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Olympische Spiele 2012: Favoriten, Medaillenkandidaten und Außenseiter aus Deutschland

Imke Duplitzer ist im Degenfechten bei den Olympischen Spielen 2012 hoffentlich so angriffslustig wie vorab gegen den DOSB. (Foto: duplitzer.eu)
In diesem Übersichtsartikel zu den Olympischen Spielen 2012 in London erfahrt ihr die wichtigsten Informationen zu den deutschen Medaillenhoffnungen. Sortiert ist der Beitrag nicht nach Sportarten sondern nach Aussicht auf Erfolg.

Soll heißen: Mit den Titelaspiranten geht es im Kapitel „Deutsche Goldhoffnungen“ los. Weitere Medaillenkandidaten folgen in den Kapiteln „Alle Kanuten sind Anwärter auf Medaillen“, „Medaillen für Schwimmer, Synchronspringer und Ruderer greifbar“, „Duplitzer poltert gegen DOSB – Sind unsere Fechter für Edelmetall gut?“, „Leichtathletik: Auslaufmodelle und Talente mit Weltklasse-Format“, „Radsport: Was können die Oldies Judith Arndt und Bert Grabsch noch reißen?“, „Welcher Turner macht Deutschland 2012 stolz?“ und „Kampfsport: Ippon bis ins Finale?“. Zum Schluss kommen Athleten, die kaum jemand auf der Rechnung hat – und zwar in den Kapiteln „Wenn der Playboy anklopft - Schönheit im Sport“, „Verblüffen die Olympia-Omas die Welt noch einmal?“, „Badminton und Tennis mit minimalen Medaillenchancen“, „Eine hübsche Gewichtheberin, Beach-Girls und erfahrene Fechter“ und „Bei diesen Leichtathleten fehlt voraussichtlich ein Stück für das Podest“.

Deutsche Goldhoffnungen

Die Leichtathleten Matthias de Zordo (Speerwurf), Robert Harting (Diskus) und David Storl (Kugelstoßen) sind amtierende Weltmeister und damit Favoriten auf den Titel in London. Timo Boll bekommt es im Tischtennis mal wieder mit der geballten Dominanz der Chinesen zu tun, steht bei Buchmachern, Experten und Fans aber ganz hoch im Kurs. Das deutsche Traumpaar des Schwimmsports hat ebenfalls Gold im Visier. Paul Biedermann über 200m und 500m Freistil kann Doppel-Gold holen. Genauso wie seine Lebensgefährtin Britta Steffen über 50m und 100m Freistil.

Der goldene Stoß von David Storl bei der WM 2011 in Daegu:


Natürlich gibt’s auch im Rudern eine Goldhoffnung aus Deutschland – nämlich den Männer-Achter mit Steuermann. Säbelfechter Nicolas Limbach hat in der abgelaufenen Saison zahlreiche internationale Turniere gewonnen. Dazu kommen Podestplätze bei Europa- und Weltmeisterschaften (WM 2009: 1. Platz im Einzel, WM 2010 und 2011: jeweils 2. Platz im Einzel, EM 2010: 2. Platz im Einzel, 3. Platz mit der Mannschaft; EM 2012: 3. Platz mit der Mannschaft). Er ist der aussichtsreichste Kandidat der deutschen Fechter für ein Duell um Gold.

Gleiches gilt für Tony Martin im Radsport. Der Profi aus Cottbus tritt im Straßenrennen und Einzelzeitfahren an. Bei den drei vergangenen Weltmeisterschaften holte er in seiner Paradedisziplin Einzelzeitfahren Straße immer eine Medaille, zuletzt die goldene. Außerdem sind sowohl die Frauen als auch die Männer im Teamsprint auf der Bahn für Radsport-Gold gut. Die Hockey-Herren zählen als Europameister 2011, Vize-Weltmeister 2010, Weltranglisten-Zweiter und amtierender Olympiasieger bei den Sommerspielen in London zu den vielversprechendsten Goldkandidaten. Auch die Vielseitigkeits-Reiter gehören zu den Favoriten. Star der Mannschaft ist Michael Jung, der auch nach Einzelgold greift.

Alle Kanuten sind Anwärter auf Medaillen

In kaum einer olympischen Sportart hat Deutschland so viele Athleten an der Weltspitze wie im Kanusport. Klar, dass es bei den Kanuten wieder einige Mitfavoriten unter den 21 deutschen Startern gibt: Hannes Aigner aus Augsburg im Kajak-Einer, Sebastian Brendel vom KC Postdam im Canadier-Einer, Max Hoff von der KG Essen im Kajak-Einer und -Vierer, Slalom-Canadier Sideris Tasiadis vom Augsburger Kanuverein, sowie Kanuten im Candier-Zweier, Kajak-Zweier und Kajak-Vierer. Und das waren nur die Herren der Schöpfung. Hinzu kommen Silke Hörmann vom Verein Rheinbrüder Karlsruhe, die erst seit Kurzem im Kajak-Einer international für Furore sorgt (Vizeeuropameisterin 2012 über 1000m – in London startet sie auf der halben Distanz) sowie die Damen im Kajak-Zweier und –Vierer. Alle deutschen Starter haben realistische Chancen auf Edelmetall. Nur bei Jasmin Schornberg vom Kanu Ring Hamm wäre zu überlegen, ob man sie im Kanadier-Slalom in die Kategorie „Außenseiter mit Potenzial“ steckt. Zuletzt feierte Schornberg ihre Erfolge nämlich im Teamwettbewerb. Aber die erst 26-jährige Weltmeisterin von 2009 als Außenseiterin abstempeln? Nö, sie ist hier bei den Medaillenanwärtern richtig aufgehoben, am Ende holt sie womöglich überraschend Wassersport-Gold.

Medaillen für Schwimmer, Synchronspringer und Ruderer greifbar

Auch die Ruderer sind auf Edelmetall-Kurs. Bei den Männern gelten unsere Athleten im Doppelzweier, Doppelvierer, Leichtgewichts-Doppelzweier, Leichtgewichts-Vierer und Vierer als aussichtsreiche Kandidaten. Auch die Frauen stehen hoch im Kurs. Sie dürften mitreden, wenn die Medaillen in den Disziplinen Doppelzweier und Doppelvierer, vergeben werden. Hinzu kommt mit der alleine rudernden Marie-Louise Dräger eine weitere Podesthoffnung. Sind gar noch mehr Wasser-Medaillen zu holen? Klar, beim Schwimmen. Die amtierenden Europameisterin Sarah Poewe (100m Brust) hat ebenso das Zeug zu Edelmetall wie die Männer-Staffel über 4x200m Freistil. Auch Marco Koch (200m Brust), Silke Lippok (200m Freistil), Rückenschwimmerin Jenny Mensing über 100m und 200m sowie Thomas Lurz vom SV Würzburg 05 gelten als Anwärter auf olympische Plaketten. Marathonschwimmer Lurz wurde 2011 immerhin Europameister und Vizeweltmeister über 10km. Nicht zu vergessen die Synchronspringer Patrick Hausding & Sascha Klein, die vom 10m-Turm ins kühle Nass eintauchen.

Duplitzer poltert gegen DOSB – Sind unsere Fechter für Edelmetall gut?

Britta Heidemann reist als Titelverteidigerin im Degenfechten nach London. Doch die Jahre 2011 und 2012 waren vom Ergebnis her bislang keine Karriere-Höhepunkte. Reicht es dennoch zu einer Medaille für die Kölnerin? Trotz kurzfristiger Qualifikation für die Sommerspiele zählt auch das Damendegen-Team in London zum erweiterten Favoritenkreis. Neben Heidemann mischen dabei Imke Duplitzer, Monika Sozanska und Ricarda Multerer mit. Für Furore sorgte jüngst Duplitzer, die in einem Interview mit der Bild-Zeitung in klaren Worten zum Rundumschlag gegen den DOSB ausholte. Super, wenn sie nun auch sportlich überzeugt. Hoffnungen wecken übrigens auch die Herrenmannschaften mit Florett und Säbel sowie Triathlet Jan Frodeno, Olympiasieger 2008.

Leichtathletik: Auslaufmodelle und Talente mit Weltklasse-Format

Hammerwerferin Betty Heidler kommt an Tatjana Lysenko wohl nicht mehr vorbei. Silber ist aber drin. Der zweite Platz wäre für Siebenkämpferin Jennifer Oeser schon ein Riesenerfolg angesichts der Konkurrenz um Jessica Ennis, Tatjana Tschernowa oder Natalja Dobrynska. Letzterer hat sie bei der WM 2011 in Daegu knapp hinter sich gelassen. Zu Silber oder Bronze kann es mit auch für Diskuswerferin Nadine Müller oder die Speerwerferinnen Linda Stahl und Christina Obergföll reichen. Seit Urzeiten eine Domäne, in der Leichtathleten aus Deutschland vordere Platzierungen erreichen, ist der Stabhochsprung. Mit Malte Mohr, Björn Otto, Martina Strutz und der in den Endphasen von bedeutsamer Wettbewerbe häufig unglücklichen Silke Spiegelburg werden vier Athleten Chancen auf Edelmetall eingeräumt werden. Der 34-jährige Otto, Weltranglistenzweiter, bekommt bis zu seinem Wettkampf dann auch endlich einen Ersatz für seinen extrem harten „Wunderstab“. Sein bisheriger hat sich bei einem Leichtathletik-Meeting in Crystal Palace nämlich einen Knacks geholt, mit ihm zu springen wäre ein hohes Risiko.

Hochspringerin Ariane Friedrich überrascht stets mit frisch gefärbtem Haar. Sie hatte auch einen Stalker, der sie sexuell belästigt hat. Und sie hat Blanka Vlasic als Rivalin. Der Haken: Die Kroatin hat in den wichtigen Wettkämpfen meist die Nase vorn. Außerdem ist sie nicht die einzige Hochspringer, die zwei Meter knackt. Anna Tschitscherowa und Antonietta di Martino sind ebenfalls gefährliche Konkurrentinnen um den Titel. Aber jetzt, wo Friedrich die Stalker-Geschichte überwunden hat, lässt sie womöglich auch die 2,06m wieder hinter sich. Auch, wenn sie die A-Norm von 1,95m dieses Jahr noch nicht überwunden hat und derzeit wieder von einem Psychologen betreut wird. Läuft es in London nicht rund für die Polizistin, die im Training zu Topleistungen fähig ist, in Pergine/Italien kürzlich aber nur 1,84m überwand, droht das Karriereende.

Radsport: Was können die Oldies Judith Arndt und Bert Grabsch noch reißen?

Aussichtsreiche Teilnehmer hat Deutschland auch im Radsport. Judith Arndt aus Königs Wusterhausen ist zwar schon 36 Jahre alt, allerdings Weltmeisterin 2011 im Einzelzeitfahren auf der Straße. Auch im Straßenrennen der Damen gelingen fährt sie noch vorne mit. Robert Förstemann gilt als Europameister 2011 in der Disziplin Sprint auf der Bahn als Mann für das Podest. Kann Bert Grabsch, Weltmeister von 2008 im Einzelzeitfahren auf der Straße, mit 37 Jahren noch einmal zum großen Wurf ausholen? Oder André Greipel im Straßenrennen? Ein realistisches Ziel ist Edelmetall auch für den aktuellen Mountainbike-Europameister Moritz Milatz.

Moritz Milatz und seine Freiburger Kollegin Adelheid Morath im Portrait:


Bei den Schützen stellt Deutschland ebenfalls Mitfavoriten. Christian Reitz hat bereits in Peking Bronze mit der Schnellfeuerpistole über 25m geholt und zählt im Gegensatz zu Silbermedaillengewinner Ralf Schumann auch diesmal zum erweiterten Kreis der Favoriten. Ebenso die Schützinnen um Sonja Pfeilschifter im Dreistellungskampf.

Welcher Turner macht Deutschland 2012 stolz?

Turner Fabian Hambüchen hat bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking bereits Bronze am Reck geholt. Zum dritten Platz reichte es auch bei der WM 2010 in Rotterdam. Der Turnfloh aus Wetzlar zählt in London ebenso wie Mehrkampf-Turner Philipp Boy zum erweiterten Favoritenkreis. Auch die Mannschaft des Deutschen Turnerbundes kann bei starken Leistungen und etwas Glück Bronze holen. Chancen ausrechnen dürfen sich zudem Elisabeth Seitz und der zweifache Europameister Marcel Nguyen am Barren.

Im Team-Wettbewerb gelten auch die Tischtennis-Herren sowie Julius Brink und Jonas Reckermann als Anwärter auf Edelmetall. Das Beachvolleyball-Duo hat bei der vergangenen Weltmeisterschaft Bronze mitgenommen. Gewichtheber Matthias Steiner weiß dagegen schon, wie sich Gold-Triumphe anfühlen. Der Chemnitzer war bereits Weltmeister und Olympiasieger (2008 in Peking). Stemmt er sich erneut zu einer Medaille?

Kampfsport: Ippon bis ins Finale?

Diese Frage liegt auch im Raum, wenn es um Judoka Ole Bischof geht. Auch er triumphierte in Peking. Sein jüngster internationaler Erfolg in der Wettkampfklasse bis 81kg war Bronze bei der Judo EM 2011. Ein Jahr später in einer höheren Gewichtsklasse (bis 90kg) wurde Christophe Lambert EM-Dritter. Mehr Edelmetall bei Europa- oder Weltmeisterschaften haben seine Kolleginnen Romy Tarangul (bis 52kg), Kerstin Thiele (bis 70kg), Heide Wollert (bis 78kg) und Miryam Roper (bis 57kg) eingesammelt. Sie zählen ebenso wie Judo-Schwergewicht Andreas Tölzer (bis 100kg) auch in London zu den Anwärtern für vordere Platzierungen. Bezwingen sie ihre Gegner bis ins Halbfinale oder gar Finale womöglich gar mit lupenreinen Ippon-Würfen?

Amtierender Europameister im Ringen im griechisch-römischen Stil bis 66kg ist Frank Stäbler. Der 23-jährige Athlet vom ASV Nendingen hat sich mit seinem jüngsten Coup auf jeden Fall in den Dunstkreis der Favoriten gerungen. Ebenso Helena Fromm im Taekwondo. Die Kampfsportlerin holte bei der WM 2011 Bronze bis 67kg. Im Playboy landete Fromm bislang allerdings nicht, im Gegensatz zu fünf anderen deutschen Leistungssportlerinnen mit Olympia-Ticket.

Helena Fromm hat sich in der Sportfördergruppe Sonthofen auf die Sommerspiele vorbereitet:


Wenn der Playboy anklopft - Schönheit im Sport

Hockey-Spielerin Christina Schütze vom Club an der Alster, Schwimmerin Angela Maurer vom SSV Undine 08 Mainz, Beate Gauß (Schießen, 10m Luftgewehr, SV Odenheim/SV Gechingen), Turmspringerin Christin Steuer vom SC Riesa und Regina Sergeeva (Rhythmische Sportgymnastik) von der TSG Söflingen sind im Playboy 8/2012 abgelichtet.


Die Krux: Wer seine unverhüllte Athletik im Playboy zeigt, holt zeitnah meist keine Medaille bei den Olympischen Spielen. Die fünf Spitzensportlerinnen haben also nur Außenseiter-Chancen, auch wenn vor allem Teamspielerin Schütze nicht allein an ihrem Glück schraubt und bekundet hat, in der besten und harmonischsten Mannschaft seit langem zu spielen. Wem sonst noch eine Überraschung gelingen könnte?

Verblüffen die Olympia-Omas die Welt noch einmal?

Die Hockey-Damen haben die Generalprobe vor den Sommerspielen gemeistert. Mitte Juli haben sie das Vier-Länder-Turnier in Bremen gewonnen. Warum sie trotzdem nicht als Goldkandidatinnen einzustufen sind, hast du gerade gelesen. Im Radsport könnten die Bahn-Damen in der Mannschaftsverfolgung punkten. Außerdem im stark erweiterten Kreis der Auserwählten, denen auf zwei Rädern noch der Hauch einer Medaillenchance zugetraut wird: Roger Kluge (Omnium Bahn) und die 40-jährige Erfolgsgarantin Sabine Spitz auf dem Mountainbike.

Anna Dogonadze startet zum 4. Mal bei den Olympischen Sommerspielen. 2004 hat die Trampolinspringerin den Titel geholt, inzwischen ist sie allerdings 39 Jahre alt. Was Dogonadze aber nicht daran hinderte, Bronze bei der EM 2012 zu holen. Darüber hinaus ist sie im Synchronspringen erfolgreich, wie der Gewinn der Weltmeisterschaft 2011 zeigt. Über den Zenit ist auch „Turn-Oma“ Oksana Chusovitina. Die in Usbekistan geborene Silbermedaillengewinnerin von Peking tritt zum sechsten Mal bei den Olympischen Spielen an. Ein ähnlicher Paukenschlag wie in China dürfte der Mutter eines 13-jährigen Sohnes in der Disziplin „Sprung“ allerdings kaum gelingen. Aber wer hatte denn vor vier Jahren mit einer Medaille für die Turnerin vom TV Herkenrath 09 gerechnet?

Anna Dogonadze hat das Trampolinspringen noch drauf:


Badminton und Tennis mit minimalen Medaillenchancen

Da stehen die Karten von Ruderer Marcel Hacker im Männer-Einer schon besser. Der Frauen-Achter mit Steuerfrau dagegen hat nur sehr geringe Chancen. Turmspringerin Maria Kurjo aus 10m Höhe und Rückenschwimmer Helge Meeuw über 100m sind weitere Außenseiter mit Potenzial. Dazu kommen im Schwimmen die Staffeln über 4x100m Lagen der Frauen und Männer, sowie die 4x100m Freistil-Frauen und die 4x200m Freistil-Männer.

Als ziemlich gering einzustufen sind dagegen die Medaillenchancen im Tennis. Die Wettquoten für Sabine Lisicki und Angelique Kerber stehen allerdings gar nicht so schlecht, sogar besser als die von Andrea Petkovic. Marc Zwiebler ist Europameister im Badminton, Juliane Schenk hat sich in den Top Ten der Weltrangliste festgebissen und kann an guten Tagen fast jede Spielerin schlagen. Badminton ist allerdings eine asiatische Domäne, in der in der Regel allenfalls Dänen oder Briten eindringen. Hat Schenk einen Lauf und gewinnt die knappen Sätze, ist ihr eine Medaille zuzutrauen.

Eine hübsche Gewichtheberin, Beach-Girls und erfahrene Fechter

Gewichtheberin Julia Rohde gehört trotz deutscher (und europäischer Junioren-) Rekorde noch nicht zur erweiterten Weltspitze, hat mal Turniertanz gemacht und geht die Spiele in London total locker an. Chancen? Minimal – aber mit Unbekümmertheit kann’s klappen! Die 23-jährige Görlitzerin könnte übrigens für ein Novum vor den Bildschirmen sorgen: Wann haben die TV-Zuschauer schon mal Gewichtheben der Frauen angeschaut, weil eine Athletin durchaus ein Augenschmaus war? Ihren Wettkampf übertragen ARD und Eurosport am 29. Juli um 16:30 Uhr. Allenfalls Außenseiter-Chancen haben zudem Sara Goller und Laura Ludwig als Duo im Beachvolleyball - eine Sportart, bei der vor allem Männer insbesondere wegen der durchtrainierten Körper und der knappen Spielkleidung der sandigen Damen einschalten.

Laura Ludwig und Sara Goller im Portrait:


Für Fechter Jörg Fiedler stellt das Sport-Highlight in London wohl die letzte Chance auf eine Einzel-Medaille bei Olympischen Spielen dar. Der 34-jährige Mann mit dem Degen hat zwar 2004 schon Bronze mit der Herrenmannschaft gewonnen, ein individueller Triumph blieb ihm aber bislang vergönnt. Seine Finalteilnahmen bei Weltmeisterschaften liegen zwar schon länger zurück, Hoffnung macht aber der Europameistertitel von 2011. Gar nicht mal so unrealistisch ist eine Medaille auch für Florettfechter Benjamin Kleibrink, der vor vier Jahren in Peking sogar Gold holte.

Bei diesen Leichtathleten fehlt voraussichtlich ein Stück für das Podest

Kommen wir zu den Leichtathleten mit Außenseiterchance. Kugelstoßer Ralf Bartels zählt zweifellos zu den Sympathieträgern des DOSB. Bei der Halleneuropameisterschaft 2011 in Paris gelang ihm nach der EM 2006 in Paris sogar noch einmal ein Gold-Stoß. Genau genommen sogar vier, denn auch sein zweit-, dritt- und viertbester Stoß hätte für den Sieg gereicht. Bei der WM landete er allerdings nur auf Rang 10. Trotzdem: Der 34-jährige Routinier hat Medaillen-Weiten durchaus noch drauf. Ein ganz ähnliches Profil hat seine Kollegin Nadine Kleinert. Mit 36 Jahren hat die Magdeburgerin ihre besten Wettbewerbe eigentlich hinter sich. Wäre da nicht die EM 2012 in Helsinki, wo sie Gold holte. Warum also nicht noch mal olympisches Edelmetall?

Weitere Spitzensportler aus der Leichtathletik, denen in Sachen Bestleistung und jüngster Ergebnisse etwas fehlt, um zum Favoritenkreis zu gehören, sind Christian Reif und Sebastian Bayer im Weitsprung und Hammerwefer Markus Esser. Sprinterin Verena Sailer steigert ihre Leistung zwar Jahr für Jahr, doch gegen die starke Konkurrenz aus Jamaika und den USA müsste sie erstmal ins Finale rennen, dort den perfekten 100-Meter-Lauf aus europäischer Sicht schaffen und gleichzeitig darauf hoffen, dass die karibischen oder amerikanischen Kurzstreckenasse den Start verschlafen. Dennoch ist Sailer die einzige deutsche Leichtathletin, die in einer Laufdisziplin wenigstens eine mikroskopische Chance hat. Ebenfalls immer besser wird Raphael Holzdeppe. Der 22-jährige Stabhochspringer hat bei der EM 2012 mit Bronze seine erste internationale Medaille im Erwachsenenbereich geholt. Im modernen Fünfkampf haben Stefan Köllner, Lena Schöneborn und Annika Schleu kleine Chancen auf das Podest, im Triathlon Maik Petzold.

391 Athleten umfasst das deutsche Aufgebot für die Olympischen Spiele 2012. Mehr als zwei Dutzend weisen einen Mitgrationshintergrund auf. Den kompletten Kader des Deutschen Olympischen Sportbunds gibt’s hier.

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