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4. - 6. Mai 2012 Tage Mitteldeutscher Barockmusik

 
Pianistin Heather O'Donnell (Foto: Kai Bienert)
 
Ensemble "Merseburger Hofmusik" (Foto: Gerd Mothes)
Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters
der Stadt Naumburg, Herrn Bernward Küper


Mitteldeutschland ist ein einzigartiger Kulturraum und eine Schatzkammer der Barockmusik. Keine andere Region kann auf eine solche Vielfalt an bedeutenden Komponisten verweisen, die in der musikgeschichtlichen Epoche, die als Barock bezeichnet wird, auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen lebten und wirkten. Neben den berühmten Meistern, wie Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann oder Georg Friedrich Händel, wirkte hier eine große Anzahl weiterer Musiker im 17. und 18. Jahrhundert, deren Musik es noch zu entdecken gilt. Dieser Aufgabe hat sich das Festival „Tage Mitteldeutscher Barockmusik“ verschrieben, das jährlich im Frühjahr die Barockmusiktradition einer anderen mitteldeutschen Region näher beleuchtet und wieder ins Bewusstsein der Musikfreunde rückt. Die Reihe hat bisher mit ihren Veranstaltungen in Städten wie Torgau, Eisenach, Zwickau, Hundisburg, Sondershausen, Freiberg, Meißen, Weimar und Zittau in den vergangenen 18 Jahren wichtige Zentren der Musikgeschichte Thüringens, Sachsen-Anhalts und Sachsens vorgestellt und ein vielfältiges Spektrum barocker Musik- und Kulturgeschichte erlebbar gemacht.

Vom 4. bis zum 6. Mai 2012 wird das Festival in der fast 1000-jährigen Domstadt Naumburg Station machen. In insgesamt 9 Veranstaltungen (Konzerte, musikalische Lesungen, eine Stadtführung und ein Straßentheaterprojekt) wird unter dem Motto „Domfreiheit und Bürgerstadt“ das Wirken bedeutender Komponisten, Kantoren und Organisten in der Stadt – von Johann Hermann Schein, Johannes Theile, Johann Christoph Altnikol bis hin zu Gottfried Heinrich Stölzel und Johann Sebastian Bach – lebendig. Die Musik an der Marktkirche St. Wenzel mit der grandiosen Orgel Zacharias Hildebrandts und am Dom zu Naumburg steht dabei im Zentrum des Programms. Doch auch der Bogen zu einem anderen großen Sohn der Stadt, Friedrich Nietzche, und dessen Beschäftigung mit der „Musik der Alten“ wird geschlagen.

Mit dem Wenzelsorganisten David Franke und dem Domkantor Jan-Martin Drafehn stehen dem Veranstalter profunde Kenner der Musikgeschichte Naumburgs als Partner bei Vorbereitung und Durchführung der Tage Mitteldeutscher Barockmusik zur Seite. Darüber hinaus konnten namhafte musikalische Gäste dafür begeistert werden, die Musiktradition der Stadt lebendig werden zu lassen. Das Collegium Vocale Leipzig und die Merseburger Hofmusik unter der Leitung des Gewandhausorganisten Michael Schönheit, die amerikanische Pianistin Heather O’Donnell und die Schauspieler Oliver Breite und Christian Klischat sind nur einige der beteiligten Künstler.
Der veranstaltende Verein Mitteldeutsche Barockmusik e.V. laden in Kooperation mit der Stadt Naumburg und zahlreichen Partnern vor Ort unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters, Herrn Bernward Küper, ein, sich im Themenjahr der Lutherdekade „Musik und Reformation“ auf eine klangvolle Reise in die Zeit des Barock zu begeben.

Tickets sind ab Februar 2012 unter der Hotline (0351) 8627 390 sowie bei der Tourist-Information Naumburg und über den Ticketservice des Medienpartners „Naumburger Tageblatt“ erhältlich.

Weitere Informationen unter Mitteldeutsche Barockmusik


Programm

Freitag, 4. Mai 2012

19.30 Uhr | Kirche St. Wenzel Naumburg
Eröffnungskonzert
Naumburg-Weißenfelser Musikschatz
Mitteldeutsche Kirchenmusiken aus der Ephoralbibliothek St. Marien Weißenfels und Orgelmusik an der Hildebrandt-Orgel von St. Wenzel mit Werken von Carl Heinrich Graun, Johann Friedrich Doles, Johann Adam Hiller, Carl Ditters von Dittersdorf, Johann Gottlieb Naumann, Johann August Gärtner

Marie-Friederike Schöder, Sopran
Annekathrin Laabs, Alt
Max Ciolek, Tenor
Ingolf Seidel, Bariton

Wenzelsorganist David Franke, Orgel

Collegium Vocale Leipzig
Merseburger Hofmusik

Leitung: Gewandhausorganist Michael Schönheit

In Kooperation mit dem Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e.V.
im Rahmen der 11. Weißenfelser Musikwoche 2012

Karten: 16,- € | erm. 12,- €

Der Naumburger Domkantor Johann Andreas Meyer verkaufte um 1800 einen Teil seiner Notensammlung an seinen Weißenfelser Kollegen Johann August Gärtner, welche somit Grundstock für den sogen. „Weißenfelser Musikschatz“ wurde. Es handelt sich um 350 z.T. nur hier überlieferte Werke aus der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 2005 übergab die Kirchengemeinde die kostbaren Musikalien als Depositum dem Heinrich Schütz Haus. Aus diesen Originalquellen erklingen nach rund 200 Jahren ausgewählte Kompositionen zur Eröffnung der Tage Mitteldeutscher Barockmusik in Naumburg.


Sonnabend, 5. Mai 2012

10.00 Uhr | Historische Innenstadt
Stadtführung: Musikalisches Naumburg
Treffunkt: Domplatz

Karten: 5,- € (max. 30 Personen)

11.00 Uhr und 14.00 Uhr | Kirche St. Wenzel | Marktplatz
Hoch vom Turme…
Festliche Klänge zur Marktzeit über dem malerischen Marktplatz von Naumburg

Potsdamer Turmbläser:
Jan Birkner, Trompete
Bernhard Bosecker, Trompete
Gisbert Näther, Horn
Dieter Bethke, Posaune
Tilmann Henning, Tuba

Eintritt frei!

Hofkunstpfeifer hießen die Blechbläser an den kurbrandenburgischen Höfen des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Sie bliesen vom Schlossturm zu Sonnenauf- und Untergang, oder warteten zu den Hoffesten auf. An Festtagen spielten sie gemeinsam mit den Stadtpfeifern im Dom. Die Potsdamer Turmbläser stehen ganz in dieser traditionellen Funktion und „verzieren“ feierliche und außergewöhnliche Anlässe. – So auch an diesem Wochenende in Naumburg vom 72 Meter hohen Turm von St. Wenzel.

12.00 Uhr | Kirche St. Wenzel Naumburg
Mittagskonzert
Carl Philipp Emanuel Bach und seine Bewerbung an St. Wenzel in Naumburg
Werke von C.P.E. Bach für Orgel und Harfe

Helene Nassif, Harfe
Wenzelsorganist David Franke, Orgel

Karten: 3,- € (vor Ort zu zahlen)

15.00 Uhr | Nietzsche-Dokumentationszentrum
Nietzsche!
Ältere Kunst und die Seele der Gegenwart

Musikalische Lesung aus u. a „Menschliches und Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister“.
Es erklingen von Johannes Brahms: Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24.

Heather O'Donnell, Klavier
Oliver Breite, Lesung

Karten: 9,- € | erm. 6,50 €

Im Jahr seiner Aufnahme in die Landesschule Pforta schrieb der knapp vierzehnjährige Friedrich Nietzsche: „Gott hat uns die Musik gegeben, damit wir erstens, durch sie nach oben geleitet werden. … Aber ihre Hauptbestimmung ist, dass sie unsre Gedanken auf Höheres leitet, dass sie uns erhebt, sogar erschüttert. ... Man muss alle Menschen, die sie verachten, als geistlose, den Tieren ähnliche Geschöpfe betrachten. Immer sei diese herrlichste Gabe Gottes meine Begleiterin auf meinem Lebenswege ..."

19.00 Uhr | Dom zu Naumburg
Missa brevis | Festkonzert
„Lutherische Messen“ – Klangpracht und musikalische Vielfalt für den liturgischen Gebrauch
Missae breves von Johannes Theile, Johann Christoph Altnikol und Johann Peter Kellner (Erstaufführung) mit Orgelimprovisationen

Annegret Seiler, Sopran
Klaudia Zeiner, Alt
Sebastian Reim, Tenor
Gotthold Schwarz, Bass

Wenzelsorganist David Franke, Orgel

Naumburger Kammerchor und Musici d‘Numburg
Leitung: Domkantor KMD Jan-Martin Drafehn

Karten: 12,- € | erm. 9,- €

18.15 Uhr: Einführung zum Konzert

21.00 Uhr | Kirche St. Wenzel Naumburg
Missa brevis für Orgel und Chor
Einkehr und Besinnung mit Orgelmusik und Chorälen zur Nacht

Johann Sebastian Bach
Präludium Es-Dur BWV 552 I und II und Choralbearbeitungen zu Kyrie und Gloria BWV 669-677
aus: Dritter Theil der Clavier Übung bestehend in verschiedenen Vorspielen über die Catechismus- und andere Gesaenge, vor die Orgel (Clavierübung Teil III, 1739)

Die entsprechenden Choräle werden vom Naumburger Kammerchor gesungen.

Wenzelsorganist David Franke, Orgel
Naumburger Kammerchor
Leitung: Domkantor KMD Jan-Martin Drafehn

Karten: 9,- € | erm. 6,50 €

Kombikarte für beide Konzertteile: 18,- € | erm. 12,50 €

Die Missa brevis als wichtige musikalische Form der evangelisch-lutherischen Kirchenmusik hat immer wieder zu unterschiedlichen und vielfältigen Tonschöpfungen geführt. Mit Komponisten wie Johannes Theile und Johann Christoph Altnikol stehen zudem Komponisten auf dem Programm, die einen ganz unmittelbaren biografischen Bezug zu Naumburg haben. Johann Sebastian Bachs „Missa brevis für die Orgel“ schließt diesen klingenden Bogen in sinnfälliger Weise und lässt die Königin der Instrumente prachtvoll zur Geltung kommen.

Das große zweiteilige Konzert zur „Missa brevis“ lädt zum Wandeln zwischen Naumburger Dom und Wenzelskirche ein. Zwischen den Konzertteilen besteht um ca. 20.30 Uhr die Möglichkeit, einen Imbiss einzunehmen, der von den Gemeinden mit der Bitte um eine Spende für die weitere kirchenmusikalische Arbeit vorbereitet wird.


Sonntag, 6. Mai 2012

10.00 Uhr | Dom zu Naumburg
Kantatengottesdienst
zum Sonntag Kantate

Liedpredigt zu Johann Christoph Altnikols (1719-1759) Motette „Befiehl du deine Wege“
Johannes Theile (1646-1724): Missa brevis

Predigt: Domprediger Michael Bartsch

Solisten und Naumburger Kammerchor
Musici d‘Numburg
Leitung: Wenzelsorganist David Franke und KMD Jan-Martin Drafehn

Die Choralmotette für vierstimmigen Chor und Basso continuo von Johann Christoph Altnickol umfasst alle zwölf Verse des bekannten Liedes von Paul Gerhardt. Er hat diese sehr textnah und abwechslungsreich gestaltet, wobei ihm die Motette „Jesu meine Freude“ seines Lehrers und Schwiegervaters Johann Sebastian Bach durchaus als Vorbild galt, und doch ist seine eigene Handschrift deutlich erkennbar. – Nicht nur musikalisch eine Entdeckung.

12.00 Uhr | Kirche St. Wenzel Naumburg
Mittagskonzert
mit Werken von Bach-Schülern wie Johann Christoph Altnikol, Johann Ludwig Krebs u. a. sowie einer Lesung aus Originalbriefen Zacharias Hildebrandts, Gottfried Silbermanns, Johann Sebastian Bachs und des Organisten Kluge an den Rat der Stadt Naumburg

Jan Katzschke, Orgel
Christian Klischat, Lesung

Karten: 3,00 € (vor Ort zu zahlen)

Am 27. August 1743 schloss der Rat der Stadt Naumburg mit Zacharias Hildebrandt einen Kontrakt über den Bau einer neuen Orgel. Kein geringerer als Johann Sebastian Bach wurde zuvor um ein Gutachten gebeten, sodass man annehmen kann, dass die realisierte Disposition der neuen Orgel in St. Wenzel seinen Vorstellungen einer schönen und großen Orgel entsprochen haben wird. Ende September 1746 nahmen der Thomaskantor und Gottfried Silbermann die Prüfung der Orgel vor und bescheinigten Hildebrandt eine gute Arbeit. – Die zu den Orgelwerken gelesenen Texte geben ein plastisches Bild dieses wichtigen Moments Naumburger Musikgeschichte wieder.
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1 Kommentar
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frau stock aus Bad Kösen | 22.04.2012 | 19:20  
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