lassen sich akute Defizite innerhalb weniger Monate über drahtlose Anbindungen beseitigen", betont er. Die Gemeinde Reichertshofen war bereits 2008 erfolgreich mit Hilfe dieser Technik.

"Unsere Mitglieder werden mit ihrem Wissen und Tatkraft das neue Online-Zeitalter in unserem Landkreis weiter mitgestalten", so die Devise von Matthias Hofbauer dem Vorsitzenden des Bürgernetzvereins Pfaffenhofen bei der Kooperations-Unterzeichnung. "Auch wir Bürgernetzvereine sehen uns traditionell als fähige und starke Partner. So waren 1995 über 40 Bürgernetzvereine maßgeblich daran beteiligt, als Bayern als erstes Bundesland online ging und die meisten Landkreise in kurzer Zeit erfolgreich an das Internet angeschlossen wurden".

"100 Jahre Kupferdraht-Monopol sind fast am Ende der Fahnenstange angelangt. Viel mehr kann man aus dem Metall nicht mehr rauspressen, wir sollten jetzt endlich mal neue Leitungen aus dünnen Glasfaserbündeln vergraben", fordert Vorstandsmitglied Jörg Bucher und zugleich Breitbandbeauftragter im Dachverband der bayerischen Bürgernetzvereine. "Das schaffen wir nur, wenn wir jetzt beim Leitungsneubau für das anstehende Jahrhundert auch die Chance nutzen, gleichzeitig einen Paradigmenwechsel über die Hoheit der neuen Kabelnetze einzuläuten. Weg vom Telekom-Monopol hin zu kommunalen Kabelnetzen", ist seine Parole. Er verspricht sich vom Pfaffenhofener Kooperations-Konzept Signalwirkung auch für andere Landkreise.
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