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Die Welt zu Gast in der Alten Schranne

...so lautete das Motto an einem Oktoberwochenende in Nördlingen.

Das umfangreiche Programm startete mit einer Führung durch die Ausstellung „Volk auf dem Weg“. Lina Neuwirt von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland erklärte in Vertretung von Jakob Fischer den interessierten Besuchern, wie unter Zarin Katharina 1763 ca. 100.000 Deutsche nach Russland auswanderten. Mit musikalischer Untermalung wurde die spannende Geschichte dieser Menschen und ihrer nachfolgenden Generationen bis zur heutigen Zeit den Besuchern der Ausstellung nahe gebracht.

Am Nachmittag ging es weiter mit einem Kulturfest von und mit Jugendgruppen: zu erleben war eine musikalische Weltreise vom Orient bis Albanien. Die albanische Jugendgruppe machte außerdem aufmerksam auf ihr Hilfsprojekt „Tassh“, bei dem es darum geht, die Situation sehr armer Familien in Albanien zu verbessern.

Am Abend gab es ein lange vorbereitetes Highlight: der Afghanische Abend. Afghanische Mitbürger, die derzeit in Nördlingen und Oettingen Schutz suchen, stellten die reichhaltige afghanische Kultur und Geschichte vor, wie sie vor der Zeit der Taliban existierte. Neben sachlichen Informationen gab es Musik und Tanz aus Afghanistan, die Kunst des Teppich-knüpfens wurde vorgestellt und zum Abschluss ein großes Bufett kulinarischer Spezialitäten aus der Afghanischen Küche.

Am Sonntag Nachmittag wurde es richtig bunt: türkische Kinder spielten zwei Kurzgeschichten von Nasredin Hodscha, dem türkischen Till Eulenspiegel. Danach war die Nigerianische Trommelgruppe auf der Bühne und authentische Rhythmen erfüllten den Saal. Es folgte eine temperamentvolle Tänzerin aus Panama und ein anmutiger Tanz aus Sri Lanka. Die vietnamesischen Mitbürger hatten extra einen originalen Glückslöwen aus Vietnam eingeflogen, um ihn beim Kulturfest zu präsentieren, darauf folgte ein anmutiger Tanz der vietnamesischen Frauen mit Reishüten, der aus dem Publikum viel Beifall bekam. Galina Grebe aus Russland sang live russische Zigeunerlieder und Natalija Ponomareva begeisterte mit kasachischen Tänzen. Die brasilianische Gruppe Jack Brazil unter der Leitung von Jaqueline Hohmann durfte natürlich nicht fehlen mit ihrer Sambashow und musikalischer Untermalung von Antscho Ambarzumjan aus Armenien. Es folgte Rap aus der Türkei mit Rapper Cihan Ustaoglu. Den Abschluss bildete die Gruppe „Burnschlag Records“ mit professionellen Rap-Künstlern aus Deutschland, Nigeria und Usbekistan.

Das Besondere an diesem Wochenende: alle Künstler sowie Zuschauer, ob deutsch oder aus unterschiedlichsten Herkunftsländern, waren Bürger der Stadt und der Umgebung und gemeinsam wurde für ein gutes Miteinander gefeiert.
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