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Musical Xanxverein meistert Fäim-Premiere im Reese-Theater

28 Songs umfasste das Musical
 
Rianna (Johanna Rauscher) versucht "Totale Finsternis" im dritten Anlauf mit der Geige
Der Musical Xanxverein in Augsburg hat am Freitag, 29. Juni 2012, vor mehr als 250 Zuschauern im Reese Theater die Premiere seines ersten Musicals bestanden. Das Kuriose am Stück „Fäim – Der Holzweg zum Ruhm“ mit Castingshow-Thematik: Regisseur Gerhard Werlitz wird nie die komplette Aufführung vor Publikum sehen.

In „Fäim“ bewerben sich acht Damen im Rahmen eines Castings für das Muscial „Johanna von Orleans“. Wen wird die Jury um Diva Keet van de Kesselen (Katja Keßler), Produzent Nothard Strandl (Norbert Bietsch), Muscial-Schöpfer Sascha Jürgens (Jürgen Peter Schuster), Assistent Novel Dantz (Roman Singh) und Friedewald Sikander (Alexander Freise), der sowohl im Stück als auch parallel in Wirklichkeit die Live-Band leitet, erwählen? Das Interessante an „Fäim“: Im Prinzip singt jeder Mitwirkende genau das Lied, welches er auch bei einem realen Casting singen würde – und zwar in etwa in dem Outfit, das er anziehen würde. Für das bayerische Volksmusik-Trio in Tracht beispielsweise relativiert Carina Fritznar, dass sie allenfalls als Gag jodelnd und mit Dirndl zu einem Casting gehen würde. „Weil's witzig ist. Wenn, dann würde ich's aber genau so machen“.

Sexy Putzfrau und „total finstere“ Lacher
Auch Pizzabote Fabian Gerber (Fabian Schuster) oder Putzfrau Daggi Wolf (Daniela Fuchs) dürften wohl kaum mit Tuch und Reinigungsmittel zum Vorsingen gehen. Zumal Fuchs, im schwäbischen Dialekt sprechend, auf dem Tisch tanzend ihre Rolle sehr sexy interpretiert. „Wir spielen zwar nicht uns selbst, aber es steckt etwas Persönliches von uns drin“, sagt Keßler über die Rollenverteilung. Dararaus strickte sie mit Werlitz gemeinsam eine Rahmenhandlung mit psychologischen Aspekten und komischen Momenten. Ein wiederkehrender Lacher sind die Kurzauftritte von Rianna (Johanna Rauscher). Immer wieder stimmt sie „Totale Finsternis“ an – allerdings nicht gesanglich, sondern erst mit der Flöte, dann mit der Harfe, gefolgt von Geige, Trompete und Gitarre.

Lampenfieber mit Beifall belohnt
28 Songs, überwiegend bekannte Titel aus Musicals wie Tanz der Vampire, Wicked und A Chorus Line, wurden im Reese-Theater im Licht von Guillermo Amaya, mit vierköpfiger Live-Band und Tontechnik von „Hammer-Sound“ präsentiert. Doch es wurden auch Musical-Nummern mit eigenem Text versehen. Der Clou: Regisseur Werlitz wusste schon vorab, dass er das Stück nicht bis zum Ende sehen würde, da er ebenso wie an den beiden folgenden Aufführungen am Samstag und Sonntag anderweitigen Verpflichtungen nachkommt. Ohnehin könne er bei den Aufführungen nicht mehr eingreifen. „Fäim“ ist das zweite Werk des Tenorsängers des Opernchors des Stadttheaters Augsburg, bei dem er Regie führt. Sein Erstling war das Theaterstück „Hänsel und Gretel“ einer anderen freien Gruppe. „Das war eigentlich ganz schön“, sagt Werlitz, der stets einen flotten Spruch auf den Lippen hat und dabei schelmisch grinst. Nun also ein Musical.

Kein Grund zur Panik. „Lampenfieber mit Sicherheit, Nervosität nicht“, fasste Singh, der sich neben der Maske und seinen Anteilen im Stück noch um die musikalische und szenische Assistenz kümmert, die Gefühle der Truppe vor Generalprobe zusammen. Drei Mal konnte das Ensemble im Reese Theater proben. Davor studierten sie unter der Anleitung von Keßler, Singh und Freise „Fäim“ in Keßlers Xanxstudio ein. Der Wechsel auf die Theaterbühne gab zusätzlichen Schub, die Premiere endete mit stehenden Ovationen. Nicht schlecht für einen Musical-Verein, den es erst seit neun Monaten gibt.
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