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5 vor 12 für gute Literatur - »Die andere Buchmesse« ging in die zweite Runde

Der Eingang zum Veranstaltungsort
 
Büchertisch
Wien (Österreich): Seidengasse 30 | 5 vor 12 für gute Literatur - »Die andere Buchmesse« ging in die zweite Runde

Es muss nicht immer Leipzig oder Frankfurt sein. Gerade die Literatur engagierter Nachwuchsautoren und Kleinverleger hat mittlerweile in Wien ein Zuhause gefunden. Vergangenen Sonntag hieß es nun bereits zum zweiten Mal um 11:55 Uhr: »Es ist 5 vor 12 für gute Literatur!«
Veranstaltet wurde der literarische Event von den Autoren des Literaturprojekts »Das andere Buch«, einer Bücherplattform für Literatur abseits des Mainstreams. Einen Tag lang konnten Literaturliebhaber im Architektenbüro »Sigs« (Seidengasse 30/1, 1070 Wien) die Schriftsteller des Projekts persönlich kennen lernen und bei Lesungen in ihre Bücher hineinhören. Nachwuchsautoren hatten die Möglichkeit sich über Fragen rund um das Schreiben und die Verlagssuche auszutauschen oder am Literature Slam teilzunehmen.
»Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig es für angehende Autoren ist, ihre Texte vorzutragen und Feedback zu bekommen«, erklärt die Tiroler Autorin und Mitveranstalterin Margit Kröll. »Deshalb gaben wir ihnen z.B. die Möglichkeit, bei uns Geschichten zu veröffentlichen oder auf unserer Buchmesse zu lesen.«
Eine Möglichkeit, die die Lähdener Autorin Stephanie März gerne wahrnahm.


»Blutiger Kuss« anstatt »Wiener Blut«

März hatte seit Jahren auf diesen Moment gewartet und letzten Sonntag war es soweit: Die Lähdenerin stellte ihr Erstlingswerk »Gefangen in der Ewigkeit«, den ersten Teil der Trilogie »Blutiger Kuss«, auf der »anderen Buchmesse« vor.
»Abgesehen davon, dass ich jede Menge Lampenfieber und Angst davor hatte, kein einziges Wort herauszubringen, verlief meine Premierenlesung sehr gut«, so März. »Das Publikum war sehr interessiert, meine Geschichte kam sehr gut an und ich bekam nach der Lesung viel Zuspruch.«
Ein großes Anliegen sei es ihr, den zahlreichen Menschen hier im Landkreis Emsland zu danken, die bereits im Vorfeld einen nicht unerheblichen Teil der Erstauflage vorbestellt hatten. Diese Unterstützung habe ihr gezeigt, welches Potential ihr Werk habe.
Eine weitere Lesung aus »Blutiger Kuss« ist bereits für Mitte März im Emsland, genauer in einer Buchhandlung in Haselünne geplant, die auch unter der Mithilfe der KÖB Haselünne geleitet wird. »Es würde mich sehr freuen , zu diesem Ereignis viele Leser persönlich begrüßen zu dürfen und vielleicht auch das eine oder andere Exemplar zu signieren«, so die Autorin.


Ein literarischer Termin für die Zukunft

»Wir sind positiv überrascht vom Erfolg unserer Kleinmesse«, erklärt Torsten Low, Mitbegründer von »Das andere Buch« und Verleger von März’ Roman »Gefangen in der Ewigkeit«, der ebenso wie seine Autorin extra aus Deutschland angereist war.
Auch die anderen Lesungen wurden von den Zuhörern sehr positiv angenommen. Nicole Engbers, gebürtig aus Nordhorn, stellte ihr Kinderbuch »Der Hase Donnerstag« vor. Die Tiroler Autorin Margit Kröll las aus ihrem Jugendbuch »Katharina ... seit damals ist sie ganz anders geworden!« und Paul Fülöp präsentierte seine Aphorismensammlung »Abschied und Ankunft im Licht der Begegnung«. Der Meitinger Verleger Torsten Low verteilte erst einmal kleine Würstchen, bevor er den Zuhörern mit dem Kannibalen-Schocker »Im Zentrum der Spirale« das Gruseln lehrte. Sehr gut besucht war auch die Präsentation der Anthologie »Die andere Geschichte – Lesereisen, die aus dem Rahmen fallen«, die pünktlich zur Messe erschienen war.
Einen besonderen Höhepunkt bildete der Literature Slam, bei dem sechs mehr oder weniger bekannte Autoren gegeneinander antraten und welchen der Schauspieler Norbert Holoubek mit seinem Kinderbuch »Lilo Lustig« für sich entscheiden konnte.
Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten Jazzstandards mit Silke Stadlhofer und Martin A.Seidl, sowie Solo Bass & Live Looping mit aNDREmu.
»Man hat sich wohl gefühlt und konnte immer neues entdecken«, fasst Stephanie März die diesjährige Buchmesse zusammen. »Es gab keine Programmpausen – immer war irgendwas los. Der Tag war fast zu kurz, um alles anzuschauen und überall dabei zu sein. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall versuchen, länger zu bleiben.«
Natürlich sei »Die andere Buchmesse« weit entfernt von den großen Brüdern in Frankfurt und Leipzig, bestätigt Nicole Engbers. Aber alles brauche seine Zeit zum Wachsen. Und so steht es bereits fest: »Die andere Buchmesse«geht nächstes Jahr in die dritte Runde – wieder am letzten Sonntag im Februar.

Weitere Infos und Downloads auf:
http://www.das-andere-buch.com
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