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Brückenpatron Nepomuk steht wieder an Ottmarshauser Brücke

Jetzt steht Nepomuk wieder an der Schmutterbrücke. von links: Pfarrer Wolfgang Kretschmer, Andreas Goetzke, Rober Sailer, Christian Agnethler und Josef Löflath
Neusäß: Ottmarshausen | Zwei Jahre ist es her, dass die verschollen geglaubte Nepomukfigur bei Aufräumarbeiten auf einem Dachboden wieder gefunden wurde. Um sie in neuem Glanz erscheinen zu lassen war viel Arbeit und Zeit nötig. Der ortsgeschichtliche Arbeitskreis Ottmarshausen-Hammel hat Spenden gesammelt, einen Restaurator gesucht und einen neuen Standort für die Wiederaufstellung gefunden. Mit viel Herzblut und Engagement haben die Mitglieder die Arbeiten begleitet, eine Broschüre entwickelt und schlussendlich noch ein Brückenfest organisiert. Zahlreich drängten sich die Besucher an der Ottmarshauser Schmutterbrücke um der feierlichen Segnung ihres Nepomuks beizuwohnen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes segnete der katholische Pfarrer Wolfgang Kretschmer und sein evangelischer Kollege Pfarrer Christian Agnethler den Brückenpatron.
In der Restaurierungswerkstatt von Andreas Goetzke nahm die 140 cm große und stark beschädigte Figur nach und nach wieder Form an. Die Ölfarbe war vom Eisenblech abgeblättert und Rostfraß setzte der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Figur stark zu. Der Sternenkranz musste neu angefertigt werden, denn er fehlte bei dem Fundstück. Ein Betonfundament nahe der Schmutterbrücke wurde gesetzt und Robert Sailer, „ALTE SCHMIEDE“ Batzenhofen, formte eine passende Einhausung aus Metall. Um das Schmuckstück vor Witterungseinflüssen und Vandalismus zu schützen wurde eine spezielle Verglasung von Anton Riegel eingesetzt. Die Mitglieder des ortsgeschichtlichen Arbeitskreises Ottmarshausen-Hammel haben keine Mühe gescheut und noch eine Begleitbroschüre für ihren Sensationsfund erstellt. Um das leibliche Wohl beim „Brückenfeschtle“ kümmerten sich drei Generationen der Familie Obeth.
Auf die Wichtigkeit dieser Brücke wies Bürgermeister Richard Greiner hin. Bei der Einweihungsfeier gab er einen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte dieses bedeutenden Verkehrswegs und die Ottmarshauser Brücke. Greiner griff auch die tragische Lebensgeschichte des Heiligen Nepomuks auf. Ein standhafter Geistlicher sei er gewesen und hätte das Beichtgeheimnis gewahrt. Diese Standhaftigkeit wurde ihm zum Verhängnis, denn 1393 wurde er dafür von der Prager Karlsbrücke in die Moldau geworfen, wo er den Märtyrertod fand. 1729 sprach ihn Papst Benedikt XIII. heilig und seither gilt er als „Brückenheiliger“ und Patron des Beichtgeheimnisses. Auch aus theologischer Sicht wurde die Bedeutung einer Brücke beleuchtet. Sie ist Sinnbild für Stärke und Wegweiser dafür, dass man auch zu Menschen eine Brücke bauen kann. Ottmarshausen hat wieder einen Nepomuk an der Schmutterbrücke und er soll die Vorbeikommenden auf ihrem Weg beschützen.
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