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„Ausgezeichneter“ Dorfladen Biberbach

Seminarleiter und Berater Wolfgang Gröll, Geschäftsführerin des Dorfladens in Biberbach Joanna Glink und Geschäftsführerin der SDL Thierhaupten Gerlinde Augustin
 
Erfahrungsaustausch im Besprechungsraum in Biberbacher Rathaus

„Nachbarschaftsläden erfolgreich führen“ lautete das Seminar der Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL), das speziell für aktive Geschäftsführer und leitende Angestellte der Dorfläden in Biberbach, Landkreis Augsburg durchgeführt wurde. Der Dorfladen Biberbach wurde von der SDL und den Tagungsteilnehmern mit dem Prädikat „hervorragend“ ausgezeichnet. Man spürt Esprit und Lebensfreude, Engagement, viel „Herzblut“ aller der Verkäuferinnen und es geht lebhaft zu an diesem Donnerstagvormittag, freute sich Geschäftsführerin Gerlinde Augustin. Der Laden ist als Genossenschaft organisiert und schreibt schwarze Zahlen. Man bekommt Lust auf Gemeinschaft und Lust auf das Dorf stellte gerlinde Augustin fest.



Der Höhepunkt des Seminars war der Store-Check im Dorfladen in den verschiedensten Kategorien: Von Obst-Auslage, Sauberkeit, Freundlichkeit und Fachkompetenz des Personals bis Barrierefreiheit, wurde der Dorfladen von den anderen Teilnehmern genau unter die Lupe genommen. „In Biberbach spürt man Kreativität und Engagement“, sagte begeistert eine Teilnehmerin. Gelobt wurden die kompetente und freundliche Bedienung an der Verkaufstheke sowie die schöne Obst- und Gemüsetheke. Große Anerkennung und Bewunderung erntete der Aufbau des Drogeriemarktes, der vom Dorfladen nach der Schlecker-Pleite übernommen wurde. Mit viel freiwilligem Engagement durch die Dorfgemeinschaft , aber auch persönlich baut nun die Geschäftsführerin Johanna Glink die Dorfdrogerie auf. Das bedeutet den Aufbau eines neuen Warensortimentes, zusätzliche Dienstleistungsfunktionen wie die Postannahme mit Lotto werden angeboten.


Neue Ideen sammeln

Wie kann mein Dorfladen langfristig attraktiv bleiben? Wie muss er organisiert werden, um seine Existenz zu festigen und dadurch die Versorgung der Bürger zu gewährleisten? Über Fragen der Warenlieferung, Preisgestaltung Direktvermarktung sowie über die Produktpalette wurde ausgiebig diskutiert. Jeder Laden stellte sein eigenes Profil und besondere Marketingaktivitäten vor. Sowohl „Neulinge“, deren Eröffnung noch bevorsteht, als auch erfahrene Dorfladenleiter profitieren vom „Kreativitäts- und Erfahrungspool“ der anderen Teilnehmer. Des Weiteren wurde über z.B. die bessere Vermarktung regionaler Produkte, Verbesserung der Marktabschöpfung pro Einwohner diskutiert. Hierzu gab es viele nützliche Informationen und Tipps.

Trend zu regionalen Produkten

„Die Vermarktung regionaler Produkte wird immer wichtiger“, meint Seminarleiter Wolfgang Gröll. Dienten früher die Dorfläden besonders der Nahversorgung, so sind die neueren Dorfläden vor allem auch auf Regionalisierung polarisiert. Denn diese Angebote stellen einzigartige Verkaufsargumente gegenüber den großen Supermärkten dar. Der Biberbacher Dorfladen verkauft auch die Hartmann Öle aus Biburg. Über diese Produkte und deren Qualität, konnten sich die Teilnehmer im Rahmen einer kleinen Betriebsführung in Biburg informieren. Wichtig sei auch die Warenpräsentation, so Seminarleiter Wolfgang Gröll. Deshalb wurde auch Roswitha Boppeler, ihres Zeichens Käsesommeliere ins Seminar geladen. Mit großer Begeisterung und Wissen informierte sie die 26 Teilnehmer, die übrigens aus ganz Bayern stammten, über Käsesorten, Käsepräsentation, Käseverpackung und Käseaufschnitt.

In immer mehr Dörfern werden dank privater Initiativen wieder Dorfläden gegründet. „Diese Initiativen schließen die Lücken, die der Strukturwandel in den dörflichen Alltag gerissen hat. Egal ob für Jung oder Alt, Dorfläden dienen nicht nur als Einkaufsstätten, sondern sind ein sozialer Mittelpunkt des Dorfes, oft der einzige“, so Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten (SDL). Dies bestätigte auch eine Kundin im Biberbacher Dorfladen, die zwar mit Rollator, aber dennoch eigenständig ihren täglichen Einkauf im Dorfladen erledigen kann. Die Kundin betonte auch, wie wichtig die Ansprache und Kommunikation im Laden, besonders auch für ältere Kunden ist.

Bestehende Dorfläden brauchen Motivation und Unterstützung, sie sind Modelle der Zukunft, so Geschäftsführerin Augustin. Oft werden Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig die Versorgungsstrukturen in ländlichen Gemeinden aufrechterhalten.
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