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Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt

- Erfolg der Großen -

PAZ vom 28.10.2010

Lieber Herr Matthias Koch,


man muss als Mensch erst groß werden, um zu lernen. Bei den Großen spielt der kleine Mann nur eine Nebenrolle. Die hingegen kriegen sich schnell in die Wolle, wenn es darum geht, wer sich als Kollege/in bei der Arbeit die Beine in den Bauch steht. Schnell wird der Chef hinzugezogen, und der Betreffende oder die Betreffende zählt zu den Arbeitslosen. Zurück bleiben, die nicht einmal für einen Mindestlohn noch richtig Malochen. Der zuständige Betriebsrat hält sich an das betriebsbedingte Abkommen, Faulenzer verursachen nur unnötige Personalkosten. Und so hatte sich der damalige Bundeskanzler Schröder dazu entschlossen, für Lehrer sei die Schule geschlossen, wenn sie den Schülern/innen beibringen. Ein später beruflicher Erfolg wird nur dann gelingen, wenn sie auf ein großzügiges Angebot auf dem Arbeitsmarkt verzichten, ihre Bewerbungen nur auf Großunternehmen auszurichten. Hier sei der Mensch nur eine Nummer, und schon jetzt bereite der dortige berufliche Aufstieg vielen Kummer. In Großraumbüros gebe es die totale Kontrolle, doch der Abteilungsleiter erweist sich als faule Socke. Die Lagerarbeiter einer großen Lebensmittelkette werden gar nicht erst gefragt, wer hier nicht richtig anpackt, bekommt vom Chef gesagt, werd bloss entschieden besser, sonst war deine Einstellung ein großer Fehler. Draußen warten viele fleißige zukünftige Arbeitnehmer, auf einen nicht so großzügigen Arbeitgeber.

Unter der großen Koalition mit SPD und CDU wurde nicht entschieden, die Arbeitswelt zu Humanisieren. Wer auf dem Arbeitsmarkt gleichzeitig den beruflichen Erfolg suchte, landete zunächst in einer Arbeitsbeschaffungsgruppe. Ein Großreinemachen in der Arbeitslosenstatistik bewirkten, nun gibt es nur noch Menschen mit einem ausgeprägten Arbeitswillen. Die wie zu Großmutters Zeiten schwer Arbeiten.

Im großen und ganzen, kann sich nun die Erwerbslosenzahlen sehen lassen. Gut 41 Millionen Arbeitnehmer die sich am wirtschaftlichen Aufschwung beteiligen. Nicht aber die großen beiden Volksparteien, sondern Menschen die um jeden Preis arbeiten. Auch einer Frau von der Leyen werden Arbeitslose schreiben, wir wollen mitarbeiten und beweisen. Was wir als kleine Leute leisten, muss auch zum Leben reichen.

Gruß
Lothar Assmann
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