Anzeige

Aus einer Übung wurde ein Ernstfall!

Die Übung beginnt
 
Welche Lage liegt hier vor
Meitingen: Rot-Kreuz-Zentrum | Geplant hatte Martin Müller, taktischer Leiter der Rotkreuzbereitschaft Meitingen mit seinem Team die alljährlich stattfindende Einsatznacht schon lange im Vorfeld.
Startschuss für die 6stündige Stationsausbildung fiel am Samstag, den 24. September um 10 Uhr 30 im neuen Rotkreuzheim. 10 Minuten später erhielten die Führungskräfte von der Marktgemeinde die telefonische Information eines Bombenfundes in der Römerstraße. Ein Führungstrupp machte sich sofort auf den Weg, um die Lage zu erkunden. Der Rest der Teil-nehmer setzte zunächst ihre Ausbildung fort, bis dann gegen 11 Uhr 15 das BRK Heim als Lagezentrum für Markgemeinde, Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz erklärt wurde. Da das Gelände rund ums Rotkreuzheim genügend Platz bot, wurden die Räumlichkeiten und das Gelände als möglicher Evakuierungsplatz in Betracht gezogen.
Gegen 11 Uhr 30 werden die Teilnehmer der langen Einsatznacht über die aktuelle Lage des Bombenfundes informiert. Zunächst hielten es die Rotkreuzler noch für eine fiktive Übung, da sie dachten, die Evakuierung wäre in das laufende Ausbildungsprogramm integriert wor-den. Doch aus „Spiel wurde Ernst!“
Bis zum Eintreffen des Entschärfungskomandos hatte der Führungsstab eine eventuell bevor-stehende Evakuierung zu planen.
Es gab eine Menge Entscheidungen zu treffen und viel zu beachten!
Als erstes mussten die Verantwortlichen einen Radius rund um die Fundstelle festlegen, da-mit niemand in seinem Haus in Gefahr schwebte, sollte bei der Bombenentschärfung etwas schief gehen. Der Sicherheitsabstand zur Bombe wurde auf 200 m festgesetzt. Das bedeutete, außer den Privathäusern fielen öffentliche Gebäude wie die Gemeindehalle, Kirche, Sankt Marthaheim, Johannesheim, Contur, Bahnhof in den Evakuierungsbereich.
Da die „Meitinger“ diese Größenordnung eines Einsatzes gar nicht mehr alleine stemmen konnten, wurden zahlreiche Rotkreuzeinheiten voralarmiert, die sich dann auch kurze Zeit später auf Abruf an ihren Stützpunkten bereithielten.
Mehrere Sanitäts- und Betreuungseinheiten sammelten sich nach der Alarmierung ortsnah, um gegebenenfalls zielgerichtet und bedarfsgerecht eingesetzt werden zu können. Hierfür eröff-nete die Führungscrew in Herbertshofen auf dem LIDL Parkplatz einen Bereitstellungsraum. Die beiden Krankenwagen der Bereitschaft Meitingen, sowie 12 weitere Fahrzeuge des Kreisverbandes Augsburg Land, darunter auch Rollstuhltransporter, hielten sich ebenfalls auf dem Parkplatz in Herbertshofen für den Ernstfall bereit.
Einige Rotkreuzeinheiten wurden direkt zum Heim beordert, um vorübergehende Aufent-haltsmöglichkeiten für ca. 200 Menschen zu errichten. Das Kreisauskunfstbüro wurde ange-fordert, damit es bei einer möglichen Evakuierung die ankommenden Personen erfassen und registrieren kann. Schließlich verlangt ein solcher Großeinsatz Planung, Koordination und Struktur.
Nachdem die eingetroffenen Spregstoffexperten bestätigten, dass die Bombe noch aktiv war, wurde um 14 Uhr 30 der Alarm ausgelöst und die Evakuierung konnte beginnen. Es wurden 15 Trupps aus Polizei, Feuerwehr und Sanitätern zusammengestellt, die die betroffenen An-wohner beim Verlassen ihrer Wohnungen gegebenenfalls auch medizinisch unterstützen konnten. Fahrzeuge, die in Herbertshofen bereitstanden, wurden hierzu angefordert.
In der Zwischenzeit wurde auf dem Rotkreuzgelände ein separater Versorgungsraum einge-richtet, falls es medizinisch zu betreuende Personen gab. Die Küchenmannschaft der Bereit-schaft Meitingen versorgte nicht nur die evakuierten Personen, die Rotkreuzgemeinschaft erhielt auch den Auftrag, für alle Einsatzkräfte eine Verpflegung vorzubereiten. Es gab eine Menge zu tun, und dass alles so reibungslos und ohne größere Komplikationen ablief, ist wohl nicht zuletzt dem erfahrenen Führungsstab zu verdanken, der den gesamten Einsatz bis ins letzte Detail genau plante und durchführte. Gegen 17 Uhr 30 gab es dann Entwarnung, die Bombe war entschärft. Die Bewohner konnten wieder nach Hause zurück. Hilfsbedürftige oder gehbehinderte Personen wurden auch hier wieder durch unsere Einsatzkräfte unterstützt.
Am Schluss waren sich alle einig:
„Das neue Rotkreuzheim hatte die Feuertaufe bestanden!“
0
1 Kommentar
311
Patrizia Lofner aus Meitingen | 07.10.2011 | 09:02  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.