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Für Frankreich begeistern - die Arbeit des Partnerschaftskomitees 2012

Die Versöhnung der beiden Staaten Deutschland und Frankreich, die Festigung der Freundschaft und der Bau eines gemeinsamen Europas - diese Ziele sind in der Partnerschaftsurkunde für Meitingen und Pouzauges genannt. (Foto: Hermann Unger)
 
Auf Geschichtsfahrt im Raum Nürnberg mit historischem Gefährt unterwegs. (Foto: Hermann Unger)

Ereignisreich war das Jahr 2012 für das Partnerschaftskomitee Meitingen-Pouzauges. „Wieder einmal“, lacht Vorsitzende Renate Unger, denn langweilig ist es ihr in ihrem Amt noch nie geworden. „Jedes Jahr bringt neue Herausforderungen und Erfahrungen mit sich, natürlich auch Arbeit, aber was mich wirklich motiviert, sind die vielen neuen, gerade auch jungen Mitglieder im Komitee. Unsere Partnerschaft lebt!“

Allein seit 2010 stellten sich sieben Frankreichinteressierte für die Komiteearbeit zur Verfügung. „Die meisten sprechen auch noch gut Französisch, das ist einfach toll!“
Unger kann also auf engagierte Mitglieder zurückgreifen, wenn es darum geht, den Austausch mit der französischen Partnerstadt Pouzauges zu pflegen. Doch darin allein erschöpft sich die Arbeit des deutschen Komitees keineswegs. Mit vielfältigen Veranstaltungen möchten die Frankreichbegeisterten auf das Nachbarland aufmerksam machen, ihre Mitbürger ebenfalls dafür interessieren und begeistern. „Im Grunde genommen versuchen wir den Auftrag zu erfüllen, den die Gründungsurkunde der Partnerschaft der beiden Orte uns aufgetragen hat“, führt Unger aus. „Das ist die Versöhnung der beiden Staaten, die Festigung der Freundschaft und nicht zuletzt ein Beitrag zum Bau eines gemeinsamen Europas.“


Kontinuierliche Arbeit vor Ort

Dass das Komitee diesen Auftrag ernst nimmt, davon zeugen viele Aktivitäten, die weit über die Organisation von gegenseitigen Besuchen hinausragen. Ein Beispiel hierfür ist die „Pouzauger Ecke“. Seit vielen Jahren ist der offene, monatliche Treff ein fester Bestandteil. Bereichert werden die geselligen Runden oft durch ehrenamtliche Vorträge zu unterschiedlichsten Themen, eine kostenlose Weiterbildungsreihe also.
Ebenfalls in die Kategorie „Fortbildung“ fällt die jährliche Geschichtsfahrt des Komitees. Organisiert von Renate Unger erhält die zwei- bis dreitägige Kurzreise den inhaltlichen Input von Komiteemitglied Dr. Werner Wieczorek. Nicht nur Frankreich-, sondern eben auch Geschichtsliebhaber gräbt er noch die letzten Details von kaum zu erahnenden deutsch-französischen Verbindungen aus und fügt sie zu einem Reiseablauf zusammen. Oder wer weiß schon, dass sich am 1. Juni 1815 mittags um 1 Uhr aus einem der oberen Fenster der Bamberger Residenz Louis-Alexandre Berthier, ein Marschall Napoleons, aus dem Fenster stürzte und somit den Freitod wählte, um der anrückenden russischen Armee nicht in die Hände zu fallen? „Die Geschichtsfahrt ist sehr beliebt“, weiß Unger, „wir sind regelmäßig ausgebucht.“

Eine andere Zielrichtung verfolgt das Komitee mit der Teilnahme am Meitinger Weihnachtsmarkt. „Natürlich wollen wir auf das Komitee und die Partnerschaft dort aufmerksam machen“, erzählt Unger. Doch es soll durchaus auch etwas Geld eingenommen werden, welches das Komitee für die Jugendarbeit verwendet. Der Gewinn wird jedes Jahr den Schülern von Mittel- und Realschule gespendet, welche am Schüleraustausch mit der Partnerstadt teilnehmen.

Interesse für Frankreich wecken

Neben diesen regelmäßigen, ja fast schon routinemäßigen Aktivitäten lässt sich das Komitee immer mal wieder besondere Veranstaltungen einfallen. Zwei Mal organisierte es etwa zum allgemeinen Europatag im Mai einen „Meitinger Europatag“ mit allen Schulen und Kindergärten sowie der Wirtschaftsgemeinschaft – beide Male mit großem Erfolg. Doch nicht dieses Jahr – 2012 konzentrierte man sich ganz auf das Partnerland Frankreich.

Erstmalig 2012 - Ausstellung und Französischer Abend


Zum einen wurde in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde die Ausstellung "Erbfeinde - Erbfreunde" des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg ins Meitinger Rathaus geholt. Sie beleuchtet die deutsch-französischen Beziehungen zwischen 1870 und 1945 im Spiegel der zeitgenössischen Literatur, und gibt einen andersartigen Einblick in die historischen Zusammenhänge dieser Zeitspanne.
Zum anderen lud das Partnerschaftskomitee zu einem „Französischen Abend“ in den Meitinger Bürgersaal ein. Mit französischem Wein, Essen und Akkordeonspiel kam die richtige Grundstimmung auf, um dann mittels zahlreicher Fotos von den Anfängen der Partnerschaft bis heute in Erinnerungen zu schwelgen. Ein bis dahin nicht bekannter, privat gedrehter Film vom Frankreichbesuch 1973, als die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet wurde, versetzte die Anwesenden in eine andere Zeit zurück, eine Zeit, in der es Grenzkontrollen und Francs gab. „Gerade für die jüngeren unter uns sind diese Dokumente lebendig gewordene Geschichte“, so Unger.


40-Jahr-Feier 2013

Eine Geschichte, die im Falle von Meitingen und Pouzauges schon fast 40 Jahre dauert. Fast, denn die runde Zahl wird 2013 erreicht. Und dies wird selbstverständlich ausgiebig gefeiert werden. „Die Vorbereitungen laufen im Grunde genommen schon seit über einem Jahr“, berichtet Unger. „Doch die heiße Phase kommt noch.“ Ausrichter für die Feierlichkeiten am Pfingstwochenende ist Pouzauges. Doch was wäre ein Jubiläum einer Partnerschaft, zu der ja immer zwei gehören, ohne das entsprechende Pendant in Meitingen. „2014 feiern wir in Meitingen mindestens noch einmal so intensiv“, freut sich Unger. Auch wenn es für sie – wieder einmal – viel Arbeit bedeutet.

Informationen über die Partnerschaft und das Komitee gibt es auf der Internetseite
www.partnerschaftskomitee-meitingen.de
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 18.12.2012
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