Anzeige

Die Schlupfwespe Sceliphron curvatum

Die Schlupfwespe Sceliphron curvatum
Seit dem 5. Juli fliegt wieder eine Schlupfwespe durch den Kippspalt eines Fensters ins Haus. In den vergangenen Tagen hat sie sich dabei – für eine Schlupfwespe – ziemlich blöd angestellt, fand den Spalt von außen oft erst nach dem zehnten Anflug, und wenn sie im Zimmer war, brauchte sie bis zu einer halben Stunde und mindestens 50 Versuche, um wieder hinaus zu finden.

Heute hat das jedoch deutlich besser geklappt. Zwei Anflüge, und sie war im Zimmer. Dort flog sie gezielt zu einem der Bücherregale, landete auf dem fünften Band von Brehm’s Tierleben (natürlich nur ein Nachdruck, bin ich Krösus???) und kroch hinter die Bücher. Dort summte sie dann eine Oktave höher, etwa 35 bis 50 Sekunden lang, verstummte dann und flog nach weiteren 10 Sekunden wieder auf dem Regal heraus.

Dann kreiste sie anfangs etwa 4 Minuten lang im Zimmer, fand endlich, nach mehreren Anflügen, den Kippspalt am Fenster und verschwand für etwa 1 Minute im Freien. Das Spiel wiederholte sich etwa eine Stunde lang, wobei sie die Zeit, die sie benötigte, um wieder aus dem Zimmer heraus zu kommen, auf knapp 2 Minuten verkürzte. Kann ein so simpel gestricktes Insekt wirklich aus Erfahrung lernen?

Ich vermute, dass die Schlupfwespe an jedem Tag einen Lehmtopf baut und mit einer Spinne und einem Ei befüllt. Die Spinne kommt vermutlich beim letzten Flug am Tag mit, denn bei diesem war sie fast 10 Minuten verschwunden, und brauchte dann auch 55 Sekunden für ihre Arbeit am Nest.

Leider ist das Vieh extrem hektisch und daher nur sehr schwer zu fotografieren. Also habe ich die Kamera auf Blitz geschaltet - wegen der kurzen Belichtungszeit – und die Schlupfwespe im Flug fotografiert. Nach nicht einmal 60 Versuchen hatte ich dann auch ein Bild, auf dem sie so halbwegs scharf zu sehen ist. Hm. Zugegeben, vom Bigfoot gab es schon bessere Fotos, aber was solls. Zur Bestimmung der Art hat es ausgereicht.

An den rötlichen Beinen erkennt man: Es ist die Asiatische Lehmtopfwespe Sceliphron curvatum, die ich 2009 erstmals in München beobachten konnte.
0
2 Kommentare
13
Herr Herzog aus Leimen | 02.06.2011 | 11:08  
8.689
B Göpfert aus München | 19.06.2011 | 16:11  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.