Altersarmut. Für viele Rentner ist der wohlverdiente Ruhestand noch weit weit weg.

Die Medienberichterstattung zum Rentenbericht macht mir (vor allem als Alleinerziehende und Freiberuflerin) nicht nur Angst, sondern macht mich auch wütend. Wütend, weil die von der Staatsregierung verfolgte Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik unausweichlich in die Altersarmut führen muss:

* weil Langzeitarbeitslosen die Rentenzuschüsse gestrichen wurden und sie kaum Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt haben;
* weil besseren Wissens Mini-Jobs, Leiharbeit und Billiglöhne nach wie vor hingenommen werden, anstatt endlich mit einem gesetzlichen und existenzsichernden Mindestlohn dafür zu sorgen, dass Vollzeitarbeit zum Leben reicht und Arbeitnehmer weder auf staatliche Zuschüsse noch auf Zweitjobs angewiesen sind;
* weil die Regierung trotz der extrem schlechten Beschäftigungschancen der 60- bis 65-jährigen das Renteneintrittsalter ansteigen ließ;
* weil 2012 rund 812 000 Minijobber über 65 Jahre alt waren;
* weil auch die Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs von 400 Euro auf 450 Euro zur prekären Beschäftigung beiträgt;
* weil die monatliche Rente bei mehr als der Hälfte unterhalb des Grundsicherungsniveau liegt, sie also weniger als 700 Euro zum Leben hat
* weil wir immer noch himmelweit entfernt sind von einem “Equal Pay” – der Forderung nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit bei Frauen und Männern;
* weil im vergangenen Jahr fast jede zweite Rente weniger als Euro 700 betrug
* weil sich die Rente im Sinkflug befindet und damit immer mehr Menschen Grundsicherung benötigen werden, auch wenn sie jahrzehntelang in die Rentenversicherung eingezahlt haben;
* weil …

Für mich steht jedenfalls fest, dass wir viel zu lange – jahrzehntelang – die Augen verschlossen haben vor dem Rentenfiasko, vor dem wir heute stehen und schwarz-gelb in dieser Legislaturperiode trotz anfangs gut hörbarer und vielleicht auch ernst gemeinter Ankündigungen rein gar nichts gegen die drohende Altersarmut auf den Weg gebracht hat.

Unser Sozialsystem, unsere Gemeinschaft beruht auf einem Generationenvertrag, den wir wieder ernst nehmen müssen. Und wenn wir Altersarmut für künftige Generationen vermeiden möchten, dann heißt es umgehend Schluss mit prekären Arbeitsverhältnissen und Ja zu regulierenden Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt. Ich stimme auch mit allen überein, die die Absenkung des Rentenniveaus auf maximal 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns fordern.

Schluss mit Sonntagsreden. Bayern muss gerechter und solidarischer werden! #Busl28

Grafik aus http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/tid-31...
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.06.2013 | 14:42  
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Ruth Busl aus München | 15.06.2013 | 00:42  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 15.06.2013 | 00:57  
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