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„Zugabe, Zugabe, Zugabe!“ - Zuhörer reisten beim Jahreskonzert der SGL-Kapelle Meitingen einmal quer über den Globus

 
Bei der Arbeit: Dirigent Florian Helgemeir.
Meitingen: Mittelschulturnhalle | Rund 400 Musikbegeisterte nahm die SGL-Kapelle am Samstag Abend drei Stunden lang mit auf eine musikalische Weltreise. Dabei hatte Dirigent Florian Helgemeir seine Musiker die ganze Zeit über voll im Griff. Während des Dirigierens schien es, als würde Helgemeir an einem großen Mischpult stehen und die kleinsten Justierungen hinsichtlich der Lautstärke und Betonungen (in der Musik auch Phrasierung genannt) vornehmen, und die Kapelle sofort darauf ansprechen. Eine tolle Entwicklung, die man seit seinem „Amtsantritt“ beim Traditionsverein beobachten kann.

Beim Auftakt setzte man in diesem Jahr auf etwas Ungewöhnliches. Das Saxophonquartett bestehend aus Andrea Ruisinger, Katja Wirkner, Renate Stuhler und Ulrich Träger begannen mit dem zweiten Satz aus der Studienpartitur von Komponist Alexander Glasunow „Saxophon Quartett B-Dur“ mit dem Stück „Canzona Varieé“, um mit „Celtic Collage – My Darling Ploughman Boy“, nach einem Arrangement von Paul Harvey, an die Jugendkapelle zu übergeben.

„Olympic Tune“ von Thomas Berghoff erinnerte nicht nur an eine typisch eingängige olympische Hymne, sondern könnte gleichermaßen aus einem Science-Fiction-Film stammen. Weiter ging die Reise mit „Selections from Tarzan“ von Afrika über die irischen „Sally Gardens“ ins moderne Amerika zu einer der momentan bekanntesten und permanent in den Charts zu hörenden Katy Perry. Hier zündeten die Jungmusiker ein echtes „Firework“ bei dem kein Fuß stillhalten konnte. Mit den Unglaublichen „The Incredibles“ gab es einen kleinen Abstecher in die Traumfabrik Hollywoods, oder besser gesagt, in deren Computer. Die Musik stammte nämlich aus dem animierten Superheldengenre der Pixar Animation Studios. Die vom Publikum vor der Pause geforderte Zugabe, brachte die Zuhörer wieder zurück über den Atlantik ins kalte Russland mit dem Sankt-Petersburg-Marsch.

Als der Pausengong zum Platznehmen ertönte, saßen die 45 Musiker der Werkskapelle bereits auf ihren Plätzen, um beim Aufschwung des Dirigentenstabes mit den Tönen zu „Flashing Wind“ des Belgiers Jan van der Roost zu starten. Wieder über den großen Teich zurück nach New York. Mit der „West Side Story“, einem der wohl bekanntesten Filme und Musicals von Leonard Bernstein, blieb man auch erstmal beim Thema Film. „Spirit – Stallion of the Cimarron“, im Original vom deutschen Hans Zimmer (u. a. „Das Boot“ und „Der König der Löwen), war der Soundtrack des gleichnamigen Zeichentrickfilms von Kelly Asbury.

Der musikalische Teil pausierte dann für wenige aber wichtige Minuten, in der die Bezirksvorsitzende des 15. Bezirkes des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes, Angela Ehinger, die 10- und 15jährige Treue von Martin Linder, Simone Schellenberger, Tobias Schenk, Nadine Bestle, Ingrid Fuhrer und Bianka Prokoph mit Urkunden und Ehrenabzeichen für deren musikalische Engagement auszeichnete. Nicht nur zu ihren Plätzen kehrten die Geehrten zurück, sondern auch die Kapelle zu ihren Wurzeln der Blasmusik mit dem Herzegowina Marsch. Der „Kulturschock“ - in bestem Sinne - folgte gleich darauf mit einem Medley der in den 70ern bekannt gewordenen „Deep Purple“.
Die Zugabe „O’ Vitinho“ erinnerte an die fortgeschrittene Stunde, denn sie ist die Melodie des portugiesischen Sandmännchens. Ein echtes Konzert der Meitinger SGL-Kapelle kann sein Ende aber nur in einem Marsch oder einer Polka finden. Helgemeir entschloss sich, das beigeisterte Publikum mit der tschechischen „Brinpolka“ nachhause zu entlassen. Zurück blieben ein mehr als zufriedener Dirigent und glückliche Musiker, die wieder einmal gezeigt haben, wie vielfältig und spannend Blasmusik eigentlich sein kann.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 02.03.2012
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