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Kaum vorstellbar: Öl in Münsterhausen!

Ein solcher Fund musste, wenn auch stark ölverschmutzt, natürlich in würdiger Form begossen werden. Von links der Engländer Tom Bread (Johannes Stegmann), Bürgermeister Horst Unglaube (Konrad König) und der Landwirt Olaf Neubauer (Bernd Höß).
 
Gruppenbild
Münsterhausen: Pfarrheim | Zumindest bei den Theaterabenden weist alles auf gewaltige Funde hin

– Text und Bild: Günther Meindl
Münsterhausen. Wenn das keine Sensation ist! In Münsterhausen kann von einem Bohrturm – eigentlich völlig unvorstellbar in Deutschland – auf dem Hof des Landwirts Olaf Neubauer Öl gefördert werden. Zwar darf angesichts deutlich höherer Steuereinnahmen darüber nicht der real amtierende Bürgermeister Robert Hartinger jubeln, wohl aber der von Konrad König gemimte Ortschef Horst Unglaube im aktuellen Stück „Oil of Olaf“, einer herzerfrischenden Komödie der örtlichen Theaterfreunde, die voller Überraschungen steckt und mit der die zehn Akteure auf der Bühne im Pfarrheimsaal ihr Publikum im Januar 2018 hellauf begeistert haben. Und natürlich ist das auch der perfekte Grund zum Jubel für besagten, von Bernd Höß glänzend verkörperten Bauern.
Info über www.theaterfreunde-muensterhausen.de
„Dallas“ im Mindeltal
Und so träumt der Landwirt angesichts des Ölfundes auf seinem Grundstück, der dem Engländer Tom Bread alias Johannes Stegmann beschieden war, bereits von „Dallas“, weswegen er seine Frau Erika Neubauer (Gabi Schiefele), angelehnt an die gleichnamige US-Fernsehserie, vorsorglich schon gleich mal Sue Ellen nennt. Aber auch an szenischen Effekten hat man sich in Münsterhausen wieder einiges einfallen lassen.
Perfekt besetzte Rollen
Der Bürgermeister träumt seinerseits nun bereits von einer „Umgehung mit Hochwasserschutz, und zwar dreispurig im Tunnel“. Denn Geld soll ja fortan keine Rolle mehr spielen. Neben den schon Genannten agieren auch alle übrigen Schauspieler höchst vergnüglich auf Topniveau: Matthias Veit als gewiefter Sohn der Bauersleute, Karin Gumpinger in der Rolle der durchaus extravaganten Malerin Dora Bolero, Melanie Eichinger im Part der verführerischen Betriebsberaterin Carmen Hübsch, Angelika Girsig als resolute Umweltschützerin Amanda Schütz, Jana Aumann als sensationslüsterne Fernsehreporterin Sylvia Gier und Ina Häusler, die als mitunter auch etwas lustlos wirkende Kamerafrau in Aktion tritt.
Jägermeister und Bauchtanz
Ganz besonders delikate Szenen hält schon der erste Akt parat, der „dank“ des Konsums von deutlich zuviel Jägermeister stark an das Geschehen aus dem stets zu Silvester präsentierten „Dinner for one“ erinnert. Und angesichts des aus dem Ölfund resultierenden Geldregens träumt es dem Landwirt auch schon von einem ganzen Harem samt Bauchtänzerinnen. Schließlich habe, wer Öl hat, auch die Macht. Mehr oder weniger lallende Betrunkene sieht man auf einer Theaterbühne selten so gut dargestellt, wie dies hier der Fall ist.
In eine sichere finanzielle Zukunft
Natürlich fehlt es in der bisweilen auch sympathisch-frivolen Komödie zudem nicht an pikantem Wortwitz, etwa wenn von Damenseite die Meinung vertreten wird, dass das Hirn mancher Männer gerade dazu ausreiche, vor dem Pinkeln den Hosenlatz zu öffnen. Und dann kommt es noch zu den unvermeidlichen Fernsehaufnahmen und köstlichen Interviews mit den Vertretern der neuen „Newbower Oil Production“. Die finanzielle Zukunft von Münsterhausen scheint in jedem Fall gesichert.
Finale mit Überraschungen
Dann kommt endlich der erste Tag des Ölförderns, und dem Bürgermeister träumt schon von einem „Olaf-Neubauer-Sportpark“, der aus den zu erwartenden Einnahmen locker zu finanzieren sein müsste. Doch nun beginnen die großen Überraschungen, wobei die allergrößte erst ganz zum Schluss folgt. Zuletzt bleibt „Aber wer isch Carmen?“ die einzig unbeantwortete Frage in der amüsanten Komödie unter der Spielleitung von Barbara Zacher, wobei für den reibungslosen Ablauf auch wieder das bewährte Theaterteam Sorge trägt.
Und so geht es hier, wie der Vereinsvorsitzende Erwin Haider schon bei der Premiere abschließend feststellte, um den „Traum von Reichtum, Macht und Geld“. Und man dürfe wohl froh sein, so Haider weiter, „dass es in Münsterhausen kein Öl gibt“. Oder solle man vielleicht doch einmal „die Wünschelrute herausholen“.

www.theaterfreunde-muensterhausen.de
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