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Politischer Biergarten: Dr. Mehring und Häusler zu Gast bei der Augsburger.Land.Jugend

(Foto: Marina Jakob)
Kloster Holzen: Politiker diskutieren mit jungen Agrariern über aktuelle Herausforderungen ihrer Branche

Auf Einladung des Vorsitzenden der Augsburger.Land.Jugend, Martin Grob, trafen sich der stellvertretenden Fraktionsvorsitzende sowie der parlamentarische Geschäftsführer der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, Johann Häusler und Dr. Fabian Mehring, zum politischen Austausch in lockerer Atmosphäre im Biergarten der Gaststätte Kloster Holzen mit dem landwirtschaftlichen Nachwuchs aus der Region. Nach dem Vorbild des Fernsehformats „Jetzt red I“ wurden unterschiedlichste Themen aus Politik und Gesellschaft diskutiert. Mit dabei waren auch die Kreisbäuerin des Landkreises Augsburg, Andrea Mayr, sowie Kreisobmann Martin Mayr.

Ein wichtiges Thema war den Anwesenden der stetig steigende Flächenverbrauch. Würde man den aktuellen Flächenverbrauch von 56 ha/Tag in Deutschland hochrechnen, so wäre im Jahr 2800 der letzte Quadratmeter Fläche zugepflastert. Dieser Tag X scheint zwar noch in weiter Ferne, doch machen die Anwesenden deutlich, dass jetzt gehandelt werden muss und fordern zum Beispiel ein Verbot von Freiflächenparkplätzen. Zustimmend ergänzt Dr. Fabian Mehring, dass auf Initiative der FREIEN WÄHLER derzeit sowohl der Bayerische Landesentwicklungsplan als auch die Bayerische Bauordnung überarbeitet und zugunsten von weniger Flächenversiegelung ausgerichtet werden sollen. „Das klappt aber nicht mit Verboten, sondern über geeignete Anreize und mit Respekt vor dem Eigentum“, findet der Parlamentarier. Zudem, so Mehring weiter, seien auch die Landkreise und Kommunen in der Pflicht bei der Eindämmung des Flächenverbrauches mitzuhelfen: „Wenn man etwa auf dem Lechfeld einen Logistiker mit ausländischem Steuersitz nach dem anderen ansiedelt, braucht man sich über Flächenverbrauch, Verkehrszunahme und Fachkräftemangel im Handwerk nicht zu wundern“, so der Parlamentarier kritisch.

Ein weiteres Anliegen der Teilnehmer war die aktuelle Situation, in welche die Biogasbranche sich befindet. Nicht nur, dass immer noch nicht abschließend geklärt wurde, wie es mit Biogasanlagen nach dem Ablaufen der zwanzigjährigen EEG-Förderung weitergeht, sondern wird der Anbau von insektenfreundlichen Pflanzen wie z.B. der Durchwachsenden Silphie massiv erschwert, wenn diese nicht von Beginn an als Substrat für die Biogasanlage genehmigt wurde. „Ein Unding,“ findet Johann Häusler. „Wenn Landwirte sich Gedanken machen, wie sie einerseits wirtschaftlich ihre Anlage betreiben und gleichzeitig einen Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz leisten können, dann sollten hier von Seiten der Behörden keine Steine in den Weg gelegt werden. Die durchwachsene Silphie ist eine hervorragende Alternative zu Mais welches verstärkt angebaut werden muss.“

Weitere Themen waren unter anderem die aktuellen Unklarheiten bei Gewässerrandstreifen, Herausforderungen bei der Umsetzung der Düngeverordnung sowie die Zukunft der Fleischer- und Metzgereibetriebe in der Region. Martin Grob dankte abschließend allen Anwesenden für die ehrliche und kurzweilige Diskussion und regte an, dieses Format an anderer Stelle zu wiederholen. Dies sagten beide Parlamentarier zu, wobei es Grob zudem gelang, den 31-jährigen Mehring spontan als Mitglied für die Landjugend im Landkreis zu gewinnen.
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