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Von Wörtern, Sätzen und dem Duden - Tipps für das Schreiben

Simone Hainz - pixelio.de (Foto: Simone Hainz - pixelio.de)
"(...) Duschen, Schwimmen / Alte Musik / Bequeme Schuhe / Begreifen / Neue Musik / Schreiben, Pflanzen / Reisen / Singen / Freundlich sein."
Bertolt Brecht "Vergnügungen"

Zweimal hatte das myheimat-Team Naumburg in der Vergangenheit User zu einer Schreibwerkstatt eingeladen. Im Herbst des vergangenen Jahres sowie im Vorfeld des jüngsten Stammtisches. Mit einem kleinen Vortrag und im gemeinsamen Gespräch wurde über das Schreiben, vor allem das gute Schreiben gesprochen und diskutiert. Das Fazit: für eine Reihe von myheimat-Autoren waren die Tipps und Ratschläge eine wertvolle Hilfe. All jenen, die damals nicht dabei sein konnten, soll nun jener Beitrag Anregung für den weiteren Einsatz als "Bürgerreporter" auf myheimat sein.

1.) "Die Welt ist bunt und groß" - Über was kann ich schreiben?
Ein Blick in eine Zeitung zeigt, wie bunt und groß die Welt ist und über was es lohnt zu schreiben. Grenzen für die Themenauswahl gibt es nicht. Es sei denn, man setzt sie selbst. Aktuelles Geschehen und Ereignisse, ob ein Volksfest im Dorf oder der Bau einer Straße, können ebenso Thema sein wie eigene Erlebnisse und Erfahrungen: der Urlaub, eine Radtour, das Hobby oder ein Konzertbesuch. Die Vereinsarbeit, ein engagierter Mensch oder ein fast vergessenes Kapitel Heimatgeschichte kann mit einem Beitrag auf myheimat mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

2.) "Einfach weggeklickt!" - Schreiben, dass es jeder versteht!
Gut schreiben heißt in erster Linie, so zu schreiben, dass es jeder versteht. Satzbandwürmer im Mannschen Ausmaß mit unzähligen Nebensätzen sind für viele ein Greuel. Ebenso sollten Fachwörter und Anglizismen vermieden werden, es sei denn sie werden dem Leser erklärt. Und bitte nicht schreiben, wie Behörden ihre Schreiben verfassen. Keiner liest doch Anträge oder Formulare wirklich gern, oder?

3.) Man muss ja kein Krimiautor sein - aber etwas Spannung sollte es schon geben
Gute Texte nehmen den Leser und dessen Aufmerksamkeit gefangen. Und das von Anfang an. Deshalb ist es wichtig, die Neugierde mit einer ungewöhnlichen Überschrift (der Titel "Das war toll" lockt keinen hinter dem Ofen hervor) und einem interessant geschriebenen Beginn zu wecken. Sowohl in der Überschrift des Beitrags als auch in den ersten Sätzen sollte konkret erklärt sein, über was der Beitrag berichtet, welches Thema oder welche Veranstaltung angesprochen werden. Denn gerade im Online-Bereich spielen sogenannte Teaser - die ersten Sätze eines Beitrages - eine wichtige Rolle. Doch das Pulver sollte nicht gleich verschossen werden. Im Verlauf des Beitrages gilt es, den Leser fürs Lesen mit einem guten Text zu belohnen. Und dafür gibt es weitere Regeln ...

4.) Die Katze ist schwarz und der Himmel blau - Anschaulich schreiben.
Der Leser bleibt bei einem Text, wenn er ausreichend informiert und/oder unterhalten wird. Das gelingt mit interessanten, vor allem neuen Informationen und Schilderungen, die Bilder im Kopf des Lesers erzeugen. Adjektive helfen bei einer anschaulichen Beschreibung eines Geschehens. Wichtig sind zudem zu einem Thema die wichtigsten Schlagwörter im Text und im Titel zu verwenden sowie einen weiterführenden Link zu setzen, nur so gelingt es mit Hilfe von Suchmaschinen wie beispielsweise Google mehr Leser für den Beitrag zu gewinnen. Google rankt einen Bericht umso höher, je relevanter er erscheint. Für myheimat ist es wichtig, dass die Leser, die über Suchmaschinen gewonnen werden, auch auf der Seite bleiben und nicht gleich wegklicken. Deshalb sollten Artikel lesenswert und informativ erscheinen.
Ein Tipp: Anschaulich schreiben hat etwas damit zu tun, wie genau das Geschehen aufgenommen wurde. Wer vielleicht Stift und ein kleines Notizbuch hat, kann das Erlebte in kurzen Stichpunkten erfassen und viel besser verarbeiten, als wenn die Erinnerungen rein aus dem Gedächtnis niedergeschrieben werden.

5.) S.O.S. - Hilfsmittel gibt es viele
Wer sich Gedanken übers richtige Schreiben macht, für den gibt es viele Hilfsmittel. In Sachen Rechtsschreibung und Grammatik stehen der Duden und sicherlich ein Freund oder ein Bekannter zur Seite, der den Text korrigieren kann und vielleicht auch einige hilfreiche Hinweise geben kann. Im Übrigen verfügt nahezu jedes gängiges Textverarbeitungsprogramm über eine Rechtschreibprüfung.
Mit Arbeitsblindheit ist übrigens nahezu jeder leider gesegnet, bei der Fehler - auch die groben - übersehen werden. Und ein Artikel ohne oder mit kleinen Fehlern wird lieber gelesen, als ein Text, in dem es vor Fehlern strotzt. Wer in seinen Beiträgen zudem Wert auf eine gute Wortwahl legt, der greift am besten zu einem Synonymwörterbuch, das es als "richtiges" Buch und als Online-Ausgabe im Internet zu finden ist. Und auch myheimat selbst hält zahlreiche Hinweise fürs Schreiben bereit. Und selbst ein Kommentar kann eine Hilfe sein.

Ein Synonymwörterbuch ist www.woxikon.de

"Hilfe"-Beiträge auf myheimat zu ganz verschiedenen Themen:
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/worueber-...
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/wie-fuehr...
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/gewusst-w...
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/wie-traeg...
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/tipps-zum...
http://www.myheimat.de/augsburg/ratgeber/tipps-geb...


6.) "Abgeschrieben, sechs, setzen!" - Einige Bitten
Google oder Wikipedia sind hilfreiche Seiten, bergen allerdings auch eine kleine Gefahr. Schnell das Suchwort eingegeben, Seite gefunden und ratzfatz geht es: Strg+A, Strg+C und Strg+V und schnell hat man einen wunderbaren Beitrag - der allerdings nicht der eigene ist und im Nachhinein zu Problemen mit dem Urheberrecht führen könnte und zudem gegen die myheimat-AGB verstößt. Selbst ist der Mann/die Frau - das gilt auch fürs Schreiben. Man erntet fürs Abkupfern vielleicht am Anfang Lorbeeren, doch dann fällt die faule Masche auf und die ist nicht gut fürs Image, zumal jeder myheimat-User mit seinem Namen für die Beiträge einsteht. Man ist, wie man schreibt! Die Wirkung eines Textes nach außen sollte immer beachtet werden.

7.) "Und es hat klick gemacht" - Bilder illustrieren
Neben einem kleinen Notizbuch (für die Handtasche, Hosentasche oder Hemdtasche) sollte eine kleine Kamera mit dabei sein. Selbst mit einem Handy gelingen heutzutage wunderbare Fotos. Denn Bilder sind für einen guten Beitrag mehr als das Salz in der Suppe. Allerdings Vorsicht: Es sollten nur die wirklich schönsten Aufnahmen ausgewählt werden, die zudem unterschiedliche Motive zeigen. Durch eine Mammut-Galerie mit schlechten und teils ähnlichen Aufnahmen klickt sich nicht einmal der geduldigste myheimat-User. Wer Anregungen sollte sich Bildergalerien bekannter Zeitschriften oder Zeitungen einmal anschauen.

8.) "Mit Fett aufpeppen" - Schreiben fürs Internet
Wer seinen Beitrag nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch gestalten will, für den bieten sich eine ganze Reihe Möglichkeiten mittels html-Formatierung an. Einfache Befehle, die man auf Ratgeber-Seiten im Internet findet, helfen, Schlagwörter oder die wichtigsten Informationen eines Textes herauszustellen, durch "Fettdruck" oder kursiver Schrift. Ein weiterer "Service" für den Leser ist die Angabe einer Internetadresse als weitere Informationsquelle. Ein Text wird zudem öfter gelesen, wenn er mit Schlagworten (Tags) versehen werden. Mit diesen wird der Beitrag leichter durch die Suchfunktion gefunden.

Informationen zur html-Formatierung gibt es auch auf myheimat

9.) Fazit
Gut, konkret und spannend zu schreiben, ist nicht einfach und braucht Zeit. Doch gerade angesichts unzähliger Informationsangebote im Internet ist es wichtig, Berichte gut zu gestalten. Die Informationsflut wächst, die Zeit des Lesers wird indes immer knapper. Und dieser sucht sich die besonderen Artikel heraus, die ihn interessieren und die es wirklich lohnen, gelesen zu werden. Und wer sich mit interessanten Beiträgen hier auf myheimat präsentiert, hat die Leser schnell auf seiner Seite.
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2 Kommentare
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Annemarie Dr. Mrosk aus Eckartsberga | 18.08.2011 | 09:26  
2.621
Doris Seifert aus Naumburg (Saale) | 20.08.2011 | 20:18  
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