Anzeige

Die Küsterin oder der Küster werden an jeder Kirche unbedingt gebraucht.

Superintendent Brandes (rechts) und Küster Michael Hartmann (2. von rechts) begrüßen die Küsterinnen und Küster sowie die Gäste im Konferenzraum der Superintendentur in Pattensen.
 
Neben sorgenvollen Fragen nach der Zukunft der Stellen und anderen schwierigen Themen gab es auch ein leckeres Frühstück
Darin waren sich die Küsterinnen und Küster des Kirchenkreises und Superintendent Brandes sofort einig.

Etwa die Hälfte der 26 Küsterinnen und Küster an den Kirchen des Kirchenkreises konnten am Vormittag des 28. März an dem Jahrestreffen teilnehmen, zu dem der Obmann und Sprecher der Küsterinnen und Küster unseres Kirchenkreises, Herr Michael Hartmann, Küster an der St.-Lucas-Kirche in Pattensen nach einer Pause von zwei Jahren wieder eingeladen hatte.
.
Auch Frau Ita Buddensieck, die Küstervertrauensfrau im Sprengel Hannover, Herr Rüdiger Busch als Fachberater und Vertreter der Küstervereinigung sowie Herr Henning Schlüse, Beauftragter für Pfarramtssekretärinnen und Pfarramtssekretäre sowie für die Küsterarbeit im „Haus kirchlicher Dienste“ der Landeskirche in Hannover nahmen an diesem Treffen teil.
Auf die Sorge der Küsterinnen und Küster um ihre Stellen und den Bestand ihrer Kirchengemeinden unter den Vorgaben der notwendigen Einsparungen und Umstrukturierungen ging Superintendent Brandes in seinem einleitenden Vortrag ein. Er konnte die beruhigende Nachricht weitergeben, dass bis 2012 die Mittelzuweisungen an die Gemeinden gleich bleiben werden, und keine Einschnitte im Bestand der Küsterstellen zu erwarten sind. Auch muss um den Bestand der Kirchengemeinden nicht gebangt werden, solange die Gemeindegliederzahl nicht unter 1000 fällt. Die aktuell notwendigen Einsparungen im Personalbestand der Gemeinden des Kirchenkreises sind bereits umgesetzt oder in die Wege geleitet. Wie es mit den fortschreitenden Einsparungen ab 2012 weitergehen soll, muss jetzt überlegt und in die Wege geleitet werden, um keine unnötigen Härten entstehen zu lassen.
.
Die Küsterinnen und Küster in den Gemeinden des Kirchenkreises sind hoch motiviert. Ihre Arbeit macht Ihnen Spaß und bereichert ihr Leben.
Küster sind Spezialisten und Kulturträger vor Ort. Die Beratung von Brautpaaren oder Tauffamilien bei dem angemessenen Schmuck der Kirche für ihr Fest, sowie das Wissen über die liturgisch richtige Ausgestaltung der Gottesdienste entsprechend der Traditionen und Möglichkeiten speziell „ihrer Kirche“ setzen großes „Know How“ und hohe Verlässlichkeit voraus. Ihre Arbeit gewinnt dort weiter an Bedeutung, wo kein Pastor, keine Pastorin mehr vor Ort in der Gemeinde wohnt und Küsterinnen damit schnell die einzigen verlässlich ansprechbaren Vertreter der Kirche vor Ort sind.
Die Sorge um den technischen Zustand und die Sauberkeit der Kirche sowie das Anzünden der Kerzen vor dem Gottesdienst ist zeitlich zwar aufwendig, aber inhaltlich nur der kleinere Teil der Aufgaben.
Eine strukturelle Zusammenfassung von Küsterstellen verschiedener Kirchen, wie sie in theoretischen Überlegungen vorgeschlagen wird, ist wegen der hohen Spezialisierung auf die „eigene Kirche“ und der nicht vermeidbaren Überschneidungen von Gottesdienstzeiten nicht möglich. Auch wenn die meisten Küsterstellen nur wenige bezahlte Wochenstunden umfassen, wird es aus den angeführten Gründen nicht sinnvoll sein, daraus attraktive halbe Stellen oder gar Vollerwerbsstellen zu machen. Um die Wertschätzung, die Verlässlichkeit und das „Know How“ der Küster für „Ihre Kirche“ zu erhalten, plädierte Superintendent Brandes dafür, Küsterstellen nicht im allgemeinen Einsparungsfieber in ehrenamtliche Stellen umzuwandeln. Darunter würden Qualität und Verlässlichkeit sehr schnell leiden, wie mache Erfahrung zeigt. Der Fachberater, Herr Busch plädierte sogar dafür, die Küsterstellen durch Stundenanteile für Reinigung, Hausmeisterarbeit und Grundstückspflege soweit aufzuwerten, dass sie zu attraktiven Teilzeitstellen werden, um sie auch in Zukunft mit engagierten Leuten gut besetzen zu können.
Auch die aktuellen Sorgen der Küsterinnen und Küster kamen zur Sprache. Dabei stellte sich heraus, dass der Mehrzahl der Küsterinnen und Küster klare Arbeitsplatzbeschreibungen fehlen, aus denen auch die Prioritäten in den vielfältigen Küsteraufgaben ablesbar sind. Kirchenvorstände als Arbeitgeber berücksichtigen ab und zu die Menge der Aufgaben ihrer Küsterin, ihres Küsters nicht genügend und gehen zu schnell davon aus, dass diese kleine Sache oder jene kleine Tätigkeit „auch noch mal eben mit“ erledigt werden könnte. Dadurch bläht sich die Arbeitszeit dann sehr auf. Daneben werden Küsterinnen und Küstern immer wieder ganz selbstverständlich Aufräumarbeiten nach Veranstaltungen oder die Reinigung von Kirchplätzen und Außenanlagen (z.B. bei Schneefall am Sonntagmorgen) überlassen, auch wenn diese Tätigkeiten nicht zu ihren Aufgaben gehören. Deshalb wurde verabredet, gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises genauere Arbeitsplatzbeschreibungen anzustreben. Klare Aufgabenbeschreibungen beseitigen viele Unzufriedenheiten, die derzeit immer wieder entstehen.
Aber auch, wenn solche Probleme den Dienst ab und zu beschweren und ihn weit über die bezahlte Arbeitszeit hinaus ausdehnen, den Küsterinnen und Küstern unseres Kirchenkreises liegt ihr Dienst und ihre Arbeit sehr am Herzen. Und sie bringen ihr Herz mit ein, im ganz normalen Sonntagsgottesdienst und bei jeder größeren Veranstaltung ihrer Gemeinde.

Uwe Büttner,
Öffentlichkeitsbeauftragter
im Kirchenkreis Laatzen-Springe
Ev.-luth. Kirchenkreis Laatzen-Springe - Corvinusplatz 2 - 30982 Pattensen
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.