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Den Wald für die Entwicklung der kindlichen Natur nutzen - Im Meitinger Montessori–Kinderhaus werden pädagogische Ziele in Form eines Waldprojekts erkundet

Durch das Laub den Berg hinunter kugeln bereitet den Kindern nicht nur Spaß, sondern schult auch den Gleichgewichtssinn - und beim Hinaufsteigen die Koordination
 
Hui wie das raschelt und wie toll die Blätter durch die Sonne tanzen! Kosmische Erziehung in der Natur: warum fallen die Blätter langsamer zu Bodenals die Steine und Äste?
Meitingen: Montessori Kinderhaus Meitingen | Meitingen. Kindergarten mal anders: Das dachten sich die Eltern und Pädagogen des Montessori Kinderhaus Meitingen und iniziierten im März 2017 ein Waldprojekt, um Ihren Kindern in der Gemeinschaft Gleichaltriger das Urspiel in der Natur zu ermöglichen.
Ganz offensichtlich genügen einfachste Materialien, um Kinder in einen grundseligen Zustand zu versetzen. Über Baumstämme balancieren, einen Berg herunterkugeln, mit Stöcken in Erdhöhlen stochern, Steine und Zapfen werfen, sich im Laub verstecken, aus Moos und Gräsern eine Hexensuppe brauen oder mit Wasser pritscheln.
Kinder finden, wenn man sie lässt, instinktiv zum Spiel mit Naturmaterialien, und kein Erwachsener wird ihnen zeigen müssen, wie man damit spielt. "Denn im Umgang mit den Ur-Materialien der Schöpfung sind sie die wahren Experten. Dieses sogenannte “Ur-Spiel” oder auch primäre Spiel ist von enormer Bedeutung für das Kind. Es ist gewissermaßen ein Wesensspiel, wird ein Mensch doch nie wieder die Welt derart mit seinem ganzen Wesen – mit Geist, Seele und Körper – begreifen wie in seinen ersten sieben Jahren." (Zit.: Rudolf Hettich in Spielplätze für Kinderseelen; 2011)
Im Meitinger Montessori – Kinderhaus werden deshalb im Rahmen eines Waldprojektes pädagogische Ziele verfolgt. Dabei durften die Kinder in der ersten Projektwoche täglich Waldausflüge in einen Mischwald in Thierhaupten unternehmen. Nach dieser Einstimmung wurde dies mittlerweile auf einen wöchentlichen „Waldtag“ eingegrenzt. „Die Kinder dürfen während des Projektes im Freiraum des Waldes Ruhe und Bewegung gleichzeitig genießen. Da im Wald viel Platz vorhanden ist, gibt es weniger Konflikte zwischen den Kindern,“ erklärt Montessori – Kinderhausleiterin Angela Niederhofer das Konzept.„Wer geistig weit gehen will, muss mit seinen Füßen sicher auf dem Boden stehen“, sagte schon Maria Montessori. „Dieses Zitat“, so Angela Niederhofer, „darf nicht nur im übertragenen Sinn verstanden werden, sondern auch praktisch denn für Maria Montessori war es wichtig, die Kinder ganzheitlich zu fördern“. Dadurch können die Kinder Herausforderungen bestehen, sie werden mit neuen, ungewohnten Situationen konfrontiert und versuchen diese zu bewältigen. Desweiteren machen die Kinder Erfahrungen, sie können selbst viel ausprobieren und dabei alte Erfahrungen modifizieren. „Ganz wichtig ist auch, dass die motorischen Fähigkeiten geschult werden denn durch den unebenen Waldboden und etwaige steile Hänge bekommen die Kinder zunehmend mehr Sicherheit in ihren Bewegungen“, erklärt die Kinderhausleiterin. Auch werden durch die gemeinsamen Aktionen im Wald das Sozialverhalten und der Gemeinschaftssinn in der Gruppe positiv beeinflusst.
Der Waldtag beginnt mit Ruhe, dann wird ein Lied gesungen und mit einer gemeinsamen Brotzeit in den Tag gestartet. Nach der Bildung einzelnen Gruppen können die Kinder Häuser mit Ästen, Blättern und Moos bauen oder die kleinsten Bewohner des Waldes mit Becherlupen erforschen. Auch das Bestimmen von Tieren, Pflanzen und Pilzen in mitgebrachten Büchern gehört zum Tagesablauf. So wird den Kindern auf spielerische Weise Wissen vermittelt, also die kosmische Erziehung hautnah, unmittelbar und greifbar praktiziert.
Viele Eltern empfinden das Projekt als Bereicherung: „Einmal pro Woche ist genau das richtige Maß. So kommen auch andere Dinge nicht zu kurz.“ „So kann mein Kind die Natur erfahren, ohne dass ich bei schlechtem Wetter mit raus muss.“
„Das Hauptziel des Waldprojektes ist, dass die Kinder die Natur mit allen Sinnen erleben und Erfahrungen wie Neugier, Freude, Staunen zum Aufbau einer positiven, emotionalen Beziehung zur Natur führen. Dies ist die Grundlage für einen späteren verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit ihr“, schildert Angela Niederhofer.
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