Talwärts an der Iller

Rottachsee (Foto: martin ostheimer / pixelio.de)
 
Radweg an der Iller - bei Kempten (Foto: Stefan Zerfaß / pixelio.de)
Oberstdorf: Kirchplatz | Wir beginnen unsere Reise in Oberstdorf, mitten in den Alpen, umkränzt von Nebelhorn, Schattenberg, Rubihorn und Hohem Ifen. Bequem reisen wir mit dem Zug an, Endstation ist der Kopfbahnhof Oberstdorf, wo sich Breitach, Stillach und Trettach zur Iller vereinigen. Wir werden, bevor wir uns talwärts wenden, noch drei Abstecher aufwärts machen. Wir folgen der Trettach bachaufwärts bis zum Christlsee, in einem Talkessel. Weil der See voller Quellen ist, gefriert er auch im Winter nicht zu. Dann folgen wir der Stillach stromaufwärts und erreichen Einödsbach. Gigantisch ragen nicht weit von uns entfernt die Berge schroff in die Höhe. Und zuletzt folgen wird der Stillach nach oben bis zur Grenze nach Österreich, weil wir hier auf die Breitachklamm treffen. Diese Klamm wurde im Laufe von Millionen von Jahren durch das Wasser der Breitach in den Berg gefräst. Im Winter hängen gigantische Eiszapfen hinab in die Klamm, ab und zu fließt nur ein Rinnsal unter den von der Natur erschaffenen Eiskunstwerken.

Iller oder Jller

Und so beginnt erst am nächsten Tag unsere Reise am Ursprung der Iller durch zunächst dichte Tannenwälder. Wir werden nun immer mehr uns der Zivilisation nähern, bis zum Höhepunkt Ulmer Münster, dem Abschluss unserer Reise, wo die Iller in die Donau fließt. Wer von der Stadt in die Romantik reisen will, der macht die Tour umgekehrt, von Ulm nach Oberstdorf, er muss auf dem Rad nur etwas stärker strampeln. Die Iller oder Jller hat ihren Namen aus der keltischen Sprache und es soll "Freundlichkeit" bedeuten. Immer wieder auf der Strecke können Forellen in dem glasklaren Wasser entdeckt werden. Der Fluss ist fast 150 Kilometer lang und die Tour wäre, wenn auch anstrengend, in einem Tag mit dem Fahrrad zu schaffen. Wir aber werden Station machen in Sonthofen, Immenstadt, Kempten und Memmingen. Ab Kempten nach Ulm wird die Iller mit Flössen befahren und das schon seit der Zeit der römischen Besatzung.

Von Sonthofen nach Kempten

Wir aber erreichen erstmal Sonthofen, unsere erste Station. Die Stadt liegt zu Füssen des Grünten. Außerdem war außerhalb des Ortes ein wichtiger Militärstützpunkt, der heute von der Bundeswehr genutzt wird. Wir besuchen den ökologischen Kurpark Sonthofen, und können Pflanzender Alpen sehen, die wir auf unserer Tour noch nicht finden konnten oder können gesehene Blumen klassifizieren. Unsere Tour am nächsten Tag führt nach Immenstadt. Die Berge um uns herum werden immer kleiner, nach Nebelhorn und Grünten ist der der Stuiben nur noch 1750 Meter hoch. Wir werden aber uns etwas Sport verschreiben und Sennalpe besuchen. Auch von hier haben wir neben dem Einblick in die Milchwirtschaft einen weiten Blick ins Allgäu. Keinesfalls wird die Milch mit Pipelines ins Tal geleitet. Und weiter geht es nach Kempten. Hier sind wir fast wieder in der Zivilisation, nur die Bahn fährt noch mit Diesel, weil es noch keine Elektrifizierung gibt. Wer mag, kann übrigens in Immenstadt auch abbiegen und weiterreisen zum Bodensee. Wir aber bleiben im Allgäu und schauen uns im Museum Kempten die Relikte der alten Römer an und verbringen einen Kleinkunstabend in einer der zahlreichen Galerien. Davor haben wir noch das "Schlössle" besichtigt, es wurde im Renaissancestil erbaut und beeindruckt durch seine Erker. Die Allgäuer Bergkette ist nur noch bei klarem Wetter aus der Ferne zu sehen, oft sind bis zum Mai dort die Gipfel mit Schnee bedeckt.

Ulm ist das Ziel

Auf dem Weg nach Memmingen an der Iller entlang werden dann die letzten Gipfelspitzen aus unserem Blick verschwinden. Angekommen in der mittelalterlichen Altstadt von Memmingen werden wir zwar noch viele pittoreske Strassenzüge und bemerkenswerte Stadttore und gotische Kirchen entdecken. Zwar wurden Teile der Stadt Memmingen im letzten Krieg zerstört, aber die Bauspekulation der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hat mehr alte Bausubstanz als alle Kriege vernichtet. Für wirtschaftliche Wohnhäuser und Büroräume wurden wie zum Beispiel in München auch viele alte Häuser ein Opferder Bagger. Stehengeblieben ist der mittelalterliche Marktplatz mit Rathaus und dem Steuerhaus und die älteste Kirche der Stadt: die Frauenkirche. Viele Fresken fordern uns zur Interpretation heraus, die diese Kirche verzieren. Wir verlassen am nächsten Morgen Memmingen und erreichen nun, umgeben von Äckern, die die Bergwiesen und Wälder immer mehr ersetzen Neu-Ulm. Und dann ist es nur noch ein Katzensprung über die Donau nach Württemberg: Wir sind in Ulm. Vom Ufer der Donau schauen wir auf die Mündung der Iller, die teilweise mehr Wasser bringt als die Donau selbst.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.