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Covid-19 Wie Weiter?

Ausgangsbeschränkungen bis zum 19.04.- und wie geht es weiter? Das fragen sich wohl fast alle Menschen in Deutschland. Ich lese sehr viel zum Thema. Einige meinen aufgrund von Modellrechnungen, die Beschränkungen müssten ungefähr ein Jahr so weitergehen. Neoliberale Ökonomen würden dagegen lieber schon vor dem 19.04. alle Wirtschaftsbetriebe wieder eröffnen. Und zwischen diesen Extremen gibt es auch so ziemlich alles.
Das wohl am meisten vertretene Modell ist das von "the hammer an the dance". Man beschränkt möglichst effektiv und dann lockert man die Beschränkungen und verschärft sie wieder, wenn die Infektionen ansteigen. Dabei geht es immer darum, nie die Intensivmedizin überzubeanspruchen.
Hierneben wird diskutiert, danach zu differenzieren, wo mehr und wo weniger Infektionen vorhanden sind. Im Burgenlandkreis gibt es 50 Fälle, im Kreis Heinsberg 1436. Ob es da weitgehend identische Beschränkungen braucht, ist da sicher eine berechtigte Frage. Wobei immer klar sein sollte, dass der Abstand zwischen Personen, die nicht zusammenleben, möglichst immer gegeben sein sollte. 
Weiter wird diskutiert, ob nicht nur besonders Gefährdete, d.h. Alte und Menschen mit Vorerkrankungen, Beschränkungen unterliegen sollten. Für starke Beschränkungen spricht insoweit der Verstand, auf der anderen Seite erscheinen solche Beschränkungen jedenfalls  bei Menschen, die allein leben, als so schlimm, dass sie sogar die Menschenwürde verletzen könnten.
Was macht man mit Schülern? Die Kleinen brauchen am ehesten Lehrer, die Kinder aus sozial schwachen Familien jedenfalls die Schulen mit ihrer Betreuung und ihrem Schulessen. Gymnasiasten aus sozial intakten Familien können dagegen auch mit Internet-Learning zurechtkommen.
Kein Wissenschaftler wird jene Entscheidungen vorgeben können, die Politiker treffen müssen. Und es gibt keine Sicherheit, dass die getroffenen politischen Entscheidungen die bestmöglichen sind. Es gibt allenfalls die Sicherheit, dass sie besser als die unverantwortlicher egoistischer Vollidioten wie Donald Trump sind.
Meine -keinerlei Richtigkeit beanspruchende- Auffassung geht dahin, dass 
- in Großstädten Einschränkungen eher zu verschärfen als zu lockern sind
- es bis zu einer für alle verfügbaren Impfung keine Großveranstaltungen geben darf
- außerhalb der Großstädte, wenn die Infektionszahlen relativ niedrig sind und die Steigerung nicht hoch ist,  Lockerungen so lange und so weit erfolgen sollten bis die Infektionszahlen oder ihre Steigerung zu hoch steigen
- man versuchsweise Schüler zur Schule gehen lassen sollte, aber auch nur dahin
- Ausgangsbeschränkungen für alte Leute, die nicht allein leben, verschärfen könnte.
Die Wirtschaft sollte natürlich nur notwendigen Beschränkungen unterliegen. Da spielt es eine Rolle, wie wahrscheinlich eine Ansteckung im jeweiligen Gebiet ist und wie nah man sich kommt. Für Berliner Clubs sehe ich da bis zu einer Impfung gegen Covid-19 gar keine Perspektive, für uns im Burgenlandkreis schon, wenn das Abstandsgebot so halbwegs gesichert ist. Und bei Läden mag sogar in Berlin ein Betrieb möglich sein, wenn da nicht so viele Leute auf einem Haufen sind.
Völlig unverständlich und unlogisch finde ich übrigens die Zulassung der Wochenmärkte, wo sich Leute, vor allem alte, drängen und es null Hygiene gibt.
Bei etlichen Wirtschaftsunternehmen zeigt sich gerade jetzt, wer unternehmerisch denkt. Herr Grupp von Trigema hat vor Schließung der Läden auf Anfrage die Fertigung von Mundmasken versprochen. Davon profitiert er nun nach Schließung der Läden völlig verdient. In einem Radiointerview hat er mehrfach vom "ehrlichen Kaufmann" gesprochen. Es steht zu wünschen, dass die ehrlichen Kaufleute die Krise überleben.
  
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