Abifahrt auf die grüne Insel - faszinierendes Irland

    Für leider nur 19 der eigentlich geplanten 20 Schüler, ging es am 16.9.2010 nach Irland. Eine Schülerin erkrankte vorab an einer schweren Mittelohrentzündung und war deshalb nicht flugtauglich.
Die anderen, darunter auch ein junger Herr mit Kreuzbandriss, trafen sich bei schönstem Sonnenschein am Augsburger Hauptbahnhof, die einen mit viel, die anderen mit weniger Gepäck.
Der Flughafen Memmingen war das erste zu erreichende Ziel. Glück gehabt, denn niemand hatte beim Wiegen mehr als 15 Kilogramm im Koffer, sonst wäre es teuer geworden. Nach dem Check-in hieß es warten. Einige waren zuvor noch nie geflogen und deshalb besonders aufgeregt. Durch die freie Platzwahl war das Gedränge am Gate unvorstellbar, dennoch erwischte jeder einen guten Platz.
Schon in der Luft über Dublin war zu sehen, dass es wohl möglicherweise kleine Schwierigkeiten beim Überqueren der Straßen geben würde durch den ungewohnten Linksverkehr.
Mit dem Transferbus ging es dann Richtung Hostel. Schnell wurden die Zimmer aufgeteilt und eingecheckt. Man konnte sich nur kurz vom Flug erholen, denn hungrig wie alle waren, war das erste Gebot Essbares zu finden. Dank des freundlichen Personals im Hostel war ein kleiner Pub in der Nähe schnell gefunden. Im O’Sheas gab es dann Fish’n’Chips, Burger, Curryhühnchen und noch einiges mehr, dazu noch kostenloses Wasser, das allerdings einen leichten Chlorgeschmack hatte. Frisch gestärkt traf man sich zur ersten kleinen Stadtführung durchs nächtliche Dublin. Der Weg führte an James Joyce vorbei, die O’Connell Street runter, in Richtung Temple Bar District, wo zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Dubliner Nachleben gemacht wurde.
Am nächsten Tag ging es zuerst ins Trinity College, um die Bibliothek und das berühmte Book of Kells, eine wunderschön gestaltete irische Bibel aus dem 8. bis 9. Jahrhundert, zu besichtigen
Die Tour führte weiter an der Molly-Malone-Statue vorbei in die Grafton Street. An jeder Ecke waren Straßenkünstler. Ein junger Mann, der mit seinem Klavier auf der Straße wunderschöne Eigenkompositionen spielte, ein alter Mann, der zu traditionel-ler irischer Musik kleine Puppen steppen ließ, jemand, der riesige Seifenblasen machte und ein Mann mit einer Koboldmarionette, die bei den Leuten bettelte, tanzte und sogar den Moonwalk beherrschte, waren nur einige. Vor dem St. Stephen’s Green löste sich die Gruppe dann auf. Einige starteten eine ausgedehnte Shoppingtour oder besuchten die Guiness-Brauerei, andere machten einen Abstecher zur St. Patricks Cathedral, zum Castle und ins Powerscout Shopping Centre.
Wieder im Hostel machten wir uns gleich ans gemeinsame Kochen. Gestylt und aufgebrezelt ging es dann für die Schüler weiter in den Temple Bar District.
Am nächsten Tag fuhr die Gruppe mit dem Bus nach Newgrange, einem 5000 Jahre alten Hügelgrab. In dem äußerst engen Gang, der in die Kammer im Inneren führte, stieß sich glücklicherweise niemand den Kopf an. Nach einem kleinen Vortrag des Guides wurde vorgeführt, wie seit 5000 Jahren am Morgen des 21. Dezember die Sonne bei Sonnenaufgang durch ein kleines Fenster über dem Eingang bis in die Kammer im Inneren scheint. Ein wirklich unvergesslicher Augenblick. Nach einer kleinen Wanderung um das Monument herum ging es wieder heimwärts zum Kochen und späteren Ausgehen im Temple Bar District.
Am nächsten Tag brach die Gruppe zeitig weiter Richtung Galway auf, allerdings mit einem Zwischenstopp an der alten Klosteranlage von Clonmacnoise. Ein wunderbares Motiv für zahlreiche Fotos.
Auf die Frage ob man die Autobahn oder die alte Straße nach Galway benutzen sollte, entschieden sich alle einstimmig: „Wir nehmen die alte Straße!“. So sah man einige wunderschöne Ecken der einzigartigen Landschaft Irlands.
Nach dem Bezug der Galwayer Jugendherberge, in der einige Mädchen ziemliches Pech mit den Zimmern hatten, gab es eine Stadtführung vom Eyre Square durch eine Einkaufsstraße bis zum Spanischen Bogen, dann machte das Wetter – strömender, echt irischer Regen - der Gruppe einen Strich durch die Rechnung und man ent-schied sich umzukehren.
Der Ausflug am folgenden Tag war für viele das bisherige Highlight. Mit der Fähre ging es auf die Aran Islands um dort eine ausgedehnte Fahrradtour zu machen. Dank des traumhaft schönen, sonnigen Wetters sollten die besonders hellhäutigen der tapferen Radler nicht ohne einen kleinen Sonnenbrand davonkommen. Die Rast in der Kulisse einer kleinen Ruine hatten sich alle schwer verdient, nachdem zuvor ein steiler Berg erklommen worden war. Die Gruppe fuhr dann weiter in Richtung Dun Aengus, einer uralten keltischen Festungsanlage, von der nur noch die Außenmauern erhalten sind. Sie ist direkt an einer rund 200 Meter hohen Klippe gebaut, an deren Rand sich die Schüler hinlegen und hinunter schauen durften. Auf dem Rückweg wurde kurz Halt an einem Strand gemacht, zum Essen und Muscheln- sammeln. Sechs sehr hartgesottene Schüler und Schülerinnen stürzten sich sogar in die 12° kalten Fluten. Die Rückfahrt entlang der Klippen bot allen einen wunderbaren Blick auf das strahlend blaue Meer, wer Glück hatte, sah sogar einen Seehund auf den Felsen liegen. Nach etlichen Pausen, die wegen des Brombeernaschens einiger Schüler und der Lehrerin gemacht wurden, kam die Gruppe wohlbehalten wieder am Hafen an. Der Herr mit dem Kreuzbandriss war selbstverständlich „fahruntauglich“, weshalb er die Insel mit dem Bus erkundet hatte.
Der Ausflug am Tag darauf war nicht so sportlich. Es stand eine Rundfahrt durch das Connemara-Gebiet an. Die schöne Landschaft wurde zum Motiv zahlloser Bilder. Die Besichtigung des schönen Schlosses Kylemore Abbey mit der neo-gotischen Kirche und den viktorianischen Gärten bewog die Reisegruppe zu einem kurzen Zwischen-stop.
Am Abend folgte eines der großen Highlights dieser Abiturfahrt. Der Busfahrer der Gruppe, Paul Nash, ermöglichte es uns zu einem Drittel des ursprünglichen Preises die großartige irische Musik- und Tanzshow „Trad on the Prom“ im Salthill Hotel in Galway zu besuchen. Zwei Stunden lernten die Schüler irische Kultur vom Feinsten kennen und viele auch lieben.
Der letzte Tag brachte die absolute Krönung der ohnehin schon sehr gelungenen und unvergesslichen Abiturfahrt. Mit dem Bus ging es durch den Burren District, einem weiteren Nationalpark Irlands, nach Lehinch zum Body-Surfen. Die Schüler machten einen Surf-Kurs auf dem Trockenen und dann ging es ab ins Wasser. Ein paar Schüler und Herr Brütting, die nicht am Kurs teilnahmen, sei es durch Krankheit oder aus anderen Gründen, amüsierten sich vom Strand aus prächtig über die mehr oder weniger gelungenen Surfversuche der Klassenkameraden und der Sportlehrerin. Auch an diesem Tag hatten wir großes Glück mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein begleitete sie den ganzen Tag. Auf den Rückweg nach Galway machten wir Halt an einer kleinen Klippe, um noch ein Erinnerungsfoto zu schießen. Am Abend klang die Fahrt in einem perfekten Essen aus. Herr Brütting lud zu selbstgemachten Königsberger Klopsen und zum Nachtisch gab es Mousse au Chocolat, das ein paar Schüler vorbereitet hatten.
Einige Schüler gingen noch ein letztes Mal aus, andere blieben aus Müdigkeit und Erschöpfung in der Jugendherberge.
Die Fahrt zurück nach Dublin und der Flug nach Deutschland vergingen für viele der Teilnehmer äußerst schnell, da sie fast alles komplett verschliefen.
Alles in allem war es eine sehr gelungene Abitur-Fahrt, die uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Sarah-Luise Lauer
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 29.10.2010
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2 Kommentare
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Tanja Wurster aus Augsburg | 29.09.2010 | 15:28  
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Jessica Eser aus Großaitingen | 29.09.2010 | 15:39  
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