Anzeige

Die Eichenwaldschule ist eine Umweltschule

  Am Montag, 9. Dezember 2019 wurde unsere Schule (im Bild Rektor Herr Thomas Fink mit den Lehrern Heike Bittner und Winfried Mayr) als Umweltschule von Kultusminister Herr Prof. Piazolo ausgezeichnet. Ab sofort wird die Fahne in der Aula sichtbar ausgehängt.

Hier eine Beschreibung des Projekts:

Nach der Sanierung des Schulgebäudes und der teilweise Neugestaltung des Schulgeländes der Eichenwaldschule wurde das Anlegen eines naturnahen Schulgartens versäumt. Die Schüler der 7a waren schnell von der Idee begeistert, entsprechende Blühflächen für Insekten zu erstellen. Zuerst musste der Begriff „Blühflächen“ erst einmal geklärt werden. Den Schülern fiel auf, dass es auf dem Schulgelände viel Rasen gab, der regelmäßig vom Sachaufwandträger mit großem Gerät gemäht wurde. Auf schriftliche Nachfrage bei der Stadt Neusäß wurde uns genehmigt, einen Teil des Rasens in eine Blühwiese zu verändern. Rat holten wir uns bei Herrn Christian Schröttle, der als Imker beim Imkerverein Diedorf, viel Erfahrung mit Blühwiesen gesammelt hatte. Er besuchte die Klasse und erklärte, dass der Boden entscheidend ist, welche Pflanzen wachsen können.

Daraufhin recherchierten die Schüler die unterschiedlichen Bodenarten. Sie entschieden sich für einen Vergleich für das Anlegen zweier Flächen. Es sollte von einem Rasenstück nur die Rasennarbe abgenommen und eine Sonnenblühwiese angelegt werden. Im Vergleich dazu sollte an einer anderen Stelle eine Magerrasenfläche im Halbschatten entstehen. Für diese Arbeiten wurden kräftige Schüler der Abschlussklasse gewonnen, die im September 2018 eine 8 mal 3 Meter große Fläche in Westlage (im Schatten des Schulgebäudes) von der Grasnarbe befreiten. Nach Internetrecherche fand die Klasse 7a heraus, dass als Magerrasen eine Mischung aus Humus und Kies im Verhältnis 30 zu 70 am besten geeignet wäre. Das ortsansässige Kiesunternehmen Thaler lieferte kostenfrei 4,5 Kubikmeter der Mischung, die dann im Oktober in Handarbeit von den Neuntklässler auf die dafür vorgesehene Fläche verteilt wurde.
Als den Schülern klar wurde, dass die Aussaat der Blühmischung erst im nächsten Jahr erfolgen konnte, entstand die Idee, Frühblüher (Krokusse, Hyazinthen, Narzissen) noch im Herbst einzusetzen, damit Insekten bereits im Frühjahr Nektar sammeln können. Das Einsetzen der Blumenzwiebeln übernahm die 7. Klasse. Ungeduldig warteten die Schüler, bis die Frühblüher zu sehen waren. Begeistert beobachteten sie im Frühjahr des neuen Jahrs die ersten Insekten an den Blüten.
Im Januar begannen die Planungen, welches Saatgut eingekauft werden sollte. Das Internet-Team stellte Bodenart und Lage der Blühfläche gegenüber. Im Klassenrat der Klasse 7a wurde beschlossen, dass für den Magerboden die Blühmischung Syringa Mischung 06a: Magerwiese und für die Sonnenwiese die Mischung 02: Fettwiesenmischung und für einen „schnellen“ Erfolg die Mischung 07: Einjährige Sommerblumen Prachtmischung geeignet sind. Im März (die Neuntklässler bereiteten sich auf die QA-Prüfung vor) wurde von der 7. und 8. Klasse die Grasnarbe für die Sonnenwiese (Südlage) entfernt. Unter der Anleitung von Imker Schröttle wurden dann Anfang April die beiden Oberflächen begradigt und angesät. Brote, beschmiert mit Honig aus der Imkerei von Herrn Schröttle, stärkten die Schüler. Im Gespräch wurde den Schülern erklärt, welcher Zusammenhang zwischen dem Anlegen von Blühwiesen und dem Honig besteht. Ein Gießdienst sorgte über die Osterferien dafür, dass der Boden ausreichend bewässert wurde.

Der Unterricht nach den Ferien begann für die Klasse 7a mit einem Schock. Während der Ferien hatte der Bauhof der Stadt bei Renovierungsarbeiten (Abriss der Kugelstoßanlage) die angelegte Sonnenwiese mit Erdreich aufgeschüttet und mit Gras neu eingesät. Im Klassenrat wurde schnell beschlossen, dass eine weitere - dritte - Fläche entstehen soll. Im Schnelldurchgang entfernten innerhalb von drei Wochen die Schüler nachmittags die Grasnarbe, so dass noch im Mai erneut ausgesät werden konnte.
Währenddessen kam es immer wieder zu Kontakten zu Schülern aus anderen Ganztagsklassen, die sich über die Entwicklung der Blühwiese informieren und überzeugen wollten. Teilweise gab es auch aus diesen Klassen spontane freiwillige Mithelfer, die ihre Pausenzeiten für die Arbeit im Garten „opferten“. Der Gießdienst der Klasse 7a erfüllt seitdem täglich die Aufgabe, die Flächen ggf. zu bewässern. Da alle „drei“ (auf der „Bauhof“-Fläche kommen auch der Blühwiesensamen durch!) Blühflächen auf dem Pausenhofgelände liegen, wurden sie mit Absperrbändern markiert. Die Mitschüler wurden durch Plakate auf die Blühwiesenaktion aufmerksam gemacht und über das Nutzen für die Insekten informiert. Die Klasse 6a, die sich bereits im Projekt „Müll“ beteiligte, entschloss sich spontan, eine weitere Blühfläche im Schulgarten anzulegen. Sie füllte einen alten Brunnen mit Erde auf und säten die „Augsburger Mischung“ vom Landratsamt Augsburg an. Betreut werden sie von der WTG-Lehrerin, die auch die Hochbeete anpflanzen ließ.

Im Laufe des Projektes hat sich in der Klasse 7a eine „AG Schulgarten“ entwickelt, die eigenständig das Bearbeiten der Rasenflächen organisierte. Das Entnehmen der Grasnarben und der Abtransport durch einen Schubkarren wurde optimiert, sodass ein funktionierender Arbeitsablauf installiert wurde. Der Aushub wurde in das Gelände des Schulgartens integriert.

W. Mayr, Dezember 2019
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.