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Feuerwerk der Turnkunst 2017 in München

Olivier Sylvestre im Rhönrad (Foto: TSF GmbH, Fotos: minkusimages)
 
Evelyne & Shannon am Doppel-Trapez (Foto: TSF GmbH, Fotos: minkusimages)
Europas erfolgreichste Turnshow gastierte am Samstag, 14. Januar 2017, für zwei Vorstellungen in der Olympiahalle München. Auf den ersten Blick fällt auf, dass beim Feuerwerk der Turnkunst 2017 weniger Akteure auf der Bühne stehen. Doch deswegen ist die Show mit dem Titel „2gether“ weder kürzer noch schlechter als ihre Vorgänger, sondern bietet den 19.000 Besuchern erneut exzellente und mitreißende Momente.

Den Auftakt machen rund 40 Jugendliche vom Showteam des TSV Pliening-Landsham, die sich eine stimmige Choreographie rund um das Thema Wetter ausgedacht hatten. Das Duo Cie „Hay que...“ überrascht das Publikum dann mit einer Neuheit – dem Flying Pole. An einer festen und einer fliegenden, also beweglichen Pole-Stange, die von den Aktionen des Partners beeinflusst wird und somit viel Vertrauen erfordert, vollführen die beiden Artisten waghalsige Bewegungen. Ekaterina Demina verzückt mit Kontorsion und Equilibristik, während Kanada-Schnuckel Olivier Sylvestre zunächst einen anerkennenden Pfiff durch das weite Rund für seinen Astralkörper erhält. Nach seiner Rhönrad-Darbietung, bei der unter anderem auch ein halbiertes „Arbeitsgerät“ zum Einsatz kommt, gibt es üppigen Applaus.

Bei der Reck-Vorführung von Helge Liebrich und Dmitirjs Trefilovs, die später auch noch am Seitpferd Gas geben, demonstriert das Showteam des Feuerwerks der Turnkunst mit einer ästhetischen und erfrischenden Darbietung, dass es zu weit mehr als nur dem Umbaupausenfüller taugt. Ein Höhepunkt aus Fernost steht daraufhin im Mittelpunkt: Mit Ringen und Stäben „bewaffnet“ vollführen die sechs Japaner von Blue Tokyo krasse Sprünge und HipHop in phänomenaler Synchronizität sowie mit glänzendem Timing. Bei ihrer Abschlussfigur springt der Sechste mitten in die am Boden kauernde 5er-Formation, die sich in letzter Sekunde ringförmig öffnet und an den Händen haltend ein schönes Schlussbild liefert. Ebenfalls mit einem beeindruckenden Schlussbild erfreuen die drei Mädels von der russischen Nationalmannschaft der Sportakrobatik. Bei dieser faszinierenden Höchstleistung muss der Zuschauer nochmal hinschauen, noch genauer hinsehen und spätestens dann einfach nur begeistert sein.

Rasant und auf internationalem Spitzenniveau sind auch die Ikarischen Spiele, mit denen die Jungs der Tianjin Troupe für offene Münder sorgen.Kinderlachen erfüllt die Halle bei der Ein-Apfel-Jonglage des Comedy Duos Baccalà compagnia die Halle. Nachher wird auch ein Herr aus dem Publikum miteinbezogen. Die stumm auftretenden Physical Comedians zeigen bei ihren weiteren Nummern, dass sie nicht nur albern sein können, sondern auch akrobatisch etwas drauf haben. Sei es bei Partnerakrobatik, unter anderem mit einem Kopfstand auf dem Schädel des stehenden Partners oder am Trapez. Mit einem Doppel-Trapez mit Evelynne und Shannon als seine Bezwinger fährt das Feuerwerk der Turnkunst nach dem halben Rhönrad und dem Flying Pole ein weiteres innovatives Sportgerät auf. Reichlich Beifall erntet auch der tanzende Jongleur Jimmy Gonzalez, der einerseits bis zu sieben Bälle durch die Luft wirbeln lässt und außerdem alle möglichen Körperteile wie beispielsweise sein Gesicht in die Jonglage einfließen lässt.

Die rhythmischen Sportgymnastinnen vom SKC TABEA Halle präsentieren sich im zweiten Durchgang deutlich präziser als bei ihrer Nummer vor der Pause. Zudem unterstreicht die emotionale Musik von Komponist und DJ Rick Jurthe mit zweistimmigem Gesang von Jonas Fritsch und Anika Reichert die schönen Bilder, die die Mädels aus Sachsen-Anhalt in ihren blauen Outfits "malen", goldrichtig. Ohnehin geht das Konzept der Produktionsleitung um Wolfram Wehr-Reinhold und Regisseurin Heidi Aguilar, den im Vorjahr eingeschlagenen Weg, mit Live-Musik zu arbeiten, auf. Erneut wurden hierfür FOXOS mit ihren atmosphärischen Klängen verpflichtet, diesmal jedoch um eine weibliche Stimme bereichert.

Die Catwall Acrobats sorgen für juckende Füße, denn bei ihrer Sprunggewalt am „Butterfly-Trampolin“ (ein langes Trampolin, dessen äußere Drittel wie Schmetterlingsflügel schräg zueinander gestellt werden,) möchte man gleich selbst hüpfen. Später vollführen sie reihenweise Salti auf dem Fasttrack. Besonders cool daran: Sieht die Leistung von Frauen bei vielen Sportarten im direkten Vergleich zu den Männern für den Betrachter meist deutlich weniger spektakulär aus, steckt die einzige Frau der Catwall Acrobats ihre drei Kollegen auf beiden Geräten sogar in die Tasche. Die Partnerakrobatik von Duo Shcherbak Popov sorgte nicht nur beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo für Begeisterung, sondern führt auch beim Feuerwerk der Turnkunst in München zu tosendem Applaus. Obendrein schließt die Nummer, die vom Song „Singing in the Rain“ unterlegt wird (nicht alles wird live von den 2gether Musikern gespielt), musikalisch die Brücke zum Auftakt des TSV Pliening-Landsham

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