Anzeige

Pleyel spielt eine Hauptrolle bei den Rosetti-Festtagen im Ries

Johannes Moesus, der Künstlerische Leiter der Rosetti-Festtage bei der Arbeit

Die Rosetti-Festtage im Ries (6.-10. Juni 2007) laden auch in diesem Jahr wieder dazu ein, die Musik des 18. Jahrhunderts in ihrem ganzen Facettenreichtum kennen zu lernen, von Rosetti bis Beethoven, von Mozart bis Pleyel. Die schönsten historischen Räumlichkeiten der Umgebung dienen hierbei als Konzertorte wie Schloss Amerdingen, Schloss Oettingen oder in diesem Jahr zum ersten Mal Schloss Reimlingen. Rosettis Musik erklingt aber auch an „Originalschauplätzen“ wie dem Schloss Baldern, das sich noch heute im Besitz der Familie Oettingen-Wallerstein befindet. Neben Antonio Rosetti (1750-1792), dem Hofkomponisten des Hauses Oettingen-Wallerstein, widmen sich die Festtage in diesem Jahr verstärkt dem Wahlpariser Komponisten Ignaz Joseph Pleyel (1757-1831). Der zu Lebzeiten äußerst berühmte Musiker war darüber hinaus als Verleger und auch mit seiner Klaviermanufaktur so erfolgreich, dass man seinen Namen heute eher mit Klavieren oder Notenausgaben verbindet. Grund genug, Johannes Moesus, den Künstlerischen Leiter der Rosetti-Festtage, zu Pleyel zu befragen:

Frage: Was hat Sie bewogen, Pleyel auf das Programm der Festtage zu setzen?
Moesus: Pleyel ist ein etwas jüngerer Zeitgenosse Rosettis und bewegt sich stilistisch in der selben Zeit, auch von daher ist der Vergleich Rosetti-Pleyel reizvoll. Und Pleyel feiert am 18. Juni seinen 250. Geburtstag und wir spielen Werke von ihm kurz vor seinem Jubiläum am 9. und 10. Juni.
Frage: Pleyel war Schüler von Joseph Haydn. Mozart behauptete einmal sogar, dass Pleyel Haydn eines Tages ersetzen könne, wie war das Verhältnis der beiden zueinander?
Moesus: 1772 ging der in Ruppertsthal bei Wien geborene Pleyel als Schüler zu Haydn nach Eisenstadt, er hat bei Haydn zur Untermiete gewohnt und offenbar haben sich beide sehr gut verstanden. Haydn hat ihn häufig als seinen besten Schüler bezeichnet. 1791 und nun bereits berühmt traf Pleyel während eines Londonaufenthaltes wieder auf Haydn. Dort soll es einen richtigen musikalischen Wettstreit zwischen beiden gegeben haben. Dieser konnte ihre enge Freundschaft aber nicht trüben, auch wenn die Veranstalter das als Marketinggag vielleicht gern gesehen hätten.
Frage: Klingt Pleyels Musik ähnlich wie die Haydns?
Moesus: Pleyel soll den „Chorale St. Antoni“ geschrieben haben, eine lange Zeit Haydn zugeschriebene Komposition für Bläser, deren Melodie Brahms später für seine „Haydn-Variationen“ nahm. Trotz der hörbaren Einflüsse Haydns findet Pleyel individuelle Lösungen, die seine Musik interessant und speziell machen. Er bevorzugt gefällige Melodien und weiß geschickt musikalische Effekte zur Unterhaltung des Publikums einzusetzen. Zu seiner musikalischen Bedeutung muss gesagt werden, dass er etwa um das Jahr 1800 der anerkannteste Komponist Europas war. Seine Musik geriet dann aber sehr schnell in Vergessenheit und wurde insbesondere von den Kompositionen Beethovens überlagert. Unternehmerisch war er dann aber trotz der nachrevolutionären Umbrüche noch recht erfolgreich.
Frage: Es gibt da ja eine Geschichte, dass er während der Revolution in Lebensgefahr geriet?
Moesus: Angeblich soll er einmal verhaftet worden sein, und man wollte ihm an den Kragen. Flugs soll er dann eine Revolutionshymne komponiert haben, was ihm angeblich die Guillotine ersparte. Wirklich belegt sind diese Ereignisse allerdings nicht.

KONZERTE/VORTRÄGE DER ROSETTI-FESTTAGE IM RIES 2007:
Mittwoch, 6. Juni, 20 Uhr, Schloss Amerdingen, KAMMERMUSIK FÜR FLÖTE UND HARFE (ausverkauft)
Donnerstag, 7. Juni, 17.00 Uhr, Bopfingen, Café Dietz : Vortrag mit Kaffee und Kuchen "Wer war Rosetti?"
Donnerstag, 7. Juni, 20 Uhr, Schloss Baldern KAMMERMUSIK FÜR STREICHER UND BLÄSER (Tipp: Schüler und Lehrer der Musikschulen Bopfingen, Nördlingen und Wallerstein erhalten hier Karten mit 50% Ermäßigung)
Freitag, 8. Juni, 17 Uhr, Kaisheim, Haus des Gastes ÖFFENTLICHER VORTRAG
Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, Kaisheim, Kaisersaal KAMMERMUSIK FÜR STREICHQUARTETT
Samstag, 9. Juni, 11 Uhr, Schloss Reimlingen KLAVIERMATINÉE
Samstag, 9. Juni, 20 Uhr, Schloss Oettingen KAMMERMUSIK FÜR BLÄSERSEXTETT
Sonntag, 10. Juni, 17 Uhr, Schloss Baldern ORCHESTERKONZERT

Infos & Tickets: Telefon: +49-(0)-9083-1527, Geschäftsstelle der Internationalen Rosetti-Gesellschaft, c/o Günther Grünsteudel, Nebelhornstraße 1, 86391 Stadtbergen, E-mail: gg@rosetti.de, www.rosetti.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.