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Fehlender Briefkasten bereitet Probleme

Insbesondere in kleineren Ortschaften sind solche Einwurfkästen der Deutschen Post nicht mehr vorhanden.
Osterfeld: Verbandsgemeinde Wethautal (Hauptverwaltung) | Das Versenden von Briefen ist heutzutage ein leichtes Unterfangen: Marke drauf und ab damit zur nächsten gelben Box. Doch für die Einwohner des Ortsteils Kleingestewitz in der Gemeinde Molauer Land ist dies leichter gesagt als getan, sucht man dort schließlich vergebens nach einem Briefkasten der Deutschen Post.

„Der wurde bereits in den 90-er Jahren wegrationalisiert“, berichtet Hans-Jürgen Häßler zur jüngsten Sitzung des Senioren- und Behindertenbeirats der Verbandsgemeinde. Zwar bestünde die Möglichkeit, Schreiben den Postfahrern mitzugeben, aber die halten nicht täglich oder rasen so schnell weiter, dass dies insbesondere für ältere Menschen keine Lösung ist, moniert Häßler. Bliebe noch der Weg in die Nachbarorte Crauschwitz oder Leislau: Zu Fuß schon für viele Senioren ein Problem und die Fahrt mit dem eigenen PKW oder gar die Nutzung der täglich nur wenig fahrenden öffentlichen Verkehrsmittel ist dann doch ein zu großer Aufwand, der hier betrieben werden müsste.

Der nicht vorhandene Briefkasten sorgt noch für ganz andere Schwierigkeiten. So etwa zur anstehenden Landtagswahl: „Viele Senioren haben überhaupt kein Interesse, sich an der Wahl zu beteiligen“, berichtet Häßler. Politikverdrossenheit sei das eine, der Weg zum Leislauer Wahlbüro das andere. Briefwahl wäre doch eine Option, aber: „Wo sollen wir denn die Wahlunterlagen reinwerfen, wenn kein Briefkasten vorhanden ist?“ Eine berechtigte Frage.

Das ist nur eines mehrerer Probleme älterer Menschen, die besprochen wurden. So ist die haus– und fachärztliche Versorgung im Wethautal weiterhin wenig zufriedenstellend. Immerhin lässt die Niederlassung einer Ärztin in Osterfeld noch in diesem Jahr hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. Wie der Vorsitzende des Verbandsgemeinderats, Wolfgang Börner, mitteilte, folgt 2013 wahrscheinlich noch ein weiterer Arzt. In den nächsten Wochen läuft zudem ein Modelltest in Dörfern des Wethautals an, das die zu DDR-Zeiten bekannte „Gemeindeschwester“ wieder aufleben lässt. Des Weiteren versprach Bürgermeisterin Kerstin Beckmann, sich für Osterfeld als medizinisches Versorgungszentrum in der Verbandsgemeinde stark zu machen. Bezüglich der Behindertenarbeit regte Karl-Joachim Krüger an, vermehrt integrative Einrichtungen zu schaffen, zum Beispiel Kindertagesstätten, die sowohl von Kindern mit, als auch solchen ohne Behinderung gemeinsam besucht werden.

Verabredet wurde noch ein Arbeitskonzept für die nächsten Monate, das zur besseren Bekanntschaft des Gremiums im Wethautal beitragen soll. In den kommenden Wochen folgen dazu Besuche in mehreren Seniorentreffs der Umgebung. Außerdem soll demnächst für Anfragen seitens älterer Bürger eine Telefonsprechstunde eingerichtet werden.
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