Tobias Regner bringt Stereoton-Gäste unplugged zum Singen, „Tante Rosa und die Erdbeerwoche“ begeistert als Support

Tobias Regner unplugged im Stereoton
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Tobias Regner hat am Donnerstag mehr als 100 Musikliebhaber im Jugendkulturhaus Stereoton in Neusäß mit einem Unplugged-Konzert beeindruckt. Der Gewinner von Deutschland sucht den Superstar 2006 spielte dabei vor allem Songs aus seinem neuen, zweiten Album „Kurz unsterblich“.

Der Rocksänger aus dem oberbayerischen Teisendorf bewies in Neusäß eindrucksvoll, dass er nicht zu den typischen Casting-Gewinnern zählt, die nach einer kurzen Zeit des Hypes wieder von der Bühne verschwinden. Mit einer angenehmen Stimme und ehrlich klingenden Rockballaden wie „Irgendwo da draußen“ und „Die richtigen Worte“ vereinnahmte er die Zuhörer im Stereoton für sich. Der 28-Jährige hat den Sprung vom Casting-Talent zum etablierten Sänger und Songwriter geschafft. „Es kommt darauf an, dass die Fans dich als Künstler geil finden, nicht die Show. Darauf musst du mit ehrlicher Live-Musik aufbauen“, erläutert Tobias sein musikalisches Erfolgsrezept. Auch die Sprache hat sich geändert. Anstatt mit seiner markanten Stimme englischen Texten Leben einzuhauchen, singt Regner jetzt auf Deutsch. Ein weiterer Spagat, der ihm geglückt ist. „Ich habe immer auf Englisch gesunden, da war es eine Herausforderung, gute Texte in Deutsch zu schreiben und zu singen“, begründet Tobias diese Entscheidung.

Den Hype als gecasteter Star hat er längst hinter sich. „Zum ernstzunehmenden Musiker kannst du dich nur entwickeln, wenn du Live-Gigs spielst und Alben aufnimmst“, erläutert Tobias. In Neusäß spielte er auf der Gitarre und ein Lied am Klavier. Dabei begleitete ihn sein Bruder Michi am Cajon – einem Holzkasten, ähnlich einer Obstkiste, nur mit einer Membran – als Schlagzeugersatz. „Wir haben festgestellt, dass es sehr gut funktioniert, wenn ich nur mit der Gitarre da sitze. So ist es entspannter als mit Band“, erteilt Tobias Auskunft. Tatsächlich kommen die beiden Oberbayern in Neusäß unheimlich gut an. „Wahnsinn, das ganze Stereoton singt“, war auch Stereoton-Mitarbeiterin Anja Paulus bei der Zugabe „Nothing else matters“ von Metallica aus dem Häuschen.

Wie kommt ein Star wie Regner eigentlich nach Neusäß? „Der Manager hat sich bei uns beworben“, sagt Stereoton-Leiter Markus Bzduch. Bedenken hatte er schon, da sich die Vertragsverhandlungen als schwierig gestalteten. „Ich hatte bis heute keinen Kontakt zu Tobias“, offenbarte er am Konzertabend. „Das hat es für mich spannend gemacht, weil ich ihn menschlich nicht kannte“, gestand Bzduch und ist im Nachhinein erleichtert, dass der Star doch recht unkompliziert ist. Beim Interview im Freien ist Tobias zugleich offen für Fan-Anfragen. Er erfüllt einen Foto-Wunsch und beantwortet die vielen Fragen des siebenjährigen Sebastian Neudecker. Kein Wunder, schließlich nahm ihn der aufgeweckte Junge mit dem Kompliment „Du schaust richtig cool aus!“ in Beschlag.

Für Stimmung sorgten allerdings nicht nur die „Regner-Buam“, sondern schon die Vorband „Tante Rosa und die Erdbeerwoche“. Die Pop-Punkband aus Augsburg spielt Pop, Rock, Reggae, Ska und Swing und stand nicht zum ersten Mal auf der Stereoton-Bühne. Schon im Mai begeisterten sie das Publikum im Jugendkulturhaus. „Das war ein sehr schlecht besuchtes Konzert, aber die hatten so viel Spaß und haben diesen auch verströmt“, erklärte Bzduch, warum das Gute-Laune-Quintett sieben Monate danach erneut im Stereoton spielt. Die Band hatte sich, wie so viele andere auch, nach einem Auftritt im Jugendkulturhaus erneut beworben – zur rechten Zeit. Bis hin zum Abschieds-Ohrwurm „Bye Bye Rosa“ lieferten die Stimmungskanonen eine tolle Show mit eingängigen Melodien, ständig den Songs angepassten Outfits und interaktiven Elementen wie bei „Hüften kreisen, Augen auf“. Die Fans quittierten die überzeugende Performance von „Tante Rosa und die Erdbeerwoche“, indem sie lautstark „Zugabe“ forderten und diese auch bekamen.

Bzduch und sein Team vom Jugendkulturhaus bewiesen einen Tag vor Heiligabend erneut, dass sie es verstehen, Konzerte zu veranstalten. Die Gäste im Stereoton kamen nämlich nicht nur in klanglich einwandfreien Musikgenuss, sondern freuten sich zudem über Gratis-Lebkuchen und ein Lagerfeuer. „Die essen Lebkuchen wie verrückt. Letztes Jahr sind wir auf dem Zeug sitzengeblieben“, freute sich Paulus wie eine Schneekönigin. Grund zur Freude hatten sie im Stereoton allemal, auch wenn die angepeilte Marke von 200 Besuchern nicht erreicht wurde. „Wir haben Helfer ohne Ende“, kann Bzduch mit der internen Organisation zufrieden sein. Auch über die Zusammenarbeit mit dem Bauhof ist er glücklich. Der Nachbar schippte den Schnee im Hinterhof und baute sogar noch eine Weihnachtsmarktbude auf, die als Schupfnudel-Stand und Glühwein-Schänke genutzt wurde. Rund 20 Kilogramm Schupfnudeln landeten in den Bäuchen der Konzertbesucher. Selbst das große Ziel von Bzduch, sämtliche Generationen im Jugendkulturhaus zusammenzubringen, wurde erreicht. Neben zahlreichen Kids, Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren auch Eltern und Großeltern vertreten. Manche von ihnen sogar ohne Kinder oder Enkel.

Bürgerreporter:in:

Michael S. aus Neusäß

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