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Wegweisertraum

Wegweisertraum
München: Marienplatz | .
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Wegweisertraum
04.02.2017(c)Zauberblume, München
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In der Natur, von Feldern und Wäldern umgeben, stand beim Maisfeld und dem gegenüberliegenden Kartoffelfeld auf dem schmalen Rasenabschnitt neben der Straße ein Wegweiser.
Walter, pfeifend kam von dem Dorf, geschnürt in Wanderkleidung, Rucksack und Stock, blieb vor dem Wegweiser stehen.
Welchen Weg soll ich nehmen? Dachte er und laut brummte er die Frage, aber der Wegweiser blieb stumm. Eine Biene Berta umschwirrte den Wegweiser und der Mann fragte laut: "Wohin führt der Weg, da steht ein Kilometer nach Norden und wohin geht es nach zweii Kilometer nach Süden? Von da, drei Kilometer, komme ich her, da ist das Dorf mit dem tollen Weiher, in dem ich Samstag immer heimlich ein Bad nehme!"
Die Biene summte den Wegweiser an und sagte zu ihm: "Darf ich mich vorstellen? Ich bin die Biene Berta. warum gibst du dem Walter keine Auskunft? Du hast so lange Beine wie eine Giraffe."
Der Wegweiser antworte fix: "Die brauche ich, damit ich weit in das Land sehen kann. Hallo Biene Berta, du bist ganz schön neugierig."
Die Biene Berta hatte Walter vergessen und unterhielt sich lieber mit dem Wegweiser. "Also bis du ein Storch!"
"Wieso Storch? Ich bin doch kein Tier. Ich bin aus edler Eiche geschnitzt. Ich bitte um mehr Ehrerbietung."
Die Biene Berta machte: "Pah!" Und summte lustig weiter: "Weil du nur auf einem Bein stehst. Auch der Storch hat Beene, aber Waden hat er kenne. Na ja, die Storchbeine sind rot und deine hat jemand orange angemalt."
"Ich bin kein Storch ich bin ein Wegweiser!"
"Wieso hast du drei Arme?"
"Damit ich den Menschen den Weg beschreiben kann."
"Was ist ein Wegweiser?"
"Ich bin ein Wegweiser, schau mich genau an."
Der Wanderer Walter setzte sich in das Gras und lehnte sich an den Pfosten. Die Biene schwirrte an seiner Nase vorbei.
Die Biene Berta sah verdutzt den Wegweiser an und piepste mit erregter Stimme: "Walter lehnt sich an dein Bein. Tut das weh?"
"Aber nein, ich bin fest und standhaft in die Erde mit einem Betonklotz ganz unten am Pfosten versenkt worden."
"Du hast nur einen Schuh? Damit kannst du weglaufen, so wie ich fliegen kann?"
Walter hörte die Biene Summen und hörte den Wegweiser, wie er sich mit den Tieren unterhaltet. Der Rabe Rubo kam angeflogen und setzte sich auf einen Arm des Wegweisers und sah der Biene Berta zu, wie diese eine Runde nach der anderen um den Wegweiser flog.
Rabe Rubo schnarrte mit seinem gelben Schnabel: "ich bin Rabe Rubo! Kannst du mal anhalten, mir schwirrt der Kopf von den Kreisen." Sein Gefieder glänzte blauschwarz im Sonnenlicht.
Die Biene Berta summte: "Hallo Rabe Rubo, du hast ein wunderschönes Kleid an. Ich setzt mich mal auf die gelbe Blume da unten." Sie schwirrte hinab, setzte sich mitten auf die gelbe Blumenkrone und ging an Honig zu schlürfen. "Einfach köstlich", summte die Biene, als sie mal kurz Luft holte. "Dieser köstliche Honig ist sehr abwechslungsreich. Im Frühjahr gibt es Schlüsselblumen-Nektar, dann kommen die Maiglöckchen, mit ihren kleinen Glöckchen dran. Die weißen Margeriten mit dem gelben Stempel in der Mitte leuchten bis zum Waldrand ."
Der Wegweiser hüstelte: "Biene Berta, macht mal Pause, mir schwirrt auch schon der Kopf."
Das Geplauder hörte auch der Wind. Er streifte sanft über das Gesicht von Walter, umkreiste den Wegweiser und ließ dem Rabe Rubo seine Federn Flattern.
Der Wegweiser spürte den Windhauch, sah der Biene beim Honig tanken zu und plauderte wie jeden Tag mit Rabe Rubo.
"Rabe Rubo erzähl mal, was du in der Welt bei denen Ausflügen gesehen hast."
Der Wegweiser hörte gerne seine abwechslungsreichen Reise-Erzählungen.
"Vor zwei Jahren durfte ich auf dem Kreuzfahrtschiff MSC Armonia Gast sein. Das riesige Schiff fuhr über das weite blaue Meer. Das war der Arlantik und ich besuchte eine kleine Insel. Da lebte ein Papagei und im Meer schwammen Wale und Delphine "
Dem Wegweiser seine Augen leuchteten auf. Irgend ein Wanderer hatte ihm mal oben zwei Augen gemalt, damit er seine Umgebung erkennen kann. Nun hatte er Sehnsucht nach der Ferne. Der Rabe Rubo kam regelmäßig bei ihm vorbei und erzählte ihm was hinter dem Wald so alles gibt.
"Fertig!" Rief die Biene "ich muss zurück in meinen Bienenstock, dort hinten am Waldrand" und surrte schwer tragend mit seinem vollen Honigtopf davon.
Walter war eingenickt, nach dem langen Fußmarsch und hatte er einen wundervollen Traum von Rabe Rubo und seiner Kreuzfahrt, von der Biene Berta und dem Wegweiser mit seiner Orangen Lederhose.

Gedankenspuren
Es sprach die Zauberblume danach.
Es kommt immer was Gutes nach.
Malerei: 201710344-Wegweisertraum
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1 Kommentar
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Fred Hampel aus Fronhausen | 26.02.2017 | 07:27  
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