Gedenkjahr 2009 zur 375. Wiederkehr der Schlacht bei Nördlingen am 5./6. September 1634

Foto: Stadt Nördlingen
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Die Schlacht bei Nördlingen am 5./6. September 1634 auf den Höhen des Albuchs kennzeichnet den Wendepunkt dieses Krieges. Nach dem Sieg des kaiserlich-katholischen Heeres über die schwedisch-protestantische Armee drohte ein Übergewicht des Hauses Habsburg. Um dies zu verhindern, verbündete sich Frankreich mit den Schweden, das es bereits seit 1631 mit großen Geldmitteln unterstützt hatte. 1635 griff Frankreich dann auch mit militärischen Mitteln in diesen Krieg ein. Dies hatte zur Folge, dass dieses Morden und Verwüsten noch weitere 14 Jahre dauerte. Um was ging es in diesem Krieg? Dreifach ist seine Ursache: 1. Gleichberechtigung der reformatorischen Kräfte mit der römisch-katholischen Kirche, 2. Ansprüche der deutschen Territorialfürsten – auch der katholischen- auf ihre Libertät, was auf die Schwächung des Kaisertums hinauslief, 3. Begegnung der Machtsphären der Häuser Habsburg (Deutschland-Spanien), Bourbon (Frankreich) und Wasa (Schweden).

Zurück ins Ries. Nach der Einnahme Regensburgs und Donauwörths dringt die kaiserliche Armee unter dem Kommando des Kaisersohnes Ferdinand II. von Ungarn ins hochsommerliche Ries ein und beginnt am 18. August die Belagerung Nördlingens. Am 2. September erhält sie weitere Verstärkung durch spanische Truppen unter dem Kardinalinfanten Ferdinand, dem Vetter des Kaisersohnes. Damit ist die kaiserliche Armee mit etwa 35.000 Soldaten den etwa 25.000 Soldaten der schwedischen Armee weit überlegen. Die Hilferufe der belagerten Stadt werden immer drängender, so dass die schwedische Armee von ihrem Lager auf dem Breitwang bei Bopfingen am 5. September abmarschiert und gegen Nachmittag bei Ederheim auf die kaiserlichen Vorposten trifft. Die Heerführer der schwedischen Armee waren Marschall Gustav Horn und Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar. Es entspinnt sich ein heftiger Reiterkampf, in den auch Infanterie und Artillerie eingreifen. Den Schweden gelingt es, in dem bis Mitternacht dauernden Ringen den von Spaniern besetzten Heselwald zu erobern. Die kaiserliche Armee wirft in der Nacht auf dem Albuch drei Schanzen auf und besetzt diese mit spanischen Regimentern, flankiert von Artillerie. Die beiden Ferdinande übergeben das Kommando an den Generalleutnant Matthias Gallas, zwar kein geborener Feldherr, doch ein alter Praktiker. Der Morgen des verhängnisvollen 6. Septembers bricht an. Kurz nach Sonnenaufgang lässt Horn 2 Brigaden auf die mittlere Schanze stürmen. Nach Anfangserfolgen fliegen Pulverwagen in die Luft und Freund und Feind flüchten in panischer Angst vor weiteren Explosionen. Dies nützt Gallas aus und seine Kürassiere fegen die Schweden wieder aus den Schanzen, die diese kurz in Besitz hatten. Herzog Bernhard, der Horns Angriff unterstützen sollte, verzettelte sich in Kämpfe mit kaiserlichen Truppen in der Ebene bis Kleinerdlingen, wobei er über den Lachberg zurückgetrieben wurde. In diesem Moment brach die Front des Feldmarschalls Horn zusammen und in dessen flüchtende Truppen prallten die Truppen Bernhards, verfolgt von kaiserlichen Reitern. Die Verluste der Schweden werden mit 8000 Toten, die der Kaiserlichen mit - wenig glaubhaft - 1200 Toten angegeben. Drei wesentliche Gründe waren für den Sieg der kaiserlichen Fahnen maßgebend: 1. die zahlenmäßige Überlegenheit, 2. die einheitliche Führung und 3. die vorzüglichen Stellungen auf dem Albuch und den angrenzenden Höhen.

Die Aktivitäten der Stadt Nördlingen sind in einer Info zum Gedenkjahr 2009 mit dem Titel „1634-2009 Schlacht bei Nördlingen auf dem Albuch“ zusammengefasst und bei der Tourist-Information und in vielen Geschäften zu erhalten. Unter anderem werden Vorträge, Ausstellungen im Stadtmuseum und Stadtmauermuseum, Führungen auf dem Albuch, Eröffnung eines Schwedenweges, Filmvorführungen und die Bildung einer Menschenkette auf der Stadtmauer angeboten.

Inzwischen ist auch 2013 ein Buch mit dieser Reportage des SWR von Pia Fruth erschienen.

Bürgerreporter:in:

Siegfried Thum aus Nördlingen

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