Anzeige

Musikalische Andacht zur Sterbestunde Jesu mit dem Kammerchor St. Georg am Karfreitag, 2. April um 15 Uhr in der Spitalkirche Nördlingen

Wann? 02.04.2010 15:00 Uhr

Wo? Spitalkirche, Baldinger Str., 86720 Nördlingen DEauf Karte anzeigen
Kammerchor St. Georg in der Nördlinger Spitalkirche Karfreitag 2008
Nördlingen: Spitalkirche | Der Karfreitag erfährt in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Nördlingen immer auch eine besondere musikalische Prägung, und dies im jährlichen Wechsel zwischen einer größeren oratorischen Aufführung und einer musikalisch gestalteten Andacht zur Sterbestunde Jesu. In diesem Jahr ist es die Aufführung der „Sieben Worte Jesu am Kreuz“ von Heinrich Schütz am 2. April um 15 Uhr in der Nördlinger Spitalkirche. Es singt der Kammerchor St. Georg, die Solistenrollen übernehmen Chormitglieder. Sie werden begleitet von einem sechsköpfigen Barockensemble mit zwei Flöten und zwei Gamben, Barockcello und Orgel. Die Leitung hat KMD Udo Knauer, Liturg ist Pfarrer Martin Reuter.

Jeder der vier Evangelisten des Neuen Testamentes hat andere „letzte Worte“ Jesu am Kreuz überliefert. Dies ist theologisch hochinteressant, lässt die Auswahl der überlieferten Worte doch auf die verschiedenen Intentionen der Verfasser der Evangelien schließen. Die Zusammenschau dieser Worte jedoch ergibt interessanterweise die Anzahl von Sieben. In der biblischen jüdisch/christlichen Zahlensymbolik ist dies unter anderem die Zahl der Vollkommenheit: Die sieben Tage der Woche weisen auf die Vollkommenheit von Gottes Schöpfungswerk hin, der siebenarmige Leuchter (die Menora) auf den Lebensbaum, die sieben Bitten des Vaterunsers auf das alles umfassende Gebet, um nur einige Beispiele zu nennen.

Musiker hat diese Siebenzahl immer wieder dazu inspiriert, eine Zusammenschau der Worte Jesu zu vertonen. Heinrich Schützens kurzes, nicht einmal zwanzig Minuten dauerndes, dichtes Meisterwerk ist symmetrisch angelegt. Um die biblischen Zitate als Kern der Komposition legen sich zwei Rahmen: Der äußere Rahmen wird gebildet von der ersten und letzten Strophe des Chorals „Da Jesus an dem Kreuze stund“, der innere von zwei identischen „Symphoniae“, was hier nichts anderes bedeutet als „Instrumentalstück“.

Neben den „Sieben Worten“ erklingt noch weitere Chor- und Instrumentalmusik von Schütz und aus dem 16. Jahrhundert. Mit dem abschließenden Chorstück „I had a dream“ des australischen Zeitgenossen Brenton Broadstock wagt der Kammerchor bewusst einen fragenden Blick über das Geschehen am Kreuz hinaus in die Leere und Grabesstille in unserem eigenen Innern: „Am I a dream?“ – und die Zuversicht: „I am remembered“.
0
1 Kommentar
20.670
Tanja Wurster aus Augsburg | 23.03.2010 | 09:18  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.