Anzeige

Interkulturelle Wochen in Nördlingen

Internationale Spezialitäten am Buffet des Frauencafés
 
Weltladen-Stand in der Fußgängerzone
 
Tänze verschiedener Kulturen vor dem Daniel
Vom 22. September bis 14. Oktober fanden in Nördlingen dieses Jahr mit vielfältigen Aktionen die Interkulturellen Wochen statt.


Bei der Eröffnung der Interkulturellen Wochen am Wochenmarkt wurde es bunt:

neben einem Informationsstand des Diakonischen Werks zum Thema Migration gab es internationale Spezialitäten des Frauencafes und fair gehandelte Cafes und Säfte am Stand des Weltladens.

Das Highlight war das vielfältige Bühnenprogramm vor dem Daniel:
Eröffnet wurde das Programm von neun Kindern aus der Grundschule Mitte, die die Zuschauer erst auf acht verschiedenen Sprachen und zuletzt auf rieserisch willkommen hießen. Dann folgten türkische Tänze, die russlanddeutsche Kindertanzgruppe Konfetti, die Rieser Tanzgruppe "Deggomer Wurzer" und als krönenden Abschluss die temperamentvolle brasilianische Samba-Tanzgruppe "Jack Brazil".

Außerdem fanden während der Interkulturellen Wochen zwei Erzählcafes statt. Beim ersten Erzählcafe erzählte Anna Schmidt aus Usbekistan ihre Geschichte von ihrem Weg über verschiedene Stationen nach Deutschland, ihre Erfahrungen in ihrem Herkunftsland und ihrem Leben hier in Nördlingen. Beim zweiten Teil war es Lien Nguyen aus Vietnam, die den interessierten Besuchern und Besucherinnen des Erzählcafes spannende Einblicke in ihr Leben gab und viele Fragen beantwortete.

Sportlich wurde es beim "Internationalen Sportfest" in der Augsburger Straße, welches von SC-Athletik und dem TSV-Nördlingen ausgerichtet wurde. Hier nahmen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten (Türkei, Russland, Kasachstan, Ukraine, Albanien, Serbien, Italien, Vietnam, Deutschland,...) im Alter zwischen 6 und 13 Jahren teil. Für die Jungs gab es auf dem Sportplatz ein Internationales Fußballturnier, wobei die Mannschaften gemischt wurden, was die Nationalitäten betraf.

Außerdem ein Torwandschießen, bei dem es Preise zu gewinnen gab und sogar unser Oberbürgermeister mit von der Partie war. Von der Stadt gesponsert gab es außerdem Wurst- und Käsesemmeln und Getränke für alle Teilnehmer. Parallel zum Fußballturnier fand in der Turnhalle für Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund ein "Abenteuerturnen" statt, wo unterschiedliche Turngeräte, Matten, etc aufgebaut waren und viele Spiele gemacht wurden.

Zum Schluss fand eine Siegerehrung statt, wo Oberbürgermeister Herrmann Faul als Schirmherr der Interkulturellen Wochen Medaillen an alle Teilnehmer überreichte.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland veranstaltete für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger einen unterhaltsamen Sonntag Nachmittag im Gemeindezentrum St. Georg. Mit der Ausstellung "Volk auf dem Weg" gab es Einblicke in die Geschichte der Deutschen aus Russland. Außerdem wurde ein Film gezeigt und es gab russische Spezialitäten wie z.B. Blinis. Das Rahmenprogramm bestand aus Musik und Tanz mit Jakob Fischer.

Besonders viele Organisationen und Einzelpersonen waren beteiligt an der Vorbereitung des "Festivals der Kulturen" im Ochsenzwinger. Entstanden ist ein buntes Programm mit Tanz, Musik, Film, Märchen, Malen, einer Fotoausstellung und einer internationalen Modenschau.

Durch das Programm führten Roland Vogel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Donau-Ries und Initiator der Interkulturellen Wochen, sowie Friedrun Meyer, Initiatorin des Interkulturellen Frauencafes sowie Veranstalterin zahlreicher Aktionen der Interkulturellen Wochen.

Für die leibliche Verpflegung sorgten auch hier die Frauen aus dem Internationalen Frauencafé "Frauca", indem sie an einem Büfett internationale Leckereien anboten. Außerdem hatte der "Weltladen" einen Verkaufsstand und sorgte außerdem für den Verkauf von kalten Getränken, sowie fair gehandeltem Kaffee.

Bei der Modenschau wurde unter anderem festliche Kleidung aus Sri Lanka, der Türkei und Brasilien präsentiert, doch auch "Werktagshäs und Sonntagskloid" aus dem Ries des vergangenen Jahrhunderts beeindruckte die Zuschauer sehr.

Für viel Wirbel auf der Bühne sorgten Musiker/innen und Tänzer/innen aus verschiedensten Nationen und Kulturen und das Festival endete mit kräftigen Samba-Klängen, die an dem regnerischen Tag zumindest im Ochsenzwinger die Sonne scheinen ließen.

Bei einem Vortrag mit anschließender Diskussion ging es um die Chancen und Grenzen eines "Interreligiösen Dialogs", der notwendig ist, wenn nicht nur Christen verschiedener Konfessionen in unserem Land leben, sondern auch Angehörige anderer Religionen, wie Muslime, Buddhisten oder bekennende Atheisten. Veranstalter dieser Aktion waren die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nördlingen, die Kath. Pfarrgemeinde St. Salvator und das Evang. Bildungswerk Donau-Ries. Vertreten war unter anderem auch die Türkisch-Islamische Gemeinde Nördlingens.

Bei einem Stadtrundgang lud die Frauenliste Nördlingen zu einer "Spurensuche" für Einheimische und Fremde ein. Die Teilnehmer erfuhren dabei Näheres darüber, wen die Stadtmauern in der Geschichte ein- bzw. ausschlossen.

Bei einer "etwas anderen Kirchenführung" für Christen und Nichtchristen erklärte die Pfarrerin Feldmeier-Reichenbacher die Grundelemente der St. Georgskirche und des christlichen Glaubens, was nicht nur für die muslimischen, sondern auch für die christlichen Teilnehmer/innen der Führung interessant war. Beim "Tag der Offenen Moschee" lud die türkisch-islamische Kulturgemeinde alle Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Moschee an der Lach ein. Für die zahlreichen Besucher gab es türkischen Tee und Gebäck, die Möglichkeit sich zu unterhalten und Fragen zu stellen, sowie an einer Führung durch die Gebetsräume teilzunehmen.

Auch das Nördlinger Kino beteiligte sich an den Interkulturellen Wochen. Gezeigt wurde der Film "Slumdog Millionär", welcher einen Einblick in die Lebenswelt der Slums in Mumbai gab. Im Anschluß an den Film stellte sich der aus Indien stammende katholische Pfarrer aus Harburg vor und beantwortete Fragen der Kinobesucher.

Sehr gut besucht war auch der "Interkulturelle Knigge: deutsch-türkisch" im Gemeindezentrum Wemdinger Viertel. Sechs türkische Frauen erzählten den fast 20 Besuchern bei Tee und Gebäck von Traditionen und Festen und es wurde zusammen mit den interessierten Besuchern der Aktion auch einmal ganz offen geredet und diskutiert über die kleinen Dinge des Alltags, die in der Begegnung zwischen Deutschen und Muslimen Fettnäpfchen bereithalten.

Den Abschluss der Interkulturellen Wochen in diesem Jahr bildete der brasilianische Kochkurs "Empadas, coxhinas und andere Spezialitäten"an der Volkshochschule. Hier bereiteten brasilianische Frauen des Interkultuerellen Frauencafes zusammen mit 16 Teilnehmerinnen ihre Lieblingsrezepte zu, die im Anschluss natürlich gemeinsam verspeist wurden.
0

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 06.11.2009
myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 17.12.2009
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.