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NABU zeichnet schwalbenfreundlichen Betrieb aus

Vier junge Rauchschwalben kurz vor dem Flüggewerden
Ortenberg: Nabu Ortenberg "Haus an den Salzwiesen" | 21 Nester mit Rauchschwalben - das ist wirklich außergewöhnlich in unserer heutigen Zeit! Doch auf dem Hof von Bernd Hofmann in Ortenberg ist das Realität. Der leidenschaftliche Pferdebesitzer hat viel übrig für die eleganten Vögel und so nisten in fast allen seinen Pferdeställen seltene Rauchschwalben. "Vor 30 Jahren, als die früheren Werkhallen zu Pferdeställen umfunktioniert wurden, zogen sofort auch Rauchschwalben ein" so Hofmann. Die Population ist seitdem stabil hoch, auch in diesem Jahr sind viele Jungvögel auf seinem Hof groß geworden. Einige Nester sind jetzt im August immer noch besetzt mit Jungvögeln, die noch eifrig gefüttert werden von den Alttieren.

Dietmar Wäß vom NABU Ortenberg zeichnete den schwalbenfreundlichen Betrieb nun aus. Eine besondere NABU-Plakette, eine Urkunde und Infomaterial zu Schwalben wurde Bernd Hofmann übergeben. "Diese außergewöhnliche Leistung und Toleranz gegenüber den Tieren muss belohnt werden", so Wäß.

Kaum ein Vogel vereint so viel menschliche Sympathie auf sich wie die Schwalbe. Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Und dennoch gehen die Bestände von Mehl- und Rauchschwalbe seit Jahren zurück. Wesentliche Ursachen dafür sind fehlende Nistmöglichkeiten sowie ein Mangel an geeignetem Material für den Nestbau.
Rauchschwalben sind von ihren Verwandten durch die langen Schwanzspieße und eine braunrote Färbung von Kehle und Stirn gut zu unterscheiden. Früher bauten sie ihre Nester gerne an offenen Kaminen oder Rauchfängen, daher der Name. Doch längst bevorzugen Rauchschwalben Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Leider bleiben die notwendigen Einflugluken nach Renovierungen zunehmend verschlossen oder sind bei Neubauten gar nicht erst vorhanden - insofern muss die Rauchschwalbe als Modernisierungsverlierer gelten.

Die Tiere können hier auf diesem Hof ungestört nisten. Hofmann und seine Familie mögen die Schwalben sehr, auch wenn viel Vogelkot zu Verschmutzungen der Ställe und der Boxen führt. Doch das akzeptiert der Naturfreund gerne, wohlwissend dass es im September wieder vorbei ist, wenn die Tiere ihren langen Zug nach Afrika in die Winterquartiere antreten. "Ich wurde oft von Kollegen gewarnt, dass Krankheiten vom Vogelkot auf die Pferde übertragen werden könnten", so Hofmann. "Doch noch nie sind meine Pferde davon in all den Jahren davon krank geworden".

Pferde, Hunde, Schwalben, Kinder und Erwachsene - alle leben hier auf dem Hof von Bernd Hofmann glücklich zusammen. "Und das soll auch so bleiben", so Hofmann.
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