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Neu-Ulm Spartans übertreffen sich: 63:0 gegen Traunreut

  Neu-Ulm: Spartans Football Arena |

63:0 hieß es am Ende auf dem Scoreboard. Die Neu-Ulm Spartans fegten nach dem Gewitter, welches den Kickoff um eine Viertelstunde verzögert hatte, Traunreut Munisier wie ein Tornado vom Platz. Das Publikum traute seinen Augen nicht, die knapp 400, die trotz miserabler Wetterprognose ins Dietrich-Lang-Stadion gefunden hatten, blieben praktisch vollzählig bis zum Abpfiff und feierten mit der Mannschaft. Auch die war euphorisiert, nur Cheftrainer Daniel Koch blieb, wie gewohnt cool, und wusste dieses außergewöhnliche Ergebnis wohl einzuordneten (siehe Interview am Schluss dieses Artikels).

Sehr erleichtert, sichtlich sehr erleichtert war Koch, dass die Vorgaben, die unter Woche dem Team gemacht worden waren, beinahe hundertprozentig umgesetzt wurden. Zwar hatte es im Spiel vor Wochenfrist schmerzliche Ausfälle gegeben, vor allem der Achillessehnen-Riss von Mac Retto (für ihn ist die Saison damit vorbei) kann normalerweise nicht kompensiert werden. Normalerweise. Aber Matthias Ast (#21), der schon in der Vorwoche nach Rettos Verletzung ein sehr guter Ersatz war, trmpfte gegen Traunreut groß auf. Viele Läufe mit erheblich Raumgewinn krönte mit zwei Touchdowns.

Einen weiteren Touchdown erzielte der aus der Spartans-Jugend übernommene Jonas Urbanski, alle sonstigen bis auf einen, nämlich fünf, gehen auf das Konto von Quarterback Eddie Jewel (#2). Über dessen doch bemerkenswerte Leistungssteigerung, die sich ebenfalls gegen die Augsburg Raptors schon angedeutet hatte, war der gesamte Trainerstab - und natürlich das gesamte Team - überglücklich. Jewel scheint mit diesem Spiel richtig in Neu-Ulm angekommen zu sein. Sehr sportlich, wie bescheiden er dabei bleibt und wie sehr er sich bei dem Mitspielern bedankt, die ihm durch gute Blocks seine Lauferfolge ermöglichen. Und dass seine Pässe inzwischen ankommen, macht den Spartans-Football variabler.

Den weitesten seiner Pässe in dieser Saison fing Rookie David Gojan (#81) mit seinem bisher ersten Catch in einem Ligaspiel. Das Spiel des Quarterback und sein erstarktes Selbstbewusstsein im Coachen und Führen der Offense sind ein Gewinn. Wenn ein Team zu Null spielt, kann in der Defense nicht viel falsch gemacht worden sein. Und die Spartans-Defense war gegen Traunreut nahezu fehlerlos. Es gab praktisch keine Strafe gegen die Defense, sie eroberte mehrfach das Angriffsrecht durch Interceptions und hielt einfach dicht. Hervortun konnten sich vor allem die Leitwölfe der D-Line Jermaine Wolff (#51) und Steffen Ganghof (#91). Wolff zwang den Gegner nahe dessen Endzone zum Fumble und Dennis Fazlagic (#54), ein weiterer Rookie, schnappte sich den Ball und verwandelte. So krönte der noch fehlende neunte Touchdown die Defense-Leistung. Bleibt lobend zu erwähnen: Ganghof war es auch, der nach allen neun Touchdowns durch präzise Kicks durch die Torstangen den jeweiligen Zusatzpunkt erzielte.

Anton Schoger (#65) als Center, auch ein Eigengewächs der Spartans, vor zwei Jahren zum Seniorteam dazugestoßen mit seinen meist perfekt sitzende Zuspielen auf den Quarterback trug so zum Erfolg bei wie auch andere neu ins Team integrierte Spieler, so zum Beispiel #23 Elias Mauritius (#23), der mit Schoger zu den Seniors gestoßen war, nach dem Kickoff des Gegners den Ball eroberte und auch ansonsten in der Passabwehr eine sichere Bank war / ist. Wie schon erwähnt, mussten auf einigen Skillpositionen Stammkräfte ersetzt werden - und das gelang.

Hier die Zusammenfassung aus der Sicht von HeadCoach Daniel Koch: "Man darf unseren Sieg nicht überbewerten. Wir haben auch diesmal normal bis zum Ende durchspielen lassen, weil es mir wichtig war, dass nach all' dem, was in letzter Zeit so gelaufen war, mein Team unbedingt Selbstbewusstsein tanken sollte. Der Gegner kam nicht in Bestbesetzung und mit einem gerade noch spielfähigen Kader. Wir werden jetzt sehen, ob wir mit ähnlichen Leistungen auch gegen stärkere Teams bestehen können."

Der nächste Gegner ist Feldkirchen Lions, mit denen die Spartans nun den Tabellenplatz getauscht haben. Wegen des enorm verbesserten Sorer-Verhältnisses. Und dann kommen die Lions nach der Pfingstfest-Pause zum Rückspiel nach Neu-Ulm.

So blickt HeadCoach Koch auf den Erfolg
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