Aus für Babyklappen. Grünes Licht für vertrauliche Geburt.

Der Beschluss des Bundestags vom vergangenen Freitag soll es künftig Schwangeren ermöglichen, ihr Kind im Krankenhaus unter einem Pseudonym auf die Welt zu bringen und damit anonym zu bleiben. Zwar sollen die Personendaten der Mutter gespeichert werden, jedoch mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss bleiben.

Gut. Mit der “vertraulichen Geburt” erhalten Schwangere in Notlagen eine Alternative zur Babyklappe. Warum? Das Gesetz will einen Interessenausgleich zwischen dem Wunsch der Mutter auf Anonymität und dem Recht des Kindes auf Auskunft über seine Herkunft schaffen. Das Kind wird in der Regel zur Adoption freigegeben, mit Vollendung des 16. Lebensjahres hat es aber jetzt das Recht, die Identität seiner Mutter zu erfahren. Dafür werden deren Daten beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Daten aufbewahrt. Das heißt, dass jedes Kind den Namen der Mutter erfahren könnte. Die Reform bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats. Trotz Kritik an einzelnen Regelungen hatte die Länderkammer aber bereits Anfang Mai Unterstützung für das Vorhaben signalisiert.

Wie man am Wochenende weiter lesen konnte, sollen die rechtlich umstrittenen Babyklappen und anonymen Geburten weiterhin nicht unter Strafe gestellt werden. Der Deutsche Ethikrat hatte bereits 2009 gefordert, Babyklappen abzuschaffen, da diese nicht verhinderten, dass Mütter ihre Babys in Notsituationen töteten. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass auch Babyklappen als rechtlich sichere Alternative angeboten werden – denn jedes Angebot, mit dem ein Menschenleben gerettet werden kann, hat seine Berechtigung, und es gibt leider immer wieder werdende Mütter, die – aus welchem Grund auch immer – nicht wollen, dass eine Schwangerschaft bekannt wird und demnach auch keine Hilfeleistungen in Anspruch nehmen (können).

Weiterführende Infos
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.06.2013 | 16:44  
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Ruth Busl aus München | 12.06.2013 | 23:38  
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