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Mir san mim Radl do!

Christian und seine geliebten Fahrräder
 
Alles dreht sich ums Rad - aber auf bayerisch!
München: München |

Hobbys hat jeder! In meiner Serie möchte ich Menschen mit schönen, besonderen oder besonders sozialen Hobbys vorstellen und sie zu Ihrem Hobby befragen. Heute mit Christian, dessen Leidenschaft Fahrräder sind, und der sich sogar ein kleines, privates Fahrradmuseum im Münchner Westen eingerichtet hat. Zwischen seinen Drahteseln habe ich ihn zum Interview getroffen.

1. Hallo Christian, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview nimmst. Wir sitzen hier in deinem kleinen Fahrradmuseum. Wie lange sammelst du denn schon Fahrräder?

Christian: Als ich im Grundschulalter war hat mich das Fahrradfieber gepackt, also seit ca. 40 Jahren. Mein Opa hat mit mir zusammen Fahrräder und Mopeds repariert. Seit dem sammle ich Fahrräder und restauriere diese auch. Auch veranstalte ich Ausfahrten mit historischen Fahrrädern.

Die Fahrräder stapelten sich überall im Haus, sogar im Wohnzimmer!

2. Wie kamst du auf die Idee, deine Fahrräder zu zeigen und dieses Museum einzurichten?

Christian: Mit der Zeit stapelten sich die Räder überall bei mir zu Hause, im Keller, im Flur, sogar in Küche und Wohnzimmer standen und hingen Räder. Jahrzehnte habe ich nach einem Raum gesucht um die Räder adäquat unterzubringen, vor 5 Jahren fand ich einen alten Kramerladen, in welchem ich selbst als Kind noch eingekauft habe.
Der Raum stand leer und so konnte ich dort mein Museum einrichten. Alle Austellungsstücke habe ich dann selbst hier her gefahren oder mit einem Leiterwagen hergekarrt.
Lange Zeit war das Museum mein Rückzugsort, ohne Telefon und ohne PC.

3. Wie kommst du an deine Fahrräder? Nutzt du Seiten wie Ebay?

Christian: Das Suchen und Finden der Räder macht sehr viel des Reizes des Sammelns aus. Früher bin ich einfach zu den Leuten in meiner Umgebung hin gegangen und habe sie nach Rädern gefragt. Oder ich habe in Abbruchhäusern gestöbert. Heute läuft es meist über andere Sammler als Tauschgeschäft.
Auf Flohmärkten oder im Internet finde ich nur sehr selten etwas, hier sind die Fahrräder zu teuer.

Mein Lieblingsstück ist ein Victoria Jubiläumsrad

4. Hast du in deiner Sammlung ein Lieblingsstück?

Christian: Mein liebstes Fahrrad ist das schwarze Victoria Jubiläumsrad aus den 30er Jahren mit Ballonbereifung. Es fährt sich einfach wunderbar und ist etwas Besonderes. Ich habe es seit ca. 20 Jahren und ich werde es auch nie hergeben.

5. Viele deiner Räder haben tolle Geschichten. Welche davon möchtest du gern den Leserinnen und Lesern erzählen?

Christian: Meine neueste Errungenschaft ist ein Original Cito Tandem aus den 30er Jahren.
Eine meiner Nachbarinnen hat vor 45 Jahren mit Ihrem Mann in Bonn studiert. Als ihr Fiat 500 den Geist aufgab kauften Sie sich dieses Tandem und fuhren damit zusammen zur Uni.
Das Fahrrad ist seit 1935 unversehrt und sehr gepflegt. Als ich es bekam war es nur etwas verstaubt. Ich werde es jetzt herrichten und dann wird es Teil meiner Sammlung.

6. Erzähl mir doch noch etwas mehr über die historischen Ausfahrten!

Christian: Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder andere Sammler kennengelernt und irgendwann hat man sich dann zu Ausfahrten zusammen getan, an die sich dann weitere Besitzer historischer Räder anschlossen. Meist tragen wir dazu dann auch passende Kleidung aus der jeweiligen Zeit.
Die Touren gehen zum Picknicken in den Englischen Garten oder zu einem Sammler in Oberschleißheim. Wir waren auch schon beim Metzger Rudl, einem BMW-Sammler, und im Schlosspark Nymphenburg.
Leider werden es immer weniger Teilnehmer, die Sammler werden älter oder sterben. Nachwuchs gibt es wenig.
Auch die Organisation solcher Events wird schwieriger. Leserinnen und Leser, welche mit ihrem Fahrrad gerne einmal eine solche Ausfahrt erleben möchten, dürfen sich gerne melden!

Ein historisches Hochrad wäre mein Traum!

7. Gibt es ein bestimmtes Fahrrad das du gerne noch hättest?

Ein original historisches Hochrad wäre ein Traum von mir. Natürlich könnte man sich auch einen Nachbau kaufen. Beides ist jedoch sehr teuer.
Fahren könnte ich es auch nicht, das ist sehr gefährlich und man muss Kurse besuchen um es richtig zu beherrschen.
Das Hochrad war damals ein Sportgerät für die Reichen mit extremer Unfallgefahr. So einige haben sich schwere Kopfverletzungen zugezogen oder gar das Genick gebrochen.

8. Was ist für die Zukunft geplant?

Christian: Vergrößern möchte ich das Museum nicht und ich möchte auch kein großes Geschäft damit machen, auch wenn ausgewählte Stücke im Museum zum Verkauf stehen. Gerne hätte ich hier ein kleines Cafe eingerichtet, leider verfügen die Räume nicht über Toiletten. Über Besuche von Fahrradfreunden freue ich mich aber immer.
Wir haben schon einmal einen Adventskaffee veranstaltet, ab und zu übt hier ein Saxophonspieler und es wir auch in kleiner, privater Runde Schafkopf gespielt. Das möchte ich auf jeden Fall beibehalten.

Lieber Christian, dir und deiner Micki ein ganz herzliches Danke für den schönen Nachmittag und das tolle Interview.

Wenn Sie sich für das private Fahrradmuseum interessieren oder einmal bei einer Ausfahrt mitmachen möchten, melden Sie sich einfach unter FrauMicki@gmail.com oder über die Seite Münchner Gschichten auf Facebook.
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1 Kommentar
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 28.08.2017 | 05:27  
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