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O – ab in die Tonne! O – der in den Sack?

Ab damit in die Tonne ... auf diese Weise müffelt dann der Wertstoff im gelben Sack mindestens 4 Wochen vor sich hin. Wenn das nicht nach ökologischem Fortschritt riecht!
Tja, wer hätte das gedacht? Nun wird also fast die ganze Region Hannover per Ordre de Mufti aha! zur Versuchsregion erklärt. Bereits in Ütze hatten die Bewohner, ob sie wollten oder nicht, die Vorzüge der sog. O-Tonne in vollen Zügen auskosten dürfen. Und, man höre und staune, so annähernd um die 50% (also vermutlich weniger) hätten es tatsächlich geschafft, Ihre Wertstofftonne einmal im Monat vor die Haustür zu stellen.

Darüber, ob die Tonne dann auch voll gewesen sei, gab es erstaunlicher Weise keine Angaben. Und die Anderen? Haben die auf Dauer womöglich nie so viele Wertstoffe, dass sie die Tonne jemals voll kriegen. Oder fahren die etwa immer noch zum Wertstoffhof ihres Vertrauens, um dort zugleich ihren Elektroschrott, ihre Altkleider (sind ja wohl auch Wertstoffe) und das restliche Gedöns, wie z.B. Grünabfälle, Bauschutt und Sperrmüll zu entsorgen? Und zwar ganz nach individuellem Bedarf?!

Ein paar Fragen liebe Frau Sülter: Was hat denn wohl die Erstinvestition gekostet? (Werbebroschüre siehe Foto, Kauf von einigen tausend O-Tonnen, Sonderfahrten für die Verteilung, Erstellung von Abfuhrplänen, Personal etc. ...) Und wer bezahlt diese ach so selbstlose Investition? Und ab wann armortisiert die sich wohl, wenn noch nicht einmal 50% der Haushalte die Segnungen dieser tollen Idee regelmäßig und abfuhrgerecht annehmen wollen? Ab wann wird dieser wirklich tolle umweltfreundliche Service, der ja überhaupt keine Kosten verursacht, wohl nicht mehr kostenlos sein?

Immer wieder haben die Regionsbürger mehrheitlich für die Beibehaltung der Sackabfuhr gestimmt. Die sind wohl einfach nicht einsichtig genug. Also funktioniert das ganze nach dem Motto: Und bist Du nicht willig, so brauch' ich Gewalt! Muss doch möglich sein, diesen Deppen vom Lande beizubringen, dass die Sackabfuhr nicht mehr zeitgemäß ist und vor allem: dass die O-Tonne wirklich viel schicker ist und überhaupt ...

Fest steht jedenfalls: Die O-Tonne als solche ist nur ein weiteres Vehikel, mit dem sich am leichtesten die verbrauchsunabhängige !!! Entsorgungsgebühr durchsetzen lässt. Steigt die Abfuhrtonnage - steigt die Müllabfuhrgebühr. Fällt die Abfuhrtonnage - steigt die Müllabfuhrgebühr. Das ist wie beim Ölpreis und Benzinpreis! Die Logik ist bestechend. Im Interesse von Müllvermeidung und Resourcenschonung ist sie allerdings eher kontraproduktiv.

Un heff ick ok ne Tonne, dat is mi keene Wonne!
na swatten, bluen, gälen Sack da stellt mi da ahasch Pack
nu ok noch nen bluen un oranschen Kasten
för Weerdstoff an min Dörn
as wenn't nich genauch al weern.
tau'n Weerdstoffhoff da mot ich födder hasten!

So seggt de ole Gatze un packt sick anne Glatze!

In diesem O-Sinne besorgte O-Grüße aus dem gefährdeten O-Biotop der O-Sackabfuhr
von Wilhelm O. Luchtmannsheinrich
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