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Pflegeheim Am Lohwald feiert 20jähriges Bestehen

Mit Banner und bunten Luftballons wurden die Besucherinnen und Besucher begrüßt.
 
Justine Bohn begrüßt die Gäste zur Feier.
Sein 20jähriges Bestehen feierte das Pflegeheim Am Lohwald. „Doch damit feiern wir in erster Linie nicht das Gebäude, sondern die Menschen und das Miteinander, die für das Pflegeheim stehen und diese Einrichtung auszeichnen“, sagte Erster Bürgermeister Richard Greiner zur Begrüßung. Und auch während der Feierlichkeiten standen die Menschen und Begegnungen im Mittelpunkt. So gab es neben gelungenen Auftritten der Kinder- und Jugendgruppe der Faschingsgesellschaft Narrneusia und des Seniorensingkreises der Sing- und Musikschule Neusäß die Möglichkeit für zahlreiche und vielfältige Gespräche. Für den Seniorenchor war es der erste öffentliche Auftritt. Seit Herbst vergangenen Jahres treffen sich die Mitglieder zum „Singen für Senioren“ alle zwei Wochen in der Sing- und Musikschule Neusäß unter Leitung von Brigitte Anzenhofer-Groß. Außerdem sorgte das Duo Caprice für musikalische Unterhaltung.

„Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet“, zitierte Markus Bottlang, Kaufmännischer Vorstand Diakonisches Werk Augsburg e. V., in seinem Grußwort aus Jesaja 46,4. Das Diakonische Werk Augsburg ist seit Beginn der Betriebsträger des Pflegeheims Am Lohwald. „Und einen Menschen zu tragen hat als Diakonie auch einen Leitbildcharakter“, erläuterte Bottlang. „Dies tun wir im Pflegeheim seit 20 Jahren.“

Ausgangspunkt für den Bau des Pflegeheims war im Jahr 1989 der Umzug der Firma Keimfarben, die früher an diesem Standort angesiedelt war, nach Diedorf. Dadurch wurde ein großes Areal von 3,6 Hektar frei, von dem die Stadt Neusäß 24.000 m² erwarb. Im Jahr 1993 beschloss der Stadtrat Neusäß den Bau eines Pflegeheims am Lohwald, da dringend Betreuungsplätze benötigt wurden. Weil auch auf Landkreisebene Heimplätze fehlten, konnte der Landkreis für ein gemeinsames Projekt gewonnen werden. Später veräußerte der Landkreis seinen Anteil jedoch an die GWN, die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft Neusäß mbH.

Im Mai 1994 wurde das Architekturbüro Schinharl aus München, das im Pflegeheimbau bereits erfahren war, mit der Planung beauftragt. Der Spatenstich erfolgte am 1. Juni 1995 und am 16. November 1996 konnte das neue Pflegeheim mit 60 Plätzen eingeweiht werden. Das Haus öffnete schließlich unter dem Betriebsträger, dem Diakonischen Werk Augsburg e. V., seine Pforten für die Bewohner zum Beginn des Jahres 1997.

Die Baukosten, einschließlich Grundstücks- und Nebenkosten, lagen damals bei ca. 14 Millionen D-Mark.

Aufgrund des weiteren Bedarfs an zusätzlichen Pflegeplätzen gab es jedoch bald Überlegungen zu einer Erweiterung des Pflegeheims. Die Kosten für einen Erweiterungsbau, um die vorhandenen Plätze auf 80 Plätze aufzustocken, wurden auf 2,1 Millionen Euro geschätzt. Durch Richard Dollinger, einem alteingesessenen „Lohwalder“, der mit dem damaligen 1. Bürgermeister Dr. Manfred Nozar sehr gut bekannt war, erhielt dieses Vorhaben einen gewaltigen Schub. Denn Richard Dollinger schenkte der Stadt Neusäß ein Grundstück mit der Auflage, aus dem Verkaufserlös den Erweiterungsbau des Pflegeheims zu unterstützen. Die restlichen Kosten übernahmen je zur Hälfte die Stadt Neusäß und die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft Neusäß mbH (GWN). Die Planungen für den Erweiterungsbau übernahm erneut das Architekturbüro Schinharl. Am 15. November 2007 konnte dann der Erweiterungsbau im Beisein von Richard Dollinger eröffnet werden, der zu diesem Zeitpunkt mittlerweile selbst im Haus wohnte, vor einigen Jahren aber leider verstorben ist.

Im September dieses Jahres wird eine weitere besondere Maßnahme zum Abschluss gebracht werden. Die Einrichtung einer Demenzstation. Herzstück dieser Maßnahme ist die Einrichtung von zehn gerontopsychiatrischen Pflegeplätzen im Erdgeschoss, die auf zwei Doppelzimmer und sechs Einzelzimmer verteilt sind. Außerdem wird im Außengelände ein Gerontogarten entstehen. Damit soll laut Richard Greiner eine Versorgungslücke in Neusäß geschlossen werden, damit Neusässer Bürgerinnen und Bürger, welche dieser speziellen Pflege bedürfen, ein entsprechendes Angebot in Neusäß vorfinden.

Ebenfalls einen kurzen und interessanten Rückblick boten Justine Bohn, Leiterin des Pflegeheims Am Lohwald, und Hannelore Zerrle, Leiterin der sozialen Betreuung. So zogen zur Eröffnung des Pflegeheims 1997 10 Bewohner ein und 20 Mitarbeiter nahmen ihre Arbeit auf. Seit der Eröffnung bis heute wurden rund 1300 Bewohner versorgt und betreut und etwa 200 Mitarbeiter waren im Pflegeheim tätig. Ein tägliches Beschäftigungsangebot, das im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut wurde, sorgt für Abwechslung. So stehen regelmäßig Spielenachmittage, Cafeterianachmittage, kreative Angebote und präventive Maßnahmen wie Sturzvorbeugung auf dem Programm.
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