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Soziale Innovation im ländlichen Raum

von li. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Vorstandsvorsitzender der SDL Thierhaupten Peter Jahnke, Vorsitzender des Fachbeirates Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin Prof. Dr. Theresia Wintergerst, Gastreferentin Richard Fank, Schatzmeister der SDL Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Präsident Johann Huber, Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben
 
Gerlinde Augustin Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Vorstandsvorsitzender der SDL Thierhaupten
Die Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) feierte zum 18. Mal in festlichem Rahmen den Thierhauptener Advent. Im Anschluss an die jährliche Mitgliederversammlung referierte Professor Dr. Theresia Wintergerst über die Notwendigkeit sozialer Innovationen.

Bezirkstagspräsident und Vorstand Jürgen Reichert zollte große Anerkennung für die Arbeit der SDL und dankte Geschäftsführerin Gerlinde Augustin für ihr herausragendes Engagement. „Wir alle wissen, dass gute politische Entscheidungen ihre wirkliche Kraft erst in der Zukunft entfalten“, so Reichart. Als Anbieter von Fachseminaren für Bürgermeister, Gemeinderäte und engagierte Bürger beteiligt sich die SDL maßgeblich daran, die Bevölkerung im ländli-chen Raum zu nachhaltigen Entscheidungen in der Kommunalarbeit zu befähigen. Der demographische Wandel stellt eine Fülle neuer Herausforderungen, denen die SDL mit Weitsicht und Kompetenz begegnet.

Gestaltung einer lebenswerten Zukunft

Die SDL in Thierhaupten hat sich seit ihrer Gründung vor 20 Jahren zu einer zentralen Anlaufstelle für Themen rund um die Gestaltung lebenswerter Zukunftsmodelle im ländlichen Raum profiliert. Sie steht für die Vereinbarkeit von Tradition und Innovation und bietet Qualifizierung und Know-how für Akteure im ländlichen Raum. Um die hohe Qualität der Angebote zu gewährleisten, hatte der Bayerische Sparkassenverband 2012 eine Spende in Höhe von 10.000 Euro geleistet, die weitestgehend in neue Angebote zur Energiewende investiert wurden.

„Mit 1888 Teilnehmern konnten wir die Zahl der Seminarbesucher 2012 nochmals steigern“, so Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin der SDL. Die Nachfrage nach differenzierten Angeboten für die Bereiche Ländliche Entwicklung, interkommunale Zusammenarbeit und Fachexkursionen zeigen, dass der Bedarf für die Weiterbildung in der Kommunalarbeit sehr hoch ist.“ Mit 80 Veranstaltungen blickt die SDL auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 zurück.

Vorbild für weltweites Netzwerk


Im vergangenen Sommer hatte die Schule ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Der Festakt fand unter der Beteiligung prominenter Gäste wie Alois Glück und Barbara Stamm im Kloster Thierhaupten statt. Die gute Reputation der SDL ist längst über Bayern hinaus bekannt: Immer wieder empfängt Geschäftsführerin Gerlinde Augustin auch Gäste aus dem Ausland.

Der informierte Mut – innovative Modelle des Zusammenlebens

Gastdozentin Prof. Theresia Wintergerst von der Universität Würzburg sprach über dringend notwendige soziale Innovationen für ländliche Gemeinden. Als „informierten Mut“ bezeichnet sie die vielen positiven Beispiele für soziale Innovation. Als Folge des demographischen Wandels ergeben sich neue Muster des Zusammenlebens, die ihren Niederschlag im kommunalpolitischen Handeln der Gemeinden finden müssen. Am Puls des langen Lebens kann nur der bleiben, der für Veränderung sorgt.

Menschen werden älter und müssen versorgt werden. Diese Leistung ist nicht ausschließlich Privatsache oder die Aufgabe von Wohlfahrtsverbänden. Hier sei die Politik gefordert, eine Situation zu schaffen, in der sich organisierte Hilfe in der Nachbarschaft ganz individuell entfalten kann, so ihre Forderung. „Nachbarschaft braucht Modernisierung, damit sie eine Rolle im Zusammenleben spielen kann“, so Prof. Wintergerst. Und: Ältere Menschen dürften nicht den Respekt verlieren, wenn sie um Hilfe bitten. Auch sollten sie neue Rollen übernehmen und ihre Erfahrung bei der Gestaltung der Zukunft einbringen.

Die soziale Innovation in einer alternden Gesellschaft kann nur dem gelingen, der daran glaubt. Der „informierte Mut“ ist eine Chance für die Entwicklung, Etablierung und Stabilisierung neuer solidarischer Muster im ländlichen Raum. Schulen wie die SDL bieten die dafür notwendige professionelle Unterstützung, das Know-how sowie das Netzwerk an positiven Beispielen.
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