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Beim Wild in Wald und Flur ist Schmalhans Küchenmeister!

Hier hat Rehwild nach etwas zum Äsen( Fressen) gesucht!
 
Rehwild im Winter. (Foto: DJV .Newsroom. 01/10)
Tiere, die auf pflanzliche Nahrung angewiesen sind, bietet der Winter wenig Abwechselung auf dem Speiseplan . Die heimischen Vertreter der Hirsch-Familie, besonders Reh und Rothirsch, leben deshalb auf Sparflamme. Besonders wichtig für das Überleben kalter, Schnee- und frostreicher Perioden ist ein üppiger Winterspeck, den sich die Tiere im Herbst angefressen haben. Und: Viel Ruhe. Im Spätwinter ist die Nahrungssuche teilweise mit mehr Energieaufwand verbunden, als mit dem kargen Futter aufgenommen wird. Die Taktik: Ein kleines bisschen Winterschlaf. Rothirsche können beispielsweise den Herzschlag von regulär 60 Schlägen pro Minute auf 30 Schläge reduzieren. Die Körpertemperatur in den Extremitäten wird ebenfalls herabgesetzt. Selbst am Brustbein wurden im Spätwinter statt der normalen 37 Grad Celsius nur 15 Grad gemessen. Schönheitsfehler dieser Taktik: stark eingeschränkte Mobilität. Selbst bei Störungen – etwa durch Wanderer oder Skifahrer abseits der Wege und Loipen – bleibt das Wild vermeintlich ruhig stehen und lässt Menschen näher heran als normal. Es wirkt zutraulich. In Wirklichkeit bedeutet diese Situation Stress, Alarmstufe Rot, sozusagen. Eine Flucht wird nur hinausgezögert, weil sie noch mehr Energie verbrauchen würde. Bei ständigen Störungen sind Schälschäden an Bäumen die Folge, da Hirsche den erhöhten Energiebedarf mir Baumrinde decken wollen. Werden Tiere ständig aufgeschreckt, überleben sie im schlimmsten Fall den Winter nicht. Deshalb sollten Freizeitsportler und Spaziergänger auf den Wegen bleiben. Und Hunde sollten immer – angeleint werden, wenn die nicht – im direkten Einflussbereich von Frauchen oder Herrchen bleiben. Einflussbereich heist hier absoluter gehorsam des Hundes gegenüber von Wild. Viele Tierfreunde sagen nun, unter solchen Umständen muss man das Wild doch füttern! Grundsätzlich gilt: Unsere heimischen Tiere haben sich über die Jahrtausende an die Witterung angepasst und wissen mit dem Winter umzugehen. Ruhe ist viel wichtiger als zusätzliches Futter. Für Pflanzenfresser wie Rehe und Hirsche werden in der Regel nur in Notzeiten gefüttert – diese sind in Notverordnungen der Bundesländer genau geregelt. Förster und Jäger sorgen dann für die artgerechte Fütterung. Etwa wenn eine verharschte Schneedecke oder Eis das Finden von Nahrung am Boden unmöglich macht. Was ist aber Artgerecht? Bei uns in Hessen haben wir es einer Fraktion im Landtag zu verdanken dass nur Raufutter dem Schalenwild (gemeint ist Reh u. Rotwild, Damwild und Mufflon) gereicht werden darf. Rehwild äst dieses aber nicht. (äsen-Fressen.) Falsch verstandene Tierliebe ist es sicherlich, wenn die Reste von der Kaffeetafel oder vom Mittagstisch am Waldrand entsorgt werden. Davon profitieren höchstens Allesfresser wie Fuchs und Wildschwein, für die der Tisch ohnehin schon reich gedeckt ist. Scheue Rehe oder Hirsche lassen sich eher nicht blicken. Schimmel – etwa auf Brot – oder ein Zuviel an Zucker können bei Pflanzenfressern schwere Koliken auslösen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Noch schlimmer ist es die süßen Wildschweine im Vorgarten gefüttert werden. Wildschweine merken sich sehr schnell, wo es etwas zu holen gibt. Wo heute eine Sau gefüttert wird, steht morgen die ganze Wildschweinfamilie und bettelt. Dabei zeigen sich Schwarzkittel wenig zimperlich.
Dann muss man sich nicht wundern wenn diese dann beim Umgraben des Gartens behilflich sind und zur Plage werden. Siehe Berlin aber auch im Randgebiet von Marburg ist das schon so. Wenn die Sau dann im Garten steht ruft man die Polizei. Die haben wahrlich andre Aufgaben als dem Wild nachzustellen, was auch recht nicht so einfach ist.
Mehr zu dem Thema in meinem nächsten Artikel.
Peter Glinski, Neustadt/ 2010
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Hinterland extra, Anzeiger extra, Marburg extra | Erschienen am 17.02.2010
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