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Der Paderborner Dom

Paderborn: Dom zu Paderborn | Die Begegnung des Papstes Leo III (795 mit 816) war Grund genug für Kaiser Karl dem Großen (768 - 814), 799 an den Quellen der Pader ein Bistum zu errichten und eine Domkirche zu erbauen. Hans-Josef Becker ist der heutige Bischof von Paderborn. Er ist damit der 65. Nachfolge von Bischof Hathmar und der vierte Erzbischof von Paderborn.

Der Dom ist in den Jahren 1215 - 1280 in seiner heutigen Form entstanden Er ist 104 Meter lang und ohne die Seitenkapellen 31,5 Meter breit. Die Höhe des Turmes beträgt 93 Meter. Im Turm hängen sechs Stahlgußglocken des Bochumer Vereins aus dem Jahre 1950.

Das Paradiesportal stammt in seiner jetzigen Form aus dem 13. Jahrhundert. Die Patrone des Domes - Maria mit dem Kinde auf der Mittelsäule des Portals sowie die heiligen Bischöfe Liborius (verstorben um 397) und Kilian (verstorben um 689) - sind hier als spätromanische Holzplastiken zu sehen.

An den Portalgewänden gibt es sechs Apostel. Petrus mit dem gelockten Haar, Paulus mit der hohen Stirn, Jakobus mit der Muschel und der bartlose Johannes sind hier zu erkennen. Rechts befindet sich die hl. Märtyrerin Katharina von Alexandrien. Sie verstarb zu Beginn des 4. Jahrhunderts. Es hat bei ihr schon einen SInn, daß sich der heidnische Kaiser Maxentius zu ihren Füßen befindet. Er dient als Zeichen für den Sieg des Glaubens über das Heidentum. An der linken Seite steht Bischof Julian; er starb vor dem Jahre 350. Er ist der erste Bischof von Le Mans und Vorgänger des hl. Liborius.

H. G. Bücker, der aus Vellern stammt, gestaltete den Altarraum neu. Die Altarweihe fand 1982 statt. Am rechten Pfeiler zeigt ein Alabasterrelief aus dem Jahre 1360 die Anbeutung der Drei Könige. Das Relief stammt aus der englischen Stadt Nottingham. Am linken Pfeiler gibt es eine Johannesschüssel; dies das letzte spätgotische Werk des Domes aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts.

Im Hochchor verzieren Holzplastiken mit Heiligen oder bedeutenden historischen Persönlichkeiten aus Paderborn bzw. aus dem Bistum Magdeburg die Rückwänder der Sitze des Chorgestühls. Und das nicht umsonst. Das Bischöfliche Amt Magdeburg gehörte von 1821 bis 1994 zum Erzbistum Paderborn. Vor dem spätgotischen Reliquienaltar steht ein Tabernakel mit acht alttestamentlichen Darstellungen, die schon in den ersten christlichen Jahrhunderten in Beziehung zur Eucharistie gesehen wurden. H. G. Bücker schuf Tabernakel und Holzplastiken.

Im südlichen Querschiff steht auf einem größeren Altarretabel der ursprüngliche Kreuzaltar von Heinrich Gröninger (um 1578 - 1631). Er stammt aus dem Jahre 1603. Daneben gibt es Figuren von Kaiser Heinrich II (1002 - 1024) und seiner Frau Kunigunde, die 1002 im Dom zur Königin gekrönt wurde.

Im südlichen Joch gibt es den 1924 geschaffenen Taufstein. Ihm umgibt die im Jahre 1629 vom damaligen Domprobst Arnold von Horst (1590 - 1630) gestiftete und von Gerhard Gröninger (um 1582 - 1652) im Stile des Manierismus gestaltete Taufschranke. Hier stehen die zwölf Apostel.

Das Grabmal des Fürstbischofs Dietrich (Theodor) von Fürstenberg (1585 - 1618) liegt neben den Roten Pforte, die 17,87 Meter hoch ist und wurde von Heinrich Gröninger in den Jahren 1616 - 1622 geschaffen. Er ist auch derjenige, der die Apostelfiguren an den Pfeilern des Langhauses geschaffen hat.

Die Kanzel wurde im Jahre 1736 zur 900-Jahr-Feier der Übertragung der Reliquien des hl. Liborius von den Brüdern Fürstenberg gestiftet.

Die Pieta in der Pfeilernische gegenüber stammt aus dem Jahre 1360, die im Mittelschiff hängende Doppelmadonna aus der Zeit um 1480.

Im Jahre 836 wurden die Reliquien des hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn übertragen. Das Liboriusgrab befindet sich in der Krypta unter dem Altar, der Liborischrein in der Domschatzkammer des Diözesanmuseums.

Die Seitenkapellen entstanden in der Zeit vom 14. - 18. Jahrhundert. Von den 65 verstorbenen Bischöfen des Bistums haben 30 ihre letzte Ruhestätte im Hohen Dom gefunden. Die drei Erzbischöfe sind in der Bischofsgruft der Krypta beerdigt.

Ein Besuch des Domes lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn der Dom eine Touristenattraktion ist und daher durch das rege Kommen und Gehen ein gewisser Betrieb vorhanden ist.

Der Dom ist durchaus sehenswert mit seinem Stuck, der Glasmalerei, den Heiligenstandbildern, der vergoldeten Deckelkanzel und den prächtigen Seitenkapellen. Die Kirche wirkt gleichzeitig dezent und doch auch überladen. Der Kreuzweg, den es in vielen Kirchen weg und das Leiden Jesu veranschaulichen soll, gibt es in der Krypta.
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