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Fluglärm-SOS an Kinderschutzbund: Bürger fordern für Offenbach die Einhaltung der Kinderschutzrechte

Offenbach am Main: Stadtgebiet | Dauerbeschallung und eine gesunde Entwicklung von Kindern vertragen sich nicht. Ganz besonders gilt das dann, wenn Schülerinnen und Schüler schon tagsüber in den Schulen und auch zu Hause ständigem Krach von oben ausgesetzt werden und die Konzentrationsfähigkeit extrem darunter leidet.

Die Offenbacher Initiatoren der Petition „Laut gegen Fluglärm“ an den Deutschen Bundestag wollen die prognostizierte Lärmattacke auf ihre Kinder von oben nicht hinnehmen. Mitverfasser der Petition Andreas Leonhardt aus Offenbach-Bieber, Vater eines 6-jährigen Jungen: „Das Land Hessen hat durch die Ausweisung großflächiger Zonen zum Schutze vor Fluglärm über Offenbach mit der Folge von Bau- und Erweiterungsverboten von Kitas und Schulen attestiert, dass es hier zukünftig in 80% des Offenbacher Stadtgebietes – sofern die Prognosen eintreten - für Kinder und Jugendliche aufgrund der kompletten Abwicklung des Anflugverkehrs bei der vorherrschenden Betriebsrichtung West über Offenbach keine verträglichen Verhältnisse mehr geben wird. Diese besorgniserregende Entwicklung muss gestoppt werden!“

„Wenn die Politik, wie auf Bundes- und Landesebene immer wieder verkündet, tatsächlich Kinderrechte stärken und bessere Lebensbedingungen in Deutschland schaffen möchte, dann darf sie die prognostizierte Fluglärmbelastung der Großstadt Offenbach mit einem besonders hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen nicht hinnehmen“, so Frank Weber, ein weiterer Mitverfasser der Fluglärmpetition. „Wir fordern die Einhaltung der Grundrechte, wie körperliche Unversehrtheit auch für die Offenbacher Kinder ein. Das Recht der Kinder auf Gesundheit, Bildung und Erholung beschreibt die UN-Kinderrechtskonvention. Die Bundesregierung hatte dazu einen nationalen Aktionsplan für ein Kind gerechtes Deutschland aufgestellt. Nun müssen diesen formulierten Zielen Maßnahmen vor Ort erfolgen.“

Die bislang von der Hessischen Landesregierung und Fraport verkündeten aktiven Lärmschutzmaßnahmen wie die Anhebung der Anflughöhe über Offenbach um 80 Meter seien homöopathische Dosen und würden das Problem der doppelten Lärmbeschallung und Beibehaltung der Bauverbote für 94 Kitas und Schulen nicht lösen, so die Offenbacher, auch nicht das dringend erforderliche Nachtflugverbot. Die geplante Ausweitung des Westbetriebes zu Gunsten der westlichen Anrainer des Flughafens wie Flörsheim werden die Lärmpausen über Offenbach weiter reduzieren und damit die Situation hier weiter verschärfen. Gleichzeitig prognostiziert das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung der Stadt Offenbach den stärksten Zuwachs an Kindern in den nächsten Jahren in Hessen. „Das alles passt doch nicht zusammen“, meint Waltraud Falkenberg, ebenfalls Mitverfasserin der Petition und Mutter zweier Kinder: „Unseren Kindern ist die Bündelung des gesamten Landeanflugs auch tagsüber nicht mehr zuzumuten. Die Flugbewegungen über Offenbach müssen deshalb drastisch reduziert und begrenzt werden. Wir haben deshalb den Kinderschutzbund gebeten, entsprechend bei den verantwortlichen Politikern auf Bundes- und Landesebene im Sinne des Schutzes der Offenbacher Kinder zu intervenieren.“

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, Schul-, Ordnungs-, Bildungs- und Flughafendezernent der Stadt Offenbach unterstützt die Forderung der Offenbacher Bürgerinnen und Bürger: „Nirgendwo in Deutschland überquert eine so große Zahl von Fliegern großflächig eine kinderreiche Großstadt mit einer erheblichen Anzahl lärmsensibler Einrichtungen. Die Doppelbeschallung über den Offenbacher Wohngebieten verursacht einen Lärmteppich, der in Deutschland einmalig ist. Gerade für unseren Nachwuchs eine nicht hinnehmbare Situation, die sich mit der geplanten Ausweitung der Flugbewegungen von 700 auf 1.000 am Tag dramatisch verschlechtern würde!“
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