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Ausflug während Kobukan Aufenthalt in Frankreich - Stadtbesichtung Sarlat-la Caneda

  Sarlat-la-Canéda ist eine Gemeinde in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine im Département Dordogne. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Sarlat-la-Canéda, der aus zehn Kantonen besteht. Am 1. März 1965 wurden die Gemeinden Sarlat und La Canéda zu Sarlat-la-Canéda zusammengeschlossen.

Sarlat-la-Canéda liegt in einer von bewaldeten Hügeln umgebenen Senke des Perigord noir. Die Stadt ist das touristische Zentrum der Region und beeindruckt den Besucher mit ihrem mittelalterlichen Stadtbild, das auf das 13. bis 16. Jahrhundert zurückgeht und den Eindruck einer Beamten- und Handelsstadt des Ancien Régime vermittelt.

Die Abtei, um die herum sich der Ort Sarlat entwickelte, wurde wahrscheinlich zwischen 820 und 840 von Herzog Pippin von Aquitanien gegründet. Der Ort wuchs im Schatten der Bruderschaft und erlangte im 13. Jahrhundert zunehmende Selbstständigkeit. Im Jahr 1317 erhob Papst Johannes XXII. Sarlat zum Bischofssitz: die Abteikirche wurde Kathedrale Saint-Sacerdos, und die Mönche bildeten das Domkapitel.

Im 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts blühte die Handels- und Kaufmannsstadt auf, der Hundertjährige Krieg richtete sie jedoch zugrunde. Zwar wurde Sarlat niemals von den Engländern eingenommen, mit dem Frieden von Brétigny fiel sie im Jahr 1360 schließlich dennoch in deren Hände. Bei den wieder aufflammenden Kämpfen im Jahr 1370 reihte sich Sarlat in die Truppen Karls V. ein und war 1404 an der Wiedereroberung des Perigord beteiligt. Es war ein teuer erkaufter Sieg, der die Diözese in Ruinen zurückließ. Ohne lange zu zögern wurde jedoch der Wiederaufbau in Angriff genommen; aus der Zeit zwischen 1450 und 1500 stammen viele der im Stil der beginnenden Renaissance erbauten Häuser, auf die die Stadt heute so stolz ist.

Armand de Gontaut-Biron, 1492 zum Bischof ernannt, unternahm die Fertigstellung der 1368 begonnenen Kirche Sainte-Marie. Im Jahre 1553 ließ ein neuer Bischof, der Florentiner Nicolas I. Gaddi, Kardinal von Saint-Théodore und ein Verwandter Katharinas von Medici, im italienischen Stil das neben der Kathedrale liegende Bischöfliche Palais errichten. Aufgrund des sich um Bischof, Richter, Beamte und Würdenträger des Kapitels bildenden wohlhabenden Großbürgertums konnte sich in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein üppiges kulturelles Leben entwickeln, an dem auch der in Sarlat geborene Schriftsteller Étienne de La Boétie seinen Anteil hatte.

Seit dem 17. Jahrhundert war Sarlat politisch bedeutungslos und verarmte zusehends. Die Bausubstanz verfiel unaufhaltsam, bis die französische Regierung 1962 unverhofft ein großzügiges Denkmalpflege-Gesetz verabschiedete, das speziell auf die Restaurierung historischer Altstadtkerne ausgerichtet war. Die Restaurierung dauerte von 1964 bis 1974 und erfasste nicht nur die historischen Gebäude, sondern den gesamten Altstadtbezirk von Sarlat. Seither steht die „wiederauferstandene“ Stadt im Rampenlicht, was den Fremdenverkehr sprunghaft ansteigen ließ. Sarlat zählt heute 1 Million Besucher pro Jahr.
Von den bis ins 18. Jahrhundert die Altstadt umgebenden Festungswällen und Gräben ist heute nichts mehr vorhanden. Die Gräben wurden zugeschüttet und auf ihnen ein großer Boulevard angelegt. Von der alten Stadtmauer gibt es nur noch vereinzelte Reste. Außerdem wurde im 19. Jahrhundert eine schnurgerade Straße, die Rue de la République, angelegt, die eine Schneise durch den gewachsenen Altstadtkern schlug und ihn seitdem in eine östliche und eine westliche Hälfte unterteilt.
Die Schwerpunkte der Altstadt sind die Basilika und das Rathaus. Ansonsten stehen Bauten aus Mittelalter, Renaissance und Barock wie selbstverständlich nebeneinander. Die Kirche, deren wertvollstes Ausstattungsstück die Orgel aus dem 17. Jahrhundert ist, hat einen mächtigen Glockenturm mit romanischer Basis.
An dem kleinen Platz vor der Kirche stehen der ehemalige Bischofspalast mit einer offenen Loggia im Obergeschoss sowie die Maison de La Boétie, in dem der Politiker und Schriftsteller Étienne de La Boétie, Freund Michel de Montaignes, im Jahr 1530 geboren wurde. Hinter der Kathedrale befindet sich die sogenannte Lanterne des Morts, ein zylindrischer Turm, der wohl hauptsächlich als Totenlaterne bzw. Totenkapelle gedient hat.
Der weiträumige Marktplatz befindet sich, wenige Schritte von der Kirche entfernt, vor dem barocken Rathaus. Vornehme Palais umstellen den Platz; das schönste Palais ist das verwinkelte Hôtel de Maleville. Die säkularisierte Pfarrkirche Sainte-Marie und das Hôtel Chassaing an der Nordseite dienen beim jährlichen Theaterfestival als Kulisse. Dahinter schließt sich der kleine Place des Oies an, der ebenfalls von malerischen alten Häusern umrahmt ist.
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