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Windräder und Vogelwelt

Umstritten
Pattensen: Feldflur | Es gibt erschreckende Meldungen. Ein Seeadler, der am Steinhuder Meer von einem Windrad erfasst und getötet worden ist. Rote Milane, die in Mecklenburg von Windrädern getroffen wurden, Fledermäuse, die zu Opfern wurden…
Und bei uns?

Die Windräder bei Pattensen und im Landkreis Hildesheim (Harsum) werden von uns seit 1998 kontrolliert. Erfahrungen haben wir seit 20 Jahren, als die ersten Windräder im Harz bei Clausthal-Zellerfeld gebaut wurden.

Auch wir haben Reste von toten Vögeln gefunden. etwa junge Lerchen. Doch die waren noch nicht flugfähig, die Federn noch nicht ausreichend ausgebildet. Es waren wohl Opfer des Turmfalken. Dagegen gibt es Hinweise von Fachleuten (?), die darauf aufmerksam machen, dass wir bei den Kontrollen viel zu spät kommen: der Fuchs habe die Opfer schon längst beiseite geschafft. Sind nicht gefundene Opfer ein Beweis für die Schädlichkeit der Windräder in der ausgeräumten Landschaft des Calenberger Landes?

Wir haben dank der Firma „windwärts“ andere Erfahrungen gemacht. Gern ist man auf unsere Wünsche eingegangen. Man hat Nistkästen für Turmfalken aufgehängt. Schon 14 Tage später waren beide vom Turmfalken besetzt. Seitdem brüten sie dort erfolgreich. Und selbst eine Rabenkrähe konnte neben dem Falken ihr eigenes Nest bauen. Beide Vogelarten, die sich sonst spinnefeind sein, konnten ihre Jungen erfolgreich aufziehen.

Einen Versuch haben wir unternommen: 10 Nistkästen für Mauersegler wurden an einem Windrad aufgehängt. Durch die Wärmedämmung in den Städten verliert der Segler ja immer mehr Nistgelegenheiten. Noch sind die Mauersegler nicht da, aber ein Versuch ist es wert. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Der Segler brütet ja auch in Spechthöhlen am Waldrand. Dafür hat ein Feldsperling einen Nistkasten besetzt. Er brütet seit mehreren Jahren dort. Ihn hat wohl auch angelockt, dass neben dem Windrad einige Büsche gepflanzt worden sind.

An den Zufahrtswegen zu den Windrädern wachsen Wildkräuter. Diese haben Hasen und Rebhühner angelockt, die dort anzutreffen sind. Zumindest in einem Jahr hat man die richtige Bepflanzung am Fuß eines Windrades gefunden: in Scharen haben sich Grashüpfer, Hummeln und andere Insekten anlocken lassen, so viele wie an keinem Feldwegrand.

Die Ausgleichsflächen der Firma „windwärts“ haben ebenfalls zur Artenvielfalt beigetragen. Darüber mehr in einem weiteren Bericht. Wir sind der Firma dafür dankbar, dass sie unsere Anregungen bereitwillig aufgegriffen haben. Wenn Sie anderer Ansicht sind, schreiben Sie uns.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 21.08.2012 | 21:12  
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