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Bavarian Bagpipes – Schottische Tradition in Bayern

(Foto: Dieter Schnöpf / Sven Vollberg)
 
(Foto: Münchner Volkssängerbühne / Sven Vollberg)
München: München |

Hobbys hat jeder! In meiner Serie möchte ich Menschen mit schönen, besonderen oder besonders sozialen Hobbys vorstellen und sie zu Ihrem Hobby befragen. Heute geht es weiter mit Sven Vollberg, dem gebürtigen Rheinländer, der in Bayern seine Heimat gefunden hat und den Menschen in und um München ein ganz besonderes Instrument näher bringen möchte, den schottischen Dudelsack.

Hallo Sven! Danke das du für mein Interview Zeit gefunden hast! Wie kommt man dazu, Dudelsack spielen zu wollen?

Sven: Ich denke man muss schon eine besondere Affinität zu Schottland haben, um auf die Idee zu kommen, den schottischen Dudelsack spielen zu wollen (Dudelsack ist ja nicht gleich Dudelsack). Den genauen Grund kann ich tatsächlich nicht mehr genau sagen, aber meine Leidenschaft für das Schottische hat vor über 15 Jahren der Film „Braveheart“ mit Mel Gibson ausgelöst. Und da ich immer gerne ausprobiere, dachte ich mir: „Hey, probieren wäre bestimmt lustig.“ Das ist mittlerweile über 10 Jahre her. Damals wohnte ich noch in der Umgebung von Köln und dort gab es die Cologne Caledonian Pipe Band und ich hatte das Glück, dass ein sehr guter Lehrer (Axel Römer) dort wohnte und ich es zumindest einmal probieren konnte. Von da an war ich dem schottischen Dudelsack verfallen.

Der Film "Braveheart" hat mich inspiriert.

Hast du vorher schon andere Instrumente gespielt?

Sven: Gefühlt habe ich alles schon einmal gespielt. Angefangen hat es im zarten Alter von 6 Jahren, als ich meinen ersten Trompetenunterricht genommen habe. Lange Zeit habe ich dann in der Blasmusik mit der Posaune meine musikalische Heimat gefunden. Die meisten anderen Instrumente hab ich autodidaktisch gelernt. Dazu gehören unter anderem: Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug und Akkordeon. Richtig gefesselt und gebunden hat mich nur der Dudelsack.

Wann hattest du deinen ersten Auftritt und wie sah der aus?

Sven: Das weiß ich noch sehr gut. Das muss 2009 gewesen sein. Damals gab es in Köln einen großen Hype um ein Karnevalslied. Basis dieses Liedes ist allerdings ein Lied, welches für den Dudelsack geschrieben wurde.
Mein Onkel leitet einen Chor und wir wollten für das örtliche Schützenfest etwas besonderes machen.Somit haben wir mit dem Chor, einer Pianistin und dem Orchester dieses Lied umgesetzt, was auch sehr gut ankam.

Mittlerweile unterrichtest du auch und man kann dich für Feierlichkeiten buchen. Wie wurde aus dem Hobby ein Geschäftsmodell?

Sven: Das als wirkliches Geschäftsmodell zu bezeichnen ist übertrieben. Ich gebe mein Wissen gerne weiter und bin stolz darauf, die schottische Musik vertreten und verbreiten zu können. Mir ist es wichtig, dass mein Hobby auch ein Hobby bleibt und ich es mit Leidenschaft betreiben kann, ohne davon abhängig zu sein. Gagen oder ähnliches werden wieder in meinen Unterricht investiert oder direkt für Equipment und Zubehör ausgegeben. Und so soll es auch bleiben.

Du musst ja auch üben und so ein Dudelsack ist ganz schön laut. Ganz ehrlich: Mögen dich deine Nachbarn?

Sven: Ich habe derzeit das große Glück in einem sehr toleranten Haus zu leben. Alle Nachbarn wissen Bescheid und akzeptieren meine Musik. Leider ist der Dudelsack tatsächlich ein Instrument, welches nur auf einer Lautstärke spielt werden kann, nämlich laut (letzte Messung gab einen Schnitt von 102 dB).
Zum Glück lernt man neue Stücke und Techniken an einer Übungsflöte, dem sog. Practice Chanter, welcher nur einen Bruchteil der Lautstärke eines herkömmlichen Dudelsackes aufweist. Somit schont man sein Gehör und die Nerven der Nachbarn schon immens.

Den Dudelsack kann man nur in einer Lautstärke spielen: LAUT!

Wie zeitaufwändig ist dein Hobby?

Sven: Es kommt immer darauf an, wie intensiv man es betreiben möchte. Aber ich versuche schon tagtäglich zu spielen und zwar auf der Übungsflöte und auf dem kompletten Dudelsack. So kommt eine reine Übungszeit von ca. einer Stunde pro Tag zusammen.

Könntest du dir vorstellen, dein Geld nur mit dem Dudelsack zu verdienen?

Sven: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Dadurch, dass ich mich in der Situation befinde, dies „nur“ als Hobby zu betreiben, kann ich mir die Auftritte quasi aussuchen, welche ich spiele und habe keinen Druck alle spielen zu müssen, damit auch morgen etwas zu essen auf dem Tisch ist.

Was ist für die Zukunft noch geplant? Welche Ziele hast du dein Hobby betreffend?

Sven: Ziele sind einige da: Ich möchte weiterhin Zertifikate in Schottland ablegen. Letztes Jahr habe ich dies zum ersten Mal gemacht und möchte daran weiter wachsen. Da gibt es ja noch viel zu lernen, gerade im Bereich der klassischen Musik.
Vor allem im Bereich der Wettbewerbe möchte ich mich steigern. Letztes Jahr habe ich das erste Mal an Wettbewerben in Deutschland und Österreich teilgenommen und war mit meinem Abschneiden durchaus zufrieden. Dieses Jahr spiele ich in einer höheren Klasse und möchte mich da beweisen.
Darüber hinaus möchte ich auch einmal an Wettbewerben direkt in Schottland antreten und mich dort messen.
Aber das wichtigste Ziel ist es weiterhin gute musikalische Darbietungen zu leisten und die Anlässe deren zu bereichern, welche mich für ihr Event haben wollen. Egal ob Geburtstage, Hochzeiten oder auch Beerdigungen. Ich bin immer ein Teil davon und möchte jeden einzelnen Auftritt unvergesslich machen und ein Teil der Erinnerungen bleiben.

Lieber Sven, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß mit deinem tollen Hobby!

(Anfragen für Auftritte mit dem Dudelsack gerne an www.bavarian-bagpipes.de)

Sie kennen jemanden, der ein wirklich besonderes, schönes oder soziales Hobby hat? Der auch so ein tolles Interview verdient? Dann schreiben Sie mir eine Email an interview.tolleshobby@gmx.de
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