Anzeige

Die Mutter allen Plastikmülls

Es kommt immer wieder vor, daß Markennamen in den allgemeinen Sprachgebrauch einfließen und fortan als Synonym für eine ganze Gattung von Produkten benutzt werden. Das war schon in meiner Jugendzeit so. Wer ein Papiertaschentuch wollte, verlangte nach einem "Tempo". War etwas zu kleben, rief man nach einem "Tesafilm" oder einem "Uhu". Mineralwasser wurde selten getrunken, wenn doch, bestellte man einen "Überkinger", aber man erwartete nicht, daß der Kellner einem genau diese Marke servierte. Und wenn etwas zu tragen oder zu verstauen war, rief die Mutter "Bring amol an Zielkaufbeidl!" Der ZIELKAUF war der erste Supermarkt in Neusäß, dort wo heute das KAUFLAND seine Kunden erwartet. Mit dem ZIELKAUF hielten die heute zu Recht in Verruf geratenen Plastikbeutel Einzug in Neusäß und den umliegenden Dörfern. Der weiße Kunststoffbeutel mit der markanten orangen Zielscheibe darauf beherrschte lange Zeit die Szene und so wurde der "ZIELKAUF-Beutel" zum Synonym für alle Tragetaschen aus Plastik, auch wenn nach und nach die Namen anderer Einkaufsmärkte aufgedruckt waren. An Umweltschutz dachten damals nur wenige Verbraucher und keiner wäre zu einer "Friday for Future"-Demo gegangen, aber immerhin: einige autofreie Sonntage gab es damals und die würden uns heute zwischendurch auch mal ganz gut tun!
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.