„Saure Gurke“: Die Tagesschau war zu frauenfeindlich

Die „Auszeichnung“ Saure Gurke 2012 für einen besonders frauenfeindlichen Beitrag einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt geht an die Tagesthemen. Die eigentlich seriöse Sendung hatte unangemessen über die neue französische Regierung berichtet.

Seit 1980 verleihen die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF die „Saure Gurke“, mit der ein besonders frauenfeindlicher Fernsehbeitrag ausgezeichnet. Bei ihrem jährlichen Herbstreffen zeichneten die Teilnehmerinnen dieses Mal die Tagesschau aus. Ein Beitrag über die neue französische Regierung von Autor Michael Strempel in der 20-Uhr-Ausgabe vom 16. Mai machte die Nachrichtensendung zum Gewinner bzw. Verlierer. Zur Begründung hieß es laut dwdl.de: „Kurz und prägnant informiert uns der Beitrag über die Köpfe im neuen französischen Kabinett. Er verzichtet darauf, die Zuschauerinnen und Zuschauer mit unnötigen Fakten zu belasten: So erspart uns der Autor die Nebensächlichkeit, dass Frauen zum ersten Mal die Hälfte des Kabinetts in Paris ausmachen. Das Publikum der Hauptnachrichtensendung im Ersten bleibt mit dem vertrauten und beruhigenden Gefühl zurück, dass der Nachbar von der angekündigten (Geschlechter-)Revolution offensichtlich verschont geblieben ist.“

Frauenquote gefordert

Im Vordergrund stand auf dem Herbsttreffen aber auch die Forderung nach der Einführung einer Frauenquote von 50 Prozent auf allen Ebenen sowie in allen Räten und Gremien. Freiwillige Vereinbarungen hätten es nämlich bislang nicht geschafft, die Gleichstellung auf allen Ebenen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und in Österreich flächendeckend zu verwirklichen.
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