Strategien zur Bekämpfung von Autismus

Die Definition von Autismus ist nicht einfach, denn dabei handelt sich um verschiedene Formen von Wahrnehmungsstörungen, die dabei so unterschiedlich ausfallen können, wie die Personen selbst. Jeder ist individuell und gerade Autismus, als eine Störung der Wahrnehmung, wirkt sich auf unterschiedliche Weisen aus. Dabei ist es wichtig, die genauen Hintergründe zu kennen und auch die verschiedenen Autismus Behandlungen in Betracht zu ziehen.

Was ist Autismus?

Wird die Diagnose Autismus gestellt, gehen oft viele Auffälligkeiten voran, die dann als die tiefgreifende Entwicklungsstörung in der frühen kindlichen Entwicklung verstanden werden. Streng genommen ist Autismus keine Behinderung, wie sie in den meisten Fällen allgemein verstanden wird, sondern eine Störung der Wahrnehmung der Umwelt und der Reaktion auf Reize.

Merkmale, die Autismus ausmachten:

1. Auswirkungen auf die frühkindliche Entwicklung
Die ersten Anzeichen und Merkmale für Autismus können sich schon als Säugling oder im Kleinkindalter zeigen. Dabei treten oft Störungen im Schlafrhythmus auf, eine Störung der Nahrungsaufnahme, ein geringes Nachahmen von Vorbildern oder auch ein geringer eigener Antrieb, Neues zu entdecken.

2. Auswirkungen auf das soziale Verhalten
Viele Kinder haben Schwierigkeiten auf nonverbaler Ebene zu kommunizieren. Gerade in der Beziehung zwischen Eltern und Kind fällt genau dies oft zuerst auf. Denn durch die Störung der Wahrnehmungsverarbeitung können diese Kindern Mimik und Gestik nicht richtig deuten. Die komplette Kommunikation kann dadurch eingeschränkt werden und wirkt sich auf die emotionale Beziehung zwischen Eltern und Kind aus.

3. Eingeschränktes Interesse
Weitere auffällige Verhaltensweisen von Kindern können sich durch ein eingeschränktes Interesse an Tätigkeiten zeigen. Viele Kinder mit Autismus konzentrieren ihr Interesse auf eine Tätigkeit und führen diese mit hoher Konzentration und fast schon stereotyp immer wieder aus. Die Begeisterung für andere Spiele oder Tätigkeiten ist deutlich eingeschränkt.

Wie sich ein Autismus im Laufe des Lebens auswirken kann, lässt sich an unterschiedlichen Faktoren festmachen, aber nie genau voraussagen. Dabei spielt vor allem die Entwicklung der Sprechfähigkeit bis zum 5. Lebensjahr eine wichtige Rolle. Denn wenn diese sich bis dorthin entwickelt, können die Erfolge und die Prognosen einer Autismus Behandlung deutlich besser ausfallen. Auch andere Beeinträchtigungen wie zum Beispiel eine begleitende Epilepsie können enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben und die Möglichkeiten der Behandlung einschränken.

Welche bekannten Autismus Behandlungen gibt es?

Bei der Autismus Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten und Ansätze, die am besten immer dann funktionieren, wenn diese auf die individuellen Ansprüche und Einschränkungen des Kindes angepasst werden. Dabei ist es vor allem wichtig, die verschiedenen Bereiche und Einschränkungen zu betrachten und daran zu arbeiten. Am häufigsten konzentrieren sich die verschiedenen Autismus Behandlungen auf das soziale Verhalten, die sozialen Fähigkeiten und damit auch auf der Kommunikationsfähigkeit, die ein wichtiges Werkzeug für den sozialen Umgang ist.

Tipps für Eltern:

  • Als aller erstes ist es für Eltern wichtig, die Diagnose und die Erkrankung zu akzeptieren. Sich Vorwürfe zu machen oder gar die Schuld bei jemandem anderem zu suchen, verändert die Situation nicht und belastet zusätzlich, vor allem lasten Selbstvorwürfe und Schuldzuweisungen auf den eigenen sozialen Beziehungen zwischen Eltern und auch zwischen den Eltern und dem Kind.
  • Auch professionelle Hilfe für die Eltern selbst ist wichtig, denn ein Autismus kann sich auf die ganze Familie auswirken. Um sich selbst nicht zu verlieren und vor allem von den Selbstvorwürfen weg zu kommen und Unterstützung zu bekommen, lohnt sich, professionelle Hilfe von einem Therapeuten oder auch in Selbsthilfegruppen.
  • Hilfe zu lassen. Es ist wichtig, sich auch selbst zu entlasten und die Angebote aus der Familie und dem Freundeskreis anzunehmen. Denn nur, wer selbst nicht unter Stress steht, kann auch dem eigenen Kind gerecht werden und die emotionale Belastung geringer halten. So kann ein harmonisches und ausgeglichenes Familienleben deutlich einfacher erreicht werden. Es ist wichtig, Hilfe anzunehmen und diese zuzulassen, dazu gehören sowohl die Familie, die Freunde und auch professionell Ansprechpartner.
  • Die Förderung für das Kind ist ebenso wichtig und sollte vor allem auf das Kind abgestimmt sein. Es ist wichtig, eine gute Förderung zu erreichen und vor allem darauf zu achten, nicht zu viel, von dem Kind zu verlangen.

Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten
Für die Behandlung von Autismus gibt es verschiedene Ansätze, die sich je nach Kind und Ausprägung der verschiedenen Störungen besonders gut eignen. Die Ziele der therapeutischen Behandlung von Autismus lassen sich auf diese Punkte zusammenfassen:

1. Die Förderung der Kommunikationsfähigkeit:
Diese ist besonders wichtig, da sie sich auf viele Bereiche im alltäglichen Leben auswirkt. Auch wenn ein herkömmliches Sprechen nicht erreicht werden kann, gibt es verschiedene andere Systeme, die die Kommunikation über Symbole oder auch Gebärden ermöglichen können. Spezielle Kommunikationssysteme für Autisten sind ebenfalls eine Möglichkeit, auch wenn dazu Unterstützung benötigt wird.

2. Die einzelnen Entwicklungsbereiche fördern:
Da jeder Autist andere Einschränkungen hat, ist es wichtig, auch diese individuell zu fördern. Je nach Einschränkung können hier verschiedenen Methoden angewendet werden.

3. Das Spielverhalten fördern:
Dieses ist schon sehr früh möglich und kann dabei helfen, schon sehr früh bessere Entwicklungsschritte zu erreichen.

4. Verhalten trainieren:
Da gerade die sozialen Fähigkeiten von Autisten oft eingeschränkt sind, ist es wichtig, spezielles Verhalten zu trainieren. Gerade das soziale Verhalten kann antrainiert werden, dies bringt enorme Erleichterungen für das Kind mit sich. Es gibt aber auch viele andere Bereiche, in denen das Trainieren von speziellen Verhaltensmustern eine enorme Hilfe darstellen kann.


Die gängigsten Korrekturprogramme für Autismus. Lassen Sie uns mehr über einige von ihnen erfahren.

Für die Autismus Behandlung finden sich spezielle Programme, die genau auf diese Störung ausgerichtet sind und so große Erfolge versprechen können. Lassen Sie uns mehr über einige von ihnen erfahren.

TEACCH-Programm (Treatment and Education of Autistic and Communication Handicapped Children)
Bei diesem Programm handelt es sich um eine umfassende Methode, die von der differenzierten Diagnose ausgeht und dabei die verschiedenen therapeutischen Maßnahmen genau an diese anpasst und dabei auch nicht, das Umfeld außer Acht lässt. Die Ziele bei diesem Programm sind wie folgt gesetzt:

  • Eine Diagnostik, die eine spezielle Förderung in den einzelnen Bereichen individuell möglich macht.
  • Die sozialen Fähigkeiten werden spezielle gefördert
  • Die Begleitung während der Schulzeit und der Berufsausbildung wird speziell angepasst, dass die schulische Entwicklung speziell gefördert werden kann.
  • Das Trainieren von Fähigkeiten für den sozialen Umgang und auch für eine gute Bewältigung im Alltag und in der Freizeit steht ebenfalls im Mittelpunkt.
  • Die Förderung der Kommunikationsfähigkeit ist ein wichtiges Ziel.
  • Auch das Training des Umfeldes und der Begleitpersonen ist Bestandteil dieses Programmes.

Verhaltenstherapeutische Programme die oft auf der ABA – „Applied Behavior Analysis“ basieren
Diese stützen sich auf die Verhaltens-Analyse und konzentrieren sich darauf, das Sprachverständnis und auch den Ausdruck zu fördern.

Autismus Behandlung in speziellen Bereichen
Neben den großen Programmen und Zielsetzungen dieser müssen auch die einzelnen Beeinträchtigungen, die mit einem Autismus einher gehen können, im Einzelnen therapiert werden können. Dafür bieten sich verschiedenen Therapien an, die auf die speziellen Einschränkungen eingehen Beispiele dafür können sein:

  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Muskeltherapie
  • Frühförderung
  • Spielgruppen
  • Einzel- oder auch Gruppen- Psychotherapie
  • Medikamentöse Therapien, wenn psychische oder körperliche Einschränkungen vorliegen

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