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Tansania: Die Freude wiegt jedes Engagement bei weitem auf!

Ursula und Reinhard Friedrich bei der Vorbereitung ihres Vortrags im Pfarrhaus Eldagsen
 
Die bisher ausgebildeten etwa 145 Evangelisten treffen sich mit der Kirchenleitung (Quelle: Ehepaar Friedrich)
Vom 21. Mai bis 8. Juni 2008 wird der Kirchenkreis Laatzen-Springe Besuch aus seinem Partnerkirchenkreis Wotta in Tansania erhalten.

Zur Vorbereitung des Besuches aus unserem Partnerkirchenkreis Wotta in Tansania war am 03. März das Ehepaar Ursula und Reinhard Friedrich in Eldagsen zu Gast und berichteten von ihrer Arbeit in Tansania.

Ihre Arbeit besteht seit 14 Jahren in der Ausbildung von Evangelisten, berichtete zunächst Reinhard Friedrich. Evangelisten sind engagierte und motivierte Laien aus den Dörfern des Kirchenkreises Wotta. Sie leiten ehrenamtlich Gottesdienste, Bibelstunden, auch Besuchsdienste und organisieren das christliche Leben in ihrem Dorf. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie selber als Bauern, Händler oder Handwerker. Denn im ganzen Kirchenkreis gibt es außer dem Superintendenten nur drei Pastoren. Die Gemeinden in den Dörfern sind auf ihre engagierten Laien, die Evangelisten, angewiesen.

Das Ehepaar Friedrich leitet im Kirchenkreis Wotta die dreimal dreijährige Ausbildung der Evangelisten nach dem TEE-System (theological education by extension), an deren Ende eine Zertifizierung steht und für einige wenige die Möglichkeit, dann in den Dienst eines Pastoren berufen zu werden. Der Kirchenkreis Laatzen-Springe unterstützt diese Ausbildung.
Regelmäßig in der heißen Trockenzeit trifft sich das Ehepaar Friedrich an verschiedenen Orten des Kirchenkreises Wotta mit den verschiedenen Gruppen Ehrenamtlicher zu Fünf-Tages-Seminaren. Das Reisen zu den Seminaren ist beschwerlich. Der Kirchenkreis Wotta ist gebirgig und es gibt keine festen Straßen. Da in der Regenzeit die Straßen oft völlig unpassierbar sind, können diese Kurse nur in der Trockenzeit stattfinden. Es motiviert, berichtet Reinhard Friedrich, zu sehen, wie fröhlich die Menschen unter den schwierigen Lebensbedingungen hoch motiviert und engagiert für ihre Ausbildung arbeiten. Die Freude wiegt jedes Engagement und jede Hilfe bei weitem auf!

Frau Ursula Friedrich erzählte anschließend über das Land und die Lebensbedingungen der Menschen. Es gibt etwa 20.000 lutherische Christen in der Dodoma-Region, zu der der Kirchenkreis Wotta gehört. Daneben gibt es auch die katholische Kirche und viele erweckliche und pfingstlerische Gruppen. Und obwohl es auf den Märkten in der Stadt Dodoma alles zu kaufen gibt, ist es nicht möglich, die Verteilung von Geldern und Möglichkeiten so zu organisieren, wie Europäer es sich vorstellen. Es kommt immer zu wenig ganz unten und auf dem Lande an. In der Stadt sieht man wohlgenährte Menschen. Im ländlichen Kirchenkreis Wotta sind die Menschen meist hager und es gibt Zeiten, in denen das Essen dort knapp ist. Ein Sprichwort sagt: „Wer neben einer Kuh steht, der melkt sie auch!“ Deshalb muss Hilfe sehr gezielt gegeben werden.
Die Menschen sind freundlich und offen. Überall lassen sie sich gern auf den christlichen Glauben ansprechen. Sie versammeln sich dann dort, wo es möglich ist, als größere Gemeinschaft zu Gottesdiensten zusammen zu kommen. Besonders die Kirchen unter einem großen Baum, wie sie zum Beispiel bei den Massai eingerichtet werden, sehen wir Europäer gern mit romantisch verklärtem Blick. Aber Afrikaner empfinden es nicht als romantisch, wenn sie während eines langen Gottesdienstes ständig mit dem Schatten mitwandern müssen oder sich mangels entsprechender Räume in der Regenzeit überhaupt nicht treffen können. Die Menschen sind da in den Gemeinden. Die Menschen sind ihnen das Wichtigste. Und ihre Gemeinde und Gemeinschaft pflegen sie. An zweiter Stelle wünschen sich die Gemeinden aber an vielen Orten Kirchengebäude. Mit vereinte Kräften und mit eigenen Mitteln bauen sie ihr Kirchengebäude aus Lehmziegeln auf, sobald sie wissen, dass ihre Arbeit nicht umsonst sein wird, weil ein wetterfestes Wellblechdach ihre Kirche lange Zeit zuverlässig abdecken wird. Solch ein Wellblechdach, das sich eine Gemeinde meist nicht selber kaufen kann, wird über den Kirchenkreis Laatzen-Springe finanziert.

Das Leben ist ein Weg mit einem hoffungsvollen Ziel in Jesus Christus. Die Menschen im Kirchenkreis Wotta wissen das und brauchen diese Hoffnung auch für ihren beschwerlichen Alltag. Die Partnerschaft zum Kirchekreis Laatzen-Springe macht diese Hoffnung stark. Und die Freude der Menschen darüber wiegt jedes Engagement bei weitem auf.
Seit 14 Jahren arbeitet das Ehepaar Friedrich in Tansania. Seit Reinhard Friedrich 2002 pensioniert wurde, leben und arbeiten sie während eines ausgedehnten Sommerhalbjahres dort und das knappe Winterhalbjahr hier in Deutschland. Drei Jahre wollen sie die Ausbildung der Evangelisten noch begleiten, bis sie einen weiteren Kurs zu Ende gebracht haben.

Pastor Schoppe dankte abschließend dem Ehepaar für den eindrücklichen Abend.

Uwe Büttner,
Öffentlichkeitsbeauftragter im Kirchenkreis Laatzen-Springe
Ev.-luth. Kirchenkreis Laatzen-Springe - Corvinusplatz 2 - 30982 Pattensen
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