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Interkulturelle Begegnungen beim mehrsprachigen Elternabend

Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass an den Elternabenden der Schulen häufig nur Eltern deutscher Schülerinnen und Schüler teilnehmen, obwohl die Zahl der nicht deutschsprachigen Kinder zunimmt. Das sollte sich ändern. Die Mitarbeiterinnen des Jugendmigrationsdienstes Neu-Ulm, Ulrike Barth, des Projektes zur Integration von jugendlichen Spätaussiedlern und Migranten der Diakonie, Birgit Kögl, und die Mitarbeiterin der Kath. Jugendfürsorge, Heidi Hämmerle, in der Jugendsozialarbeit an der Hauptschule an der Squindostraße tätig, hatten die Idee, einen „mehrsprachigen“ Elternabend, insbesondere für Eltern mit Migrationshintergrund anzubieten. Eingeladen wurde mit einem Schreiben in der Landessprache der Eltern und es wurden Übersetzer gefunden, die am Elternabend anwesend waren.

Kürzlich fand dann dieser „mehrsprachige Elternabend“ an der Hauptschule Nördlingen statt – mit Erfolg, wie die Initiatoren im Nachgang feststellen konnten. Die interessierten Eltern – und es kamen mit 16 Teilnehmern vergleichsweise viele Eltern - wurden in zwei Gruppen eingeteilt: russischsprachig und sonstige Sprachen. Für die russischsprachigen Eltern übersetzte Irina Kalinichenko von der Migrationsberatung des Diakonischen Werks und für die türkischen Eltern war Ayten Cömüz von der türkisch-islamischen Kulturgemeinde dabei, um bei Bedarf türkisch-deutsch zu übersetzen. Einige Teilnehmer des Elternabends wiederum hatten selbst Übersetzer mitgebracht, so z.B. für Französisch, Vietnamesisch und Rumänisch.

Mit dabei am Elternabend war auch Beratungslehrer Helmut Schön von der Hauptschule Nördlingen, der über den Aufbau des deutschen Schulsystems und die Möglichkeiten des Übertritts in weiterführende Schulen informierte. Parallel dazu, in der jeweils anderen Gruppe, gab Armin Hirschbeck, Berufsberater von der Agentur für Arbeit, Informationen zu den Themen Berufsausbildung, Schulabschlüsse und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Arbeitsagentur. Mit Hilfe der Übersetzer/innen entstand ein reges Gespräch mit vielen Fragen der interessierten Eltern, die diese Möglichkeit der Information aus erster Hand gern nutzten. Wichtig war auch, dass Hemmschwellen, auf Beratungslehrer und Berufsberater persönlich zuzugehen, die Schule oder die Agentur für Arbeit aufzusuchen, abgebaut werden konnten.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 01.04.2010
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