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Fachtag in Herzogsägmühle: "Zukunft Europa - mit IdA neue Wege gehen"

Redner beim Fachtag in Herzosägmühle (von links): Landrat des LK Weilheim Schongau Dr. Zeller, Frau Jürgens BMFA, Patricia Montbrun (BCA Jobcenter Landsberg), Klaus Barthel (Geschäftsführer Entwicklungspartnerschaft Allgäu-Oberland), Herzogsägmühle), Margarete Winnichner (stellv. Geschäftsführerin Diakonisches Werk Traunstein), Rosa Hochschwarzer Geschäftsführerin Frau und Beruf GmbH und Andreas Kurz (Bereichsleitung Menschen in besonderen Lebenslagen, Herzogsägmühle).
 
Gut besucht war der Fachtag "Zukunft Europa - mit IdA neue Wege gehen" in der Herzogsägmüle.
Peiting: Deckerhalle in Herzogsägmühle | Einen Fachtag mit dem Titel "Zukunft Europa - mit IdA neue Wege gehen" veranstaltete jetzt die Entwicklungspartnerschaft Allgäu-Oberland in der Diakonie Herzogsägmühle Peiting. IdA – Integration durch Austausch – heißt das bis 2013 bundesweit geförderte Programm zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungschancen von benachteiligten jungen Menschen.

Lebendig und lebensnah präsentierten die transnationalen Programm-Partner aus Griechenland, Slowenien, Spanien, Tschechien und Österreich die gelungene Umsetzung vor Ort. Mechthild Jürgens vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Projektkoordinatorin des Europäischen Sozialfonds konnte ein positives Fazit ziehen: nach einem vierwöchigen Auslandspraktikum wechselten 50 Prozent der Teilnehmer in Arbeit oder begannen eine Berufsausbildung.

Das Problem beschreibt die Studie und DGB-Expertise „Generation abgehängt“ vom August 2012. Andreas Kurz, Bereichsleiter Herzogsägmühle, zitierte daraus und stellte anschließend fest, dass die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland die jungen Menschen ohne Berufsabschluss nicht erreichen konnte. Die Quote stagnierte demzufolge seit 1996 bei rund 15 Prozent und betreffe 2,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss. Erst Programme wie IdA erbrachten in dieser Hinsicht Bewegung.

Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss werden durch IdA erreicht. Erstmals konzipierte beispielsweise die Frau und Beruf GmbH einen Auslandsaufenthalt mit dem Angebot einer Kinderbetreuung, so dass auch junge Alleinerziehende mit ihren Kindern teilnehmen konnten. Sie reisten nach Kreta, um in der Gastronomie, im Handel oder im Gesundheitswesen zu arbeiten. Ein großes Abenteuer! Rosa Hochschwarzer, Geschäftsführerin der Frau und Beruf GmbH, skizzierte ein Modellprojekt voller Herausforderungen, aber berichtete auch über beachtliche Erfolge.

Mechthild Jürgens vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erläuterte die Konditionen. Ihren Ausführungen zufolge gibt es bundesweit 114 Projektverbünde mit einem Finanzvolumen von 120 Millionen Euro. Finanziert wird das Programm aus Mitteln des ESF Europäische Sozialfonds und Mitteln des BMAS Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Einen Gewinn durch das IdA-Programm erkennt auch Anette Farrenkopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Weilheim-Schongau, zumal die vielfältigen bestehenden Angebote manchmal einfach nicht greifen wollen. „Wir sollten jede Chance nutzen, um junge Menschen in Arbeit zu vermitteln,“ plädierte sie in der Hoffnung, dass künftig keine Jugendlichen mehr verloren gehen. Diesen Aspekt unterstrich auch Heidi Holzhauser, Beauftragte für Chancengleichheit von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und sprach sich ausdrücklich für eine Fortführung des Programms aus.

Klaus Barthel, Geschäftsführer der Entwicklungspartnerschaft Allgäu-Oberland gGmbH fasste zusammen: „Junge Erwachsene gewinnen Berufserfahrungen im Ausland, wodurch sich berufliche und persönliche Kompetenzen erweitern. Ein Auslandsaufenthalt ist demnach weniger eine Belohnung, sondern vielmehr ein wirksames beschäftigungspolitisches Instrument.“

Die Projektkoordinatorin im BMAS, Mechthild Jürgens bedankte sich nicht zuletzt auch bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den regionalen Jobcentern und stellte weitere Fördermittel in Aussicht.
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